Do., 21.03.2019

2. Handball-Bundesliga: Neben dem gerade operierten Speckmann fällt bei den Lübbeckern mit Hövels, Jaanimaa und Orlowski der halbe Rückraum verletzt aus. Bestehende Verträge sollen auf den Prüfstand TuS pfeift aus dem letzten Loch

Kenji Hövels wird dem TuS N-Lübbecke auf unbestimmte Zeit fehlen. Eine Knorpelbildung im Hüftbereich muss operiert werden.

Kenji Hövels wird dem TuS N-Lübbecke auf unbestimmte Zeit fehlen. Eine Knorpelbildung im Hüftbereich muss operiert werden. Foto: Oliver Schwabe

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Disziplinarische Maßnahmen? Fehlanzeige! Das Desaster vom Samstag hat für die Spieler von Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke keine spürbaren Folgen. Zumindest nach außen hin nicht. In der Innenwirkung sehe das anders aus, wie Geschäftsführer Torsten Appel betonte.

Dass der Blackout gegen den HSV Hamburg (22:29) vor mehr als 1.700 konsternierten Zuschauern keine nachvollziehbare, greifbare Reaktionen hervorrief, hat allerdings einen guten Grund: Der TuS-Kader pfeift aktuell aus dem letzten Loch. Mit Blick auf das Gastspiel am Sonntag beim HC Elbflorenz 2006 in Dresden stellt sich die Mannschaft fast von selbst auf. Neben Linksaußen Jan-Eric Speckmann, dessen Leistenbruch am Donnerstag in Bielefeld erfolgreich operiert wurde, werden die beiden Interimstrainer Nikola Blazicko und Hans-Georg »Schorse« Borgmann , die den stark ins Schlingern geratenen Lübbecker Kutter wieder auf Kurs bringen sollen, auch auf ihren halben Rückraum verzichten müssen. Besonders heftig erwischte es Kenji Hövels. »Er klagt schon seit geraumer Zeit über Probleme. Die wurden nun genau lokalisiert«, erklärte Geschäftsführer Torsten Appel für den erkrankten Teammanager Zlatko Feric. »Kenji hat im Hüftbereich eine Knorpelbildung, die nun auffällig geworden ist. Er wird dauerhaft wohl nicht um eine Operation herkommen.« Man wisse daher noch nicht, wie lange er jetzt ausfallen wird.

Jens Bechtloff kehrt zurück

Doch damit nicht genug. Auch Hövels Rückraumkollegen Dener Jaanimaa und Marian Orlowski dürften nach jetzigem Stand ausfallen, sind beide bis einschließlich Freitag vom Arzt krankgeschrieben. „Ich rechne nicht mit ihnen. Sie haben die ganze Woche nicht trainieren können“, erklärt »Schorse« Borgmann. »Die Gefahr ist sehr groß, dass uns beide Spieler in Dresden nicht zur Verfügung stehen werden.« Jaanimaa hat sich eine Leistenzerrung zugezogen, klagt über Probleme im Adduktorenbereich, Orlowski schmerzt eine Sehne im Knie.

Einziger Lichtblick ist die geplante Rückkehr des Kapitäns. Jens Bechtloff war schon in der vergangenen Woche nach seinem Muskelfaserriss wieder ins Training eingestiegen, wollte aber mit Blick auf das Heimspiel gegen Hamburg kein unnötiges Risiko eingehen und verzichtete auf einen Einsatz. »In dieser Woche hat er die Belastung beim Training peu-a-peu gesteigert. Ich gehe davon aus, dass er Sonntag auf die Platte zurückkehrt«, so Borgmann.

Rückraum stellt sich von selbst auf

Durch die Ausfälle bleiben dem Trainer-Duo nicht viele Alternativen. Die Rückraumreihe mit Valentin Spohn (links), Lukasz Gierak (Mitte) und Jo-Gerrit Genz (rechts) ist gesetzt. Entlastung könnte von Jens Bechtloff kommen, dann wäre aber die Außenbahn wieder verwaist. Für den linken Rückraum stünde zudem noch Marko Bagaric zur Verfügung, die inzwischen eigentlich nur noch als Defensivspezialist gesehen wird.

»Man sieht, dass wir, selbst wenn wir es gewollt hätten, angesichts der Personalsituation gar keine Maßnahmen hätten umsetzen können«, sagt Torsten Appel, der gemeinsam mit Armin Gauselmann und den beiden Interimstrainern am Mittwoch einen »Runden Tisch« durchgeführt hat , bei dem alles, was Samstag passiert ist, noch einmal dargelegt wurde.

»Wir haben alles aufgearbeitet, zugleich aber auch die Gegenwart und die Zukunft beleuchtet. Immerhin haben wir mit diesen Spielern noch eine Saison zu Ende zu bringen. Ich kann versichern, dass wir bei der Analyse des Geschehenen alle noch mal im Schockzustand waren.« Man war sich einig, dass die Leistung nach einer sehr konzentrierten Trainingswoche völlig überrascht hat. Wer nun, da man keine Spieler auf die Tribüne verbanne, meine, dass keine Konsequenzen gezogen würden, der irre. »Sie sind für den Außenstehenden vielleicht nicht sichtbar, aber es gibt sie«, so Appel. »Fakt ist, dass sich der Tonfall des Managements gegenüber den Spielern deutlich verändert hat. Aber soll man auf geprügelte Hunde weiter draufhauen? Wir haben noch einige Zeit an Spielbetrieb vor uns.«

TuS muss in der 2. Liga erst mal ankommen

Es gebe Dinge, die man intern mit Sicherheit anders angehen und regeln werde.

»Zudem sind auch bestehende Verträge nicht mehr in Stein gemeißelt. Da werden wir uns die Frage stellen, ob wir an einem Spieler festhalten oder einen anderen Weg gehen wollen«, gilt Torsten Appels Blick auch der Zukunft, »die eindeutig auf die 2. Liga ausgerichtet ist. Dafür planen wir. Doch dazu müssen wir dort erstmal richtig ankommen und sie auch annehmen.«

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