So., 17.02.2019

2. Handball-Bundesliga: Lübbecke zittert sich zum 28:27 gegen Hagen Dusel-TuS verhindert Blamage

Während Trainer Aaron Ziercke noch skeptisch dreinschaut, reißen seine Spieler bereits jubelnd die Arme in Höhe.

Während Trainer Aaron Ziercke noch skeptisch dreinschaut, reißen seine Spieler bereits jubelnd die Arme in Höhe. Foto: Pollex

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). In der Hinrunde wären solche Spiele noch verloren worden. Diese Tatsache und die zwei Pluspunkte waren neben dem Comeback von Marian Orlowski aber auch das einzig Positive, dass nach dem überaus glücklichen 28:27 (14:14)-Zittersieg des TuS N-Lübbecke gegen den VfL Eintracht Hagen in Erinnerung bleibt. Ansonsten war es ein Spiel zum Vergessen.

Für seine äußerst schwache Vorstellung, der jegliche Souveränität fehlte, wurde der Dusel-TuS zu allem Überfluss auch noch belohnt. Da die HSG Nordhorn-Lingen den Rangzweiten aus Coburg mit 29:21 deklassierte, verringerte sich der Rückstand der Ziercke-Sieben auf einen Aufstiegsplatz auf nur noch drei Punkte.

Apropos Belohnung. Die hätte einzig der Gast um den Mindener Trainer Niels Pfannenschmidt verdient gehabt. Hagen spielte im Rahmen seiner Möglichkeiten, während bei den Hausherren einmal mehr Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinanderklafften. Die Eintracht hingegen war taktisch sehr gut eingestellt. In der Defensive stellten die Gäste den Favoriten durch wechselnde Abwehrtaktiken immer wieder vor neue Aufgaben. Ob 6:0, 5:1, 3:2:1, mal defensiv, mal offensiv ausgerichtet, der VfL wusste stets durch mannschaftliche Geschlossenheit zu überzeugen und wäre nicht unverdient als Sieger vom Parkett gegangen. Dass es dazu nicht kam, hatte sich der weiterhin in Abstiegsgefahr schwebende Gast letztlich selbst zuzuschreiben.

Nur die Gäste laufen Konter

Im Gegensatz zu den Ziercke-Mannen schaltete Hagen nach Ballgewinnen sofort um, lief allein in den ersten 30 Minuten sieben Gegenstöße (Ziercke: »Das Rückzugsverhalten hat mir gar nicht gefallen«), von denen er aber nur drei verwerten konnte. Grund: Joel Birlehm stand im Weg. Mit Glanzparaden sorgte der Lübbecker Torhüter dafür, dass nicht schon zur Pause eine Vorentscheidung gefallen war. »Joel hat eindrucksvoll bewiesen, warum er der beste Torwart der 2. Liga ist«, zog auch Pfannenschmidt den Hut vor dem TuS-Keeper. 15 teilweise spektakuläre Paraden unterstrichen, welchen Anteil er am hauchdünnen Sieg hatte.

Hagen, dass die Schwächen des letztjährigen Erstligisten gut zu nutzen verstand, enteilte nach dem 9:9 dennoch auf 13:9. Kurz vorher hatte Aaron Ziercke, der erneut auf den an Wadenproblemen laborierenden Kapitän Jens Bechtloff verzichten musste, einen kompletten Block gewechselt. Für die zu statisch, langsam, drucklos und ungefährlich auftretenden Jo Gerrit Genz, Lukasz Gierak und Valentin Spohn sowie den angeschlagenen Patryk Walczak (Ziercke: »Da hat uns Tempo und Mut gefehlt) schickte er neben Dener Jaanimaa, der beim 23:22 sein 100. Saisontor markierte, Kenji Hövels, der sich kurz vor der Pause wohl einen Muskelfaserriss zuzog, und Moritz Schade erstmals nach seiner viermonatigen Verletzungspause Marian Orlowski aufs Feld. Und der wirkte nach kurzer Eingewöhnungszeit so, als wäre er nie weggewesen. Letztlich aber hatte es der TuS in erster Linie Hagen zu verdanken, mit einem schmeichelhaften 14:14 in die Pause gehen zu dürfen.

Wer nun glaubte, dass es nach dem Wechsel besser würde, sah sich getäuscht. Nun war es ein offener Schlagabtausch, bei dem die Führungen oft wechselten. Letztlich passte es zur Story, dass es ausgerechnet Orlowski war, der 36 Sekunden vor Ende den schmeichelhaften Siegtreffer erzielte.

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