Fr., 10.05.2019

2. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke will gegen Rimpar Wölfe wieder mehr Leidenschaft an den Tag legen. Felixson darf wieder fluchen

Wieder fit: Lübbeckes Rückraumspieler Valentin Spohn kehrt nach einer Schädelprellung in den Kader zurück.

Wieder fit: Lübbeckes Rückraumspieler Valentin Spohn kehrt nach einer Schädelprellung in den Kader zurück. Foto: Oliver Krato

Von Alexander Grohmann

Lübbecke (WB). Dass der Kader des TuS N-Lübbecke über Qualität verfügt, steht trotz Tabellenplatz sechs außer Frage. Dass die Mannschaft ihre Möglichkeiten in dieser Saison viel zu selten ausgeschöpft hat, ist ebenfalls kein Geheimnis. Lukasz Gierak weiß, woran es beim Zweitligisten auch zuletzt wieder haperte: »Jeder ist zu sehr individuell unterwegs. Wir müssen besser zusammenspielen.«

Jeder für sich statt alle für einen: N ur dank einer Steigerung nach der Pause hatten die Lübbecker zuletzt bei den Rhein Vikings die Schmach eines Punktverlusts beim insolventen Tabellenletzten abwenden können . Trainer Heidmar Felixson hatte nicht verhindern können, dass seine Mannschaft die Pflichtaufgabe ohne die notwendige Spannung angegangen war. Erst im zweiten Durchgang riss sich der Favorit am Riemen und holte »zwei wichtige Punkte«, wie Felixson sagt.

Selbstkritisch

Immerhin: Lübbeckes Handballer zeigten sich durchaus selbstkritisch. Allen voran Lukasz Gierak. »Ich war sauer nach dem Spiel«, erzählt der Spielgestalter, der sich für das Heimspiel gegen die DJK Rimpar Wölfe an diesem Samstag vor eigenem Publikum (19 Uhr) daher umso mehr vorgenommen hat. »Es ist ein Spiel, auf das man sich richtig freuen kann. Ich sehe ein, dass es vielleicht nicht leicht war, sich für die Aufgabe in Düsseldorf zu hundert Prozent zu motivieren. Das wird Samstag anders sein. Gegen die Wölfe müssen wir von Anfang an Präsenz zeigen«, sagt Trainer Felixson, der damit vor allem die Herangehensweise am eigenen Kreis anspricht: »Jeder muss Bock auf Abwehr haben! Dass meine Jungs darin eigentlich richtig gut sind, das weiß ich.«

Der Coach hat im Rückraum mit Valentin Spohn wieder eine Alternative mehr an Bord. Der Torjäger hat seine Schädelprellung auskuriert. Dafür kommt Torhüter Joel Birlehm nach einem Fahrradunfall für einen Einsatz nicht in Frage . Für ihn rückt Nachwuchs-Talent Mats Grzesinski ins Aufgebot.

Die Partie am Samstag gegen den in Würzburg beheimateten Tabellenneunten verspricht eine hohe Intensität. »Die Wölfe spielen einen schnellen Handball«, sagt Felixson, der sich zudem auf eine stattlichere Kulisse als zuletzt beim Schlusslicht freut, als sich nur 200 Zuschauer im Castello verloren. »Da durfte ich nicht so laut fluchen, man hat ja jedes Wort in der Halle verstanden«, sagt Felixson verschmitzt.

Bestens Vorbereitet

Dass Lübbeckes Interimscoach bestens vorbereitet ist auf die kommende Aufgabe, hat er auch seiner neuen Ausstattung zu verdanken. In dieser Woche schaffte sich der Burgdorfer einen neuen Laptop an, nachdem der alte jüngst den Geist aufgegeben hatte. Für Teammanager Zlatko Feric übrigens keine Überraschung: »Der alte Laptop war grün-weiß«, grinst er. Also genau die Farben von Erzrivale GWD Minden.

Felixson hat sich mittels Video-Aufzeichnungen über die Wölfe informiert. Auch auf Basis der gesammelten Informationen hat er seine Mannschaft vorbereitet. Grundsätzlich verfolgt er aber einen freien Ansatz. »Wir gucken auf die Systeme, die unser Gegner spielt, ansonsten aber nur auf uns«, verdeutlicht Felixson, der das schwere Restprogramm mit unter anderem den ausstehenden Spielen beim Tabellenzweiten Nordhorn und gegen den Dritten Coburg ehrgeizig angeht: »Kein Spiel mehr zu verlieren, wird schwer. Aber wir wollen auf jeden Fall die verbleibenden Heimspiele alle für uns entscheiden.«

Für Zlatko Feric ist klar: »Wir können im Aufstiegsrennen zum Zünglein an der Waage werden. Es ist unsere Pflicht, allein schon mit Blick auf die Entscheidung oben alles zu geben.« Der Teammanager wünscht sich im Spiel seines Teams nicht nur am Samstag ein bisschen von der Mentalität, die der FC Liverpool in dieser Woche im Champions-League-Halbfinale zum »Wunder« an der Anfield Road getragen hatte. Auch wenn Feric sich für die Partie eigentlich einen anderen Ausgang gewünscht hätte: »Ich bin seit jeher ein Fan des FC Barcelona, egal ob im Handball oder im Fußball.«

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