Mo., 22.04.2019

2. Bundesliga: TuS N-Lübbecke knackt Ferndorfs Abwehr Stets die Ruhe bewahrt

Marian Orlowski war nicht nur bester TuS-Torschütze, sondern führte das Team auch sehr gut.

Marian Orlowski war nicht nur bester TuS-Torschütze, sondern führte das Team auch sehr gut. Foto: Oliver Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Wer sich ein schmackhaftes Osterei wünschte, dessen Hoffnung wurde nicht erfüllt. Wer aber die taktischen Finessen des Handballs liebt, der kam im Zweitligaduell zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem TuS Ferndorf, das die Hausherren vor magerer Kulisse von nicht einmal 1000 Zuschauern in der Merkur-Arena verdient mit 27:24 (13:11) für sich entschieden, voll auf seine Kosten.

Übergangstrainer Heidmar Felixson scheint bei den Spielern seit seinem Amtsantritt am Wiehen sehr viel Gehör zu finden, denn die Vorgaben, wie man gegen einen schwer zu bespielenden Gegner auftreten muss, trugen in den 60 Minuten am Karsamstag Früchte. Der Gast aus Ferndorf ist dafür bekannt, die Gegner mit seiner Abwehr vor echte Herausforderungen zu stellen. In Lübbecke konnte der Liganeuling mit seinen Trümpfen aber nur bedingt punkten. In erster Linie in der Auftaktviertelstunde, »in der wir uns noch schwer getan haben. Da waren wir in allen Bereichen zu passiv«, monierte Coach Felixson. Nicht selten erhoben die phasenweise überforderten Unparteiischen Steven Heine und Sascha Standke ihren rechten Arm zum Zeichen des drohenden Zeitspiels.

Nie den Kopf verloren

Aufgrund eines starken Innenblocks mit dem ehemaligen Lübbecker Branimir Koloper, dynamisch herausrückenden »Halben«, die die Kompaktheit der Ferndorfer 6:0-Abwehr aber nie herschenkten, und einer hohen Aggressivität bestätigten sie die im Vorfeld geäußerte Mahnung. Die Hausherren beeindruckten bei ihrem Auftritt aber mit Ruhe und Sicherheit. Auch wenn es anfänglich aufgrund fehlender Geschwindigkeit noch nicht nach Wunsch lief, so verloren die Lübbecker, bei denen Marian Orlowski als Spielmacher sowie Valentin Spohn und Jo Gerrit Genz auf den Halbpositionen begannen, kaum einmal den Kopf. Klar, es klappte längst nicht alles, vor ein paar Wochen wäre die Mannschaft in kniffeligen Situationen aber wahrscheinlich noch eingebrochen und hätte sich dem Gegner als leichte Beute präsentiert. Nicht aber unter Heidmar Felixson. Weder als Ferndorf nach acht Minuten die Rolle des Führenden übernahm, noch nach diversen strittigen Zeitstrafenentscheidungen – der heimischen Zweitligist geriet nicht ins Schlingern. »Durch Aufregung und Meckern vergeudet man nur wertvolle Prozente an Leistung. Schiedsrichter können uns nur beeinflussen, wenn wir es zulassen«, so die These des Isländers.

Der zeigte sich vor allen Dingen darüber erfreut, »dass meine Mannschaft das in den zurückliegenden Tagen Trainierte hervorragend umgesetzt hat.« Gemeint waren Überzahl- und Unterzahlspiel sowie der Einsatz des siebten Feldspielers. Und genau das war ein Schlüssel des Erfolgs. 14 Minuten hatten die Hausherren in Unterzahl zu überstehen, fast ein Viertel der Spielzeit, doch Ferndorf war nicht in der Lage, auch nur eine Überzahl für sich zu entscheiden.

Rote Karte für Genz

26 Minuten war es dennoch ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ehe die Lübbecker aus dem 10:11-Rückstand bis zur Pause eine 13:11-Führung machten.

Und die sollte ihnen der Gast nach dem Wechsel nicht mehr abjagen. Auch nicht, als »Valle« Spohn dem Gegner zweimal hintereinander, einmal sogar in Überzahl, unbehindert den Ball direkt in die Hände spielte. Der zweite Fehlpass hatte zudem besondere Folgen. Den Konter von Moritz Barwatzki wehrte der überragenden Joel Birlehm (15 Paraden) ebenso ab, wie den freien Nachwurf von Lukas Zerbe. Angeblich soll »Jo« Genz den Ferndorfer Rechtsaußen aber berührt haben, was bis auf die Unparteiischen aber niemand in der Halle gesehen hatte. Die sprachen eine Zeitstrafe aus, die dritte insgesamt, wodurch der Linkshänder mit roter Karte vom Platz musste. In der Vergangenheit hätte der 13:15-Anschluss der Gäste in diesem Moment wohl für massive Unruhe im Lübbecker Spiel gesorgt. Diesmal aber nicht.

Trotz einer weiteren diskutablen Zeitstrafe für Jens Bechtloff hatte der TuS in der Folge stets die passende Antwort parat. Sogar, als der Gegner auf zwei Tore verkürzte. Denn als Peter Strosack zwei Gegenstöße verwandelte, lagen die Hausherren beim 19:15 wieder mit vier Treffern vorn. Auch wenn Ferndorf beim 20:22 (53.) noch einmal Lunte roch, war deren Hoffnung zwei Minuten später wieder dahin, als Spohn zum vorentscheidenden 24:20 traf.

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