Sa., 23.03.2019

2. Handball-Bundesliga: Lübbecker Handballer sprechen vom Gastspiel beim HC Elbflorenz nicht von einer Pflichtaufgabe. TuS hat genug mit sich zu tun

Auf Jo-Gerrit Genz ruht in Dresden ein hohes Maß an Verantwortung. Durch drei verletzungsbedingte Ausfälle ist der Linkshänder gesetzt.

Auf Jo-Gerrit Genz ruht in Dresden ein hohes Maß an Verantwortung. Durch drei verletzungsbedingte Ausfälle ist der Linkshänder gesetzt. Foto: Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Vor einer Woche war es das Spiel eins nach Aaron Ziercke. Am Wochenende nun heißt es Spiel eins nach der Riesenpleite. Bei Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke wird es nie langweilig. Allerdings würden Verantwortliche und Fans auf die Art und Weise, wie die Spieler auf sich aufmerksam machen, liebend gern verzichten. Am Sonntag nun gastieren die Lübbecker beim abstiegsbedrohten HC Elbflorenz.

Ein Pflichtsieg will man meinen. Doch zum einen weiß man derzeit nicht, was der TuS auf die Platte bringt – oder auch nicht –, zum anderen will man im Lager der heimischen Handballer nichts, aber auch wirklich gar nichts, über mögliche Pflichtaufgaben wissen. »In unserer Lage gibt es keine Pflichtsiege. Wir sind nicht in der Situation, irgendeinen Gegner für zu leicht zu befinden«, wird Interimstrainer Hans-Georg »Schorse« Borgmann deutlich. Er hat sich, wie auch sein Pendant auf der Lübbecker Bank, Nikola Blazicko, trotz der Pleite gegen Hamburg bereit erklärt, nach der Freistellung von Aaron Ziercke die Geschicke beim Zweitligisten zu lenken. Er macht aber zugleich auch deutlich, »dass angesichts der beruflichen Verpflichtung von Nikola auch die Spieler in der Pflicht stehen.« Wie das aussieht? »Wir haben die Videoanalyse übernommen und richten die Vorbereitung für Abwehr und Angriff aus«, nennt Linkshänder Jo-Gerrit Genz den Part, der der Mannschaft zukommt. »Wir haben auch erkannt, dass wir Nikola und Schorse entlasten müssen.«

Kein Dauerzustand

Der Lübbecker Rückraum-Hüne versichert zugleich, »dass sich jeder im Team fragt, was er selbst ändern kann. Wir sind es unsern beiden Trainern einfach schuldig, ein anderes Gesicht zu zeigen.« Genz weiß um die aktuelle Situation. »Wir wollen sie aber auch nicht dramatisieren. Dieses Leistungstief ist doch kein Dauerzustand.« Man müsse wieder selbstbewusster auftreten. »Dann spielen wir auch befreiter und ziehen uns selbst aus dem Sumpf heraus.«

Dass Fans und Sponsoren alles andere als gut auf ihn und seine Mitspieler zu sprechen sind, könne er verstehen. »Das muss auch jeder von uns akzeptieren. Ich kann aber nur noch mal versichern: Keiner von uns ist stolz darauf, wie es gerade läuft.«

Natürlich bestimmte das Debakel vom Samstag die Trainingswoche, wie auch Borgmann bestätigt. »Es war nicht einfach, für uns alle. Die Jungs haben von außen richtig einen auf die Fresse bekommen. So, wie die Woche zuvor gelaufen ist. haben sich das alle ganz anders vorgestellt. Im Sport passieren immer mal Dinge, die man nicht erklären kann.«

Abwehrarbeit muss besser werden

Was auf jeden Fall besser werden müsse, sei die Defensivarbeit. »Da muss man einfach mehr Aggressivität voraussetzen. Unser Augenmerk beim Training in dieser Woche galt daher auch verstärkt der Abwehr.«

Verletzungen machten den Lübbecker Interimstrainern aber einen Strich durch ihre Planung. Mit Kenji Hövels fällt ein Spielmacher für unbestimmte Zeit aus. Zudem waren Dener Jaanimaa (Leiste) und Marian Orlowski (Knie) die ganze Woche über krankgeschrieben. Borgmann glaubt daher auch nicht an ihren Einsatz. »Ich gehe davon aus, dass beide Spieler fehlen werden.« So stellt sich der Lübbecker Rückraum mit Valentin Spohn (Halblinks), Lukasz Gierak (Mitte) und Jo-Gerrit Genz (Halbrechts) von allein auf. Das Trio wirkte im bisherigen Zusammenspiel oft sehr statisch, so dass im Training wohl wert darauf gelegt werden durfte, Beweglichkeit und Tempo in ihr Spiel zu bekommen. Wieder mit an Bord ist Jens Bechtloff.

Über Gastgeber Dresden verlor Borgmann nicht viele Worte. »Wir schauen nur auf uns!« Zudem hatte Lübbecke den HC Elbflorenz im Hinspiel im Griff, landete beim 32:20 den höchsten Saisonsieg.

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