So., 03.03.2019

2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke kommt vor allem aufgrund einer schwachen Abwehrleistung nicht über ein 31:31 gegen den TV Emsdetten hinaus. Eine gefühlte Niederlage

Lübbeckes Moritz Schade hat mehrfach die Linksaußenposition eingenommen und von dort aus an den Kreis aufgelöst.

Lübbeckes Moritz Schade hat mehrfach die Linksaußenposition eingenommen und von dort aus an den Kreis aufgelöst. Foto: Noah Wedel

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Das Buch »Enttäuschungen beim TuS N-Lübbecke« ist um ein Kapitel reicher. Gegen den TV Emsdetten aus der unteren Tabellenhälfte mussten sich die Gastgeber mit einem Punkt beim 31:31 (16:16) zufrieden geben. Das erhoffte Ausrufezeichen nach der Klatsche in Essen aus der Vorwoche blieb also aus.

Die Möglichkeit, den finalen Treffer zum Heimsieg zu erzielen, bot sich den Lübbeckern. 19 Sekunden vor der Schlusssirene nahm Trainer Aaron Ziercke eine Auszeit, um das Team ein letztes Mal einzustellen. Das Ergebnis: Lukasz Gierak schaffte es nicht, sich rechtzeitig vom Ball zu trennen und wurde von der aggressiv agierenden Emsdettener Abwehr gestoppt. Der letzte Freiwurf von Marko Bagaric nach Ablauf der 60 Minuten landete im TVE-Block.

Ziercke übt erneut deutliche Kritik

Während die Gäste den Punkt wie einen Sieg feierten, deuteten die Reaktionen auf Lübbecker Seite eine gefühlte Niederlage an. Besonders gefrustet: Trainer Aaron Ziercke. In der Kabine soll er nach der Partie richtig laut und wütend geworden sein. Auslöser sei die abschließende Aktion gewesen. »Fünf Spieler haben sich an das Angesagte gehalten, ein Spieler aber nicht. Dann kann man als Team keinen Erfolg haben«, sagte Ziercke. Schon nach dessen erster Auszeit (50.) seien Vorgaben im folgenden Angriff nicht eingehalten worden. Ein Problem, dass sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison ziehe. »Emsdetten ist als Team aufgetreten und hat sich so den Punkt verdient«, lobte Ziercke den Gegner.

In der Anfangsphase bekam die eigene Mannschaft noch den Applaus. Nach den ersten Minuten deutete sich ein launiger Samstagabend aus Lübbecker Sicht an. Der Ball lief vorne richtig gut und vor allem schnell, so dass ein 4:1 (4.) auf der Anzeigetafel aufleuchtete. »Esprit und Tempo haben zunächst gestimmt. Man sieht: Das, was wir uns überlegt hatten, klappte auch«, betonte Ziercke, dessen Mannschaft sich dann aber durch zwei, drei Fehler vom eingeschlagenen Weg abbringen ließ. Als Schwachstelle sollte sich mehr und mehr die Abwehr herausstellen. In dieser wurden über die gesamte Partie mehrere Formationen probiert. Patryk Walczak, Marian Orlowski, Moritz Schade und Marko Bagaric kamen im Innenblock zum Einsatz. So richtig funktionieren sollte keine der gewählten Kombinationen. »Wenn wir zu Hause 31 Tore werfen, sollten wir ein Spiel auch gewinnen«, stellte Peter Strosack fest. Der Rechtsaußen war wie gewohnt einer der Aktivposten im Lübbecker Spiel.

Ein 4:1 ist schnell wieder verspielt

Der anfängliche Vorsprung war schnell wieder verspielt. Emsdetten glich beim 5:5 (9.) aus und zog gleich auf 9:7 (15.) davon. Immer mehr in den Fokus spielte sich Merten Krings. Der kleine, wendige und spielstarke TVE-Mittelmann stellte die TuS-Deckung beinahe mit jeder Aktion vor Probleme – als Torschütze oder Passgeber. »So ein Spieler ist schwer zu verteidigen. Und wenn man ihn aus dem Spiel nimmt, bekommen die anderen mehr Räume«, sagte Moritz Schade und spielte auf die Manndeckung gegen Krings ab der 21. Minute an. Eine Wende leitete der TuS daraufhin aber nicht ein, der Ausgleich gelang erst mit dem Pausenpfiff.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts wechselten die Führungen mehrmals. Nach und nach kristallisierte sich aber heraus, dass die Lübbecker für ihre Tore deutlich mehr Arbeit leisten mussten. Der TVE-Angriff fand weiterhin größere Lücken in der verunsichert wirkenden TuS-Hintermannschaft und spielte bei einer 29:27-Führung (54.) zwei Punkten entgegen. Keine vier Minuten später sah es schon ganz anders aus. Emsdettens Trainer Daniel Kubes (von 2004 bis 2006 beim TuS N-Lübbecke) setzte kurzzeitig auf einen siebten Feldspieler, der Ball ging verloren und Strosack hatte auf das leere Tor leichtes Spiel, den TuS mit 31:30 in Führung zu bringen (58.). Es sollte aber das letzte Lübbecker Erfolgserlebnis bei der nächsten Enttäuschung bleiben. Denn beim TuS »zählen nur Siege«, wie Moritz Schade es auf den Punkt brachte.

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