Di., 23.04.2019

Seit Jahren verfügt der TuS N-Lübbecke über das gleiche Budget. Unveränderter Etat

Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel beglückwünschte am Karsamstag Trainer Heidmar Felixson zum Sieg gegen Ferndorf.

Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel beglückwünschte am Karsamstag Trainer Heidmar Felixson zum Sieg gegen Ferndorf. Foto: Oliver Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Im Leistungssport dreht sich sehr viel ums Geld. Das ist im Fußball so, das ist aber auch im Handball nicht anders. Geld entscheidet oft, wer um Aufstiege oder Titel, wer um den Ligaverbleib oder gegen den Abstieg spielt. Auch beim TuS N-Lübbecke ist der Etat die Basis, um erfolgreich sein zu können. Am Wiehen wähnt man sich aktuell auf der sicheren Seite.

Es ist gerade erst ein paar Tage her, dass die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga nach eingehender Prüfung der Unterlagen über die wirtschaftlichen Voraussetzungen aller Bundesligisten entschied. Auch über die der Lübbecker, die einmal mehr die Lizenz für die kommende Spielzeit ohne Auflagen erhielten. »Rolf Nottmeier hat in einem Gespräch mit uns explizit darauf hingewiesen, dass bei uns eine sehr gute wirtschaftliche Situation herrsche und wir mit dieser Feststellung auch an die Öffentlichkeit gehen dürften«, sagt TuS-Geschäftsführer Torsten Appel zu der positiven Rückmeldung des Ausschussvorsitzenden aus Minden. Allgemein sei zudem festzustellen, dass der Abbau des negativen Eigenkapitals vorangetrieben werde. »Das trifft auch auf uns zu. Wir sind dabei, das umzusetzen, sehen und auf einem guten Weg«, sagt Appel. »Und zwar ohne feuchte Finger zu bekommen.«

Kosten für die Infrastruktur steigen

Der Etat des TuS N-Lübbecke sei seit Jahren stabil. »Egal ob 1. oder 2. Liga, er ist gleich geblieben«, betont der Geschäftsführer. Das bedeute aber nicht, dass die zur Verfügung stehende Summe für den Personalbereich nicht sinken könne. »Das liegt einfach daran, dass die Kosten für die Bereitstellung der Infrastruktur stetig steigen.« Wie das Gesamtangebot des Streamings, für das neben teurer Technik auch vier Mitarbeiter eingesetzt werden müssten. »Allein dadurch kommt jährlich ein fünfstelliger Betrag, den wir bislang nicht hatten, hinzu.« Oder die steigenden Beiträge zur Berufsgenossenschaft, höhere Mindestlöhne oder weitere Kosten beim Aufbau der Tribünen. »Man kann davon ausgehen, dass wir rund 100.000 Euro für zusätzliche Dinge ausgeben müssen, wir diese Summe aber nicht an weiteren Sponsorengeldern akquirieren.« Um aber vor solchen »Überraschungen« gefeit zu sein, würde man sie in entsprechendem Umfang schon in die Kalkulation mit einbauen, erklärt Torsten Appel.

Der ist trotzdem nicht unzufrieden. »Wir haben 200 Partner, die sich bei uns werblich oder im Pool engagieren. Das ist eine Zahl, auf die viele unserer Konkurrenten etwas neidisch blicken.« Appel verweist aber auch darauf, dass es ungleich schwerer sei, in einem ländlichen Bereich wie Lübbecke potente Partner zu gewinnen, »die in der Lage sind, mal größere Summen zu geben. Natürlich könnten wir, wenn wir mehr von ihnen hätten, auch mehr machen.« Hinzu käme natürlich, dass die Abbildung der Werbung für neue Sponsoren in der 1. Liga anders sei. Dankbar ist Appel besonders der Familie Gauselmann, »die ihr Engagement seit Jahren gleichbleibend hoch gehalten hat.«

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Wir wollen uns nicht auf die Rolle eines reinen Zweitligisten beschränken.

Torsten Appel

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Der Geschäftsführer sieht seinen TuS N-Lübbecke im wirtschaftlichen Bereich der 2. Liga längst nicht mehr unangefochten an der Spitze. »Vereine wie Balingen oder Coburg haben aufgeschlossen. Das sorgt zugleich für mehr Attraktivität der Klasse.« Dennoch habe man weiter die Ambition, oben mitzuspielen. »Wir wollen uns aber nicht auf die Rolle eines reinen Zweitligisten beschränken! Da ist der Anspruch schon ein anderer.«

Torsten Appel blickt sofort weiter nach vorn. Und zwar in Richtung 1. Liga: »Wir haben allen Grund zu sagen: Da gehören wir hin! Schließlich sind wir hier Handball pur. Und dazu brauchen wir keinen Glaspalast wie andere.« Zunächst gelte es aber den zuletzt in beiden Klassen verspielten Kredit zurückzugewinnen. »Im Jetzt kratzen wir nicht an der 1. Liga. Wir spielen vielmehr in der 2. Liga. Dem müssen wir uns stellen.«

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