Sa., 11.05.2019

TuS N-Lübbecke erlebt beim 20:27 gegen DJK Rimpar Wölfe die nächste Bauchlandung Entschuldigung an die Fans

So sieht Frust aus: Peter Strosack (von links), Marian Orlowski, Valentin Spohn, Lukasz Gierak und Dener Jaanima müssen die Heimklatsche sacken lassen. Es gab Pfiffe der Fans.

So sieht Frust aus: Peter Strosack (von links), Marian Orlowski, Valentin Spohn, Lukasz Gierak und Dener Jaanima müssen die Heimklatsche sacken lassen. Es gab Pfiffe der Fans. Foto: Oliver Krato

Von Alexander Grohmann

Lübbecke (WB). Keine Besserung in Sicht: Mit »Steinzeit-Handball« und mangelnder Einstellung haben die Handballer des TuS N-Lübbecke den nächsten Nackenschlag erlitten und das Heimspiel gegen die DJK Rimpar Wölfe sang- und klanglos mit 20:27 (8:10) verloren. Die Fans verabschiedeten die Hausherren am Samstag nach einer indiskutablen zweiten Halbzeit mit lauten Pfiffen in die Kabine. Und dort wartete gleich der nächste Anpfiff.

Nicht nur Trainer Heidmar ­Felixson knöpfte sich die Mannschaft nach dem Spiel vor, auch Sportbeirat Armin Gauselmann sprach in der TuS-Umkleide Klartext. »Er hat uns die Leviten gelesen«, bestätigte Rückraumspieler Valentin Spohn hinterher die Gardinenpredigt. Auch ­Felixson machte seinem Ärger über den miserablen Auftritt Luft. »Ich wollte wenigstens zwei Prozent meiner Wut loswerden. Nicht dass meine Frau später unter meiner schlechten Laune leiden muss«, so der Lübbecker Coach.

Der Frust war groß. Mehr Leidenschaft hatte sich »Heidi« von seiner Mannschaft gegenüber dem glanzlosen Pflichtsieg eine Woche zuvor bei den Rhein Vikings gewünscht. Umso enttäuschender war der Auftritt des Zweitligisten, der gegen die Wölfe nach einem Fehlstart zum 0:3 früh angezählt wirkte und im Angriff keine Lösungen fand.

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Wir haben Handball von 1980 gespielt. Vor allem die zweite Halbzeit war Mist.

Heidmar Felixson, Trainer des TuS N-Lübbecke

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»Wir haben Handball von 1980 gespielt. Vor allem die zweite Halbzeit war einfach Mist«, schimpfte Felixson, während Gäste-Coach Matthias Obinger in bester Jürgen-Klopp-Manier zufrieden lächelnd seine »Mentalitätsmonster« lobte. »Wir haben an unsere Chance geglaubt. Die Mannschaft hat sich das Glück des Tüchtigen, das wir in einigen Situationen hatten, verdient.«

Zumindest in der ersten Halbzeit konnte man auch dem TuS N-Lübbecke das Bemühen nicht absprechen. »Wir haben eine sehr, sehr ordentliche Abwehr gespielt«, resümierte Felixson. Trotzdem stand es nach vier Minuten 0:3. Wieder einmal ein Fehlstart, der nicht zur Beruhigung des ohnehin strapazierten Nervenkostüms diente.

Abwehr erst noch okay, nach der Pause dann nicht mehr existent

Vorne lieferte der TuS von Beginn an nur Stückwerk ab. Der Rückraum mit Marian Orlowski, Lukasz Gierak und Gerrit Genz fand gegen die offensive Gäste-Abwehr keine Lösungen. Immer wieder verhedderten sich die Lüb­becker im Zentrum, auf die Außenpositionen schaffte es der Ball selten. Immerhin: Beim 5:5 (17.) konnte der TuS erstmals ausgleichen und schien die Partie besser in den Griff zu bekommen. Doch nach einem versemmelten Gegenstoß des schwachen Patryk Walczak stand es wieder 6:9 (25.).

