Do., 07.02.2019

TuS N-Lübbecke: Plant Neu-Trainer Kurtagic mit Jaanimaa und Tatai? Zu viele Brandherde

Bei Dener Jaanimaa verdichten sich die Zeichen, dass er Lübbecke im Sommer trotz bestehenden Vertrags verlassen kann.

Bei Dener Jaanimaa verdichten sich die Zeichen, dass er Lübbecke im Sommer trotz bestehenden Vertrags verlassen kann. Foto: Schwabe

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Bis zum Neustart der Meisterschaftsrunde sollte Klarheit darüber herrschen, wer ab Sommer für den ausscheidenden Aaron Ziercke die sportlichen Geschicke des Lübbecker Bundesligahandballs lenkt. Dieser Vorgabe von Armin Gauselmann sind die TuS-Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Emir Kurtagic nachgekommen. Doch noch stehen Entscheidungen an.

Ganz im Gegenteil. Kurtagic muss sich schnell ein Bild machen von dem, was da ist, was da bleibt, was gehen und was neu hinzukommen soll. Und alles unter dem Gesichtspunkt, dass es ins finanzielle Konzept des heimischen Zweitligisten, aber auch dessen sportliche Ausrichtung passen muss. Dazu werden sich Trainer, Geschäftsführer, Teammanager – aber auch der Wirtschaftsbeirat erklären und mit Blick auf die Fans auch Ziele festlegen müssen.

Über bestehende Verträge Gedanken machen

So wie in der laufenden Saison, als man als Erstligaabsteiger und wirtschaftlich stärkster Zweitligist den sofortigen Wiederaufstieg ausgab. Dass aber zwischen Anspruch und Wirklichkeit zuweilen eine große Kluft zu erkennen ist, liegt in erster Linie am Fingerspitzengefühl bei personellen Entscheidungen. Bekannte Namen und gute Individualisten garantieren lange noch keinen Mannschaftserfolg. Eine Erfahrung, die in den zurückliegenden Monaten auch die Lübbecker Protagonisten haben machen müssen.

So erscheint es nicht mal als unwahrscheinlich, dass nicht nur die Personalien jener Spieler geklärt werden müssen, deren Verträge am 30. Juni auslaufen; auch über bestehende Kontrakte wird man sich Gedanken machen müssen. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass Dener Jaanimaa die Lübbecker schon in der Winterpause verlassen wollte. Gut möglich, dass der Verein ihm trotz Vertrags (bis 2020) im Sommer den Weg freimacht. Dann wiederum gäbe es wohl keinen Zweifel daran, dass Jo Gerrit Genz über den Juni hinaus am Wiehen bleiben würde. Der TuS müsste sich dann aber auf die Suche nach einer neuen Nummer eins im rechten Rückraum machen.

Jaanimaa wirkt so, als hätte er ohnehin Probleme mit dem Begriff »Mannschaftsspiel«. Unübersehbar sind zudem die Differenzen zwischen ihm und Mittelmann Lukasz Gierak, dessen letztjährige Vertragsverlängerung in Lübbecke ohnehin kaum jemand hat nachvollziehen können.

Problemzone Tor

Will man personell aber auch der Forderung des Hauptsponsors nachkommen, endlich wieder einen Führungsspieler zu präsentieren, dann geht das aktuell nur über die Position des Spielmachers. Denn neben Genz läuft unter den Rückraumspielern – sieht man einmal von Marko Bagaric ab, der sich inzwischen zum Defensivspezialisten entwickelt hat – nur noch der Vertrag von Kenji Hövels aus. Ob aber der Blick für die Führungsrolle dabei in Richtung Dalibor Doder gehen könnte – für ihn wäre aber ein Abwehr-Angriffswechsel nötig –, erscheint mittlerweile eher als unwahrscheinlich. Eine Kontaktaufnahme soll es jedenfalls (noch) nicht gegeben haben.

Bliebe noch die Problemzone im Tor. Joel Birlehms Abschied Richtung Leipzig ist besiegelte Sache. Zudem läuft der Vertrag mit Peter Tatai aus.

Torwart Peter Tatai: Bleibt er oder bleibt er nicht? Foto: Schwabe

Die TuS-Verantwortlichen möchten aber ungern auf die Suche nach gleich zwei neuen Keepern gehen, obwohl der Ungar in Sachen Disziplin nicht gerade als Vorzeigeprofi gilt. Dabei scheinen aktuell mit Martin Ziemer als Routinier und Kim Sonne Hansen zwei Könner ihres Fachs auf den Markt zu kommen. Warum also keinen Cut machen, um mögliche Brandherde auszuschießen?

Emir Kurtagic wird also ganz genau überlegen müssen, wo er die Stellschrauben ansetzt. Denn: dass der neue Trainer das entscheidende Wort bei den offenen Personalfragen hat, dass machten die TuS-Verantwortlichen schon vor der Suche nach dem Nachfolger von Aaron Ziercke deutlich.

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