Stimmung kippt: »Kreisliga«-Rufe der enttäuschten Fans

In der Kreissporthalle herrschte beim 8:10-Halbzeitstand längst Ernüchterung. Nach der Pause gab es dann immer deutlichere Unmutsbekundungen von den Rängen. Sogar »Kreisliga«-Rufe waren zu hören. Der Lübbecker Leistungsabfall war allerdings auch eklatant. Auch in der Abwehr klappte nun gar nichts mehr. Kaum ein Torwurf wurde unterbunden. Die Folge: Der leidenschaftlich auftretende Gast aus Würzburg zog auf 14:10 davon und geriet beim Tabellensechsten nicht mehr groß in Gefahr.

Symptomatisch für die Auflösungserscheinungen beim TuS: Wölfe-Keeper Max Brustmann traf in der Schlussphase drei Mal über das ganze Feld ins leere Lübbecker Tor. Auf der anderen Seite bekamen zuvor nach Paraden der Torhüter Peter Tatai und Mats Grzesinski jedes Mal die Wölfe den Abpraller zu fassen, jedes Mal resultierte aus der Schlafmützigkeit von Bagaric und Co. ein Gegentreffer.

Schade-Fahrkarte bringt TuS endgültig auf die Verliererstraße

Als beim Stand von 14:17 (42.) dann auch noch Moritz Schade freistehend aus sechs Metern einen Gegenstoß über das Tor beförderte, war auch dem letzten Beobachter in der Halle klar: Hier ist heute nichts zu holen. »Was wir im Moment spielen, ist nicht mehr normal«, klagte Mittelmann Lukasz Gierak nach dem Spiel. Sein Trainer wurde deutlicher: »Das hatte heute nichts mit 2. Bundesliga zu tun. Mit der Einstellung hätten wir heute auch nicht gegen eine Oberliga-Mannschaft gewonnen«, haderte Felixson, der ein schlechtes Gewissen hatte: »So lust - und leidenschaftlos darf man sich den tollen Fans und den Leuten, die heute wieder für den Verein in der Halle im Einsatz waren, präsentieren. Wir müssen uns bei allen entschuldigen.«

Gäste-Coach »verschenkt« freien Tag – Felixson zieht die Zügel an

Während Felixson für die nächste Woche »härteres Training« in Aussicht stellte, verteilte Trainerkollege Matthias Obinger großzügig Bonbons an seine Spieler: »Für den Sieg gibt es mindestens einen Tag frei. Das war auch in der Pause schon meine Motivationsspritze für meine Mannschaft.«

TuS N-Lübbecke: Tatai, ab 46. Grzesinski – Genz (2), Walczak (2), Bechtloff (4), Gierak (1), Bagaric, Strosack (5), Spohn (1), Jaanima (4), Rakovic, Schade, Orlowski (1), Hövels.

DJK Rimpar Wölfe: Wieser, Brustmann (3) – Schömig (2), Böhm (1), Gempp (2), Schmidt (5), Kaufmann (1), Siegler (5), Meyer, Bauer (1), Schulz (1), Backs, Brielmeier (1), Herth (3/2), Sauer (2).

Torfolge: 0:3 (4.), 2:3, 2:4, 3:4, 3:5, 5:5 (17.), 5:6, 6:6, 6:9, 7:9, 7:10, 8:10 – 8:11, 9:11, 9:13 (35.), 10:13, 10:14, 11:14, 11:15, 12:15 (39.), 12:16, 13:16, 13:17, 14:17 (42.), 14:18, 15:18, 15:19, 16:19, 16:20, 17:20, 17:21 (48.), 18:21, 18:22 (52.), 19:22 (54.), 19:26, 20:26, 20:27.

Zeitstrafen: 6 : 4 (Walczak/2, Bagaric - Gempp, Siegler).

Zuschauer: 1330.

Schiedsrichter: Fabian Friedel/Rick Herrmann.

 

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