Do., 16.05.2019

Für Geschäftsführer Torsten Appe wurde beim TuS N-Lübbecke genug geredet Der Kuschelkurs ist vorbei

Auch für Geschäftsführer Torsten Appel war es nur schwer zu ertragen, was die Mannschaft gegen Rimpar aufs Parkett brachte.

Auch für Geschäftsführer Torsten Appel war es nur schwer zu ertragen, was die Mannschaft gegen Rimpar aufs Parkett brachte. Foto: Thomas F. Starke

Von Volker Krusche

Lübbecke  (WB). »Wir ernten jetzt die Früchte der letzten Jahre. Die Mannschaft hat einfach nicht funktioniert. Und das nicht erst seit heute. Fakt ist: Wir müssen Dinge ändern – und wir werden es auch tun. Vielleicht haben wir an zu vielen Stellen einen Kuschelkurs gefahren. Aber der ist nun definitiv vorbei!«, spricht Torsten Appel, Geschäftsführer des TuS N-Lübbecke, Klartext.

Den hatten am Samstag nach der peinlichen Vorstellung bei der bitteren 20:27-Pleite gegen die DJK Rimpar Wölfe bereits Interimstrainer Heidmar Felixson, der jeden der Beteiligten an die Ehre packte, und Hauptsponsor Armin Gauselmann, in ruhiger, aber sehr treffender Art und Weise, geredet.

An Sponsoren und Fans denken

Alle Verantwortliche sind es inzwischen leid, immer und immer wieder ins gleiche Horn stoßen zu müssen. Auch Torsten Appel hat genug davon: »Die Zeit des Redens nach diesen Debakeln muss vorbei sein. Wir müssen dabei an unsere Sponsoren und unsere Fan denken.« Der Lübbecker Geschäftsführer weiß nur zu gut, dass auch seine Glaubwürdigkeit und die seiner Mitstreiter leide. »Wir können noch so gute Gespräche mit den Unternehmen führen, noch so gute Arbeit leisten, letztlich aber alles vom sportlichen Auftreten abhängig. Und das hilft uns derzeit wirklich nicht. Und das ist noch zurückhaltend ausgedrückt.«

Der in Hamburg lebende Appel vergleicht die Situation mit der des HSV. »Man kann den TuS mit ihm ersetzen. Am Ende des Tages ist es immer die Mannschaft, die für Zufriedenheit oder Unzufriedenheit sorgt.« Man habe schon so viele positive Dinge angeschoben. Doch das, was man mit den Händen aufbaue, würde die Mannschaft immer wieder aufs Neue umwerfen.

Appel fordert Funkeln in den Augen

»Wir kümmern uns gerade intensiv um Kinder. Sie für uns zu gewinnen, bedeutet, dass wir das zurückbekommen, was uns beim aktuellen Blick auf die Tribünen verloren gegangen ist«, so Appel. Dabei wird er die Spieler fortan viel mehr in die Pflicht nehmen. »Die müssen mit anpacken. Insbesondere dort, wo sie den Kredit verspielt haben.«

Der Lübbecker Geschäftsführer verlangt von jedem einzelnen der Akteure, »dass er vor dem Spiel das Funkeln in den Augen hat und mit dem Bewusstsein, diesen Gegner hauen wir heute weg, auf die Platte läuft. Wir sind hier eine Region, die Handball lebt. Da erwartet man so etwas.«

Torsten Appel nimmt auch zu den Äußerungen von Valentin Spohn Stellung. Der hatte nach dem Rimpar-Spiel »von einem toxischen Umfeld« gesprochen. Zur Erklärung: Toxisches Umfeld ist für Viele im Arbeitleben gleichbedeutend damit, dass Fehlanzeige bei Kommunikation und Transparenz herrsche, Psychopaten das Sagen hätten, die Kollegen Mobber seien und sie der Ort, an dem sie arbeiten, krank machen würde. »Ich habe mit Valle explizit und deutlich darüber gesprochen. Ihm war gar nicht bewusst, was er da sagt, weil er gar nicht wusste, was es bedeutet. Ich führe eine solche Aussage auf seinen jugendlichen Leichtsinn zurück.« Spohn würde sich in Lübbecke sehr wohlfühlen, sehe sich mit der Mannschaft aber sehr schnell und sehr stark öffentlicher Kritik ausgesetzt, wie Appel berichtet. »Ich habe ihm daraufhin erklärt, dass der Handball hier einen ganz besonderen Stellenwert besitzt und die besondere Nähe der Fans auch eine Nähe von Kritik beinhaltet. Hier nimmt man eben intensiver wahr, was auf dem Platz passiert.«

Kurtagic bekommt alles mit

Torsten Appel bestätigt auch, dass der neue Trainer selbstverständlich mitbekomme, was in Lübbecke passiert. »Emir Kurtagic sieht das Spiel doch auch. Ihm bleibt natürlich nichts verborgen. Wir tauschen uns ja auch fast jeden Tag aus.«

Natürlich machen sich die Verantwortlichen immer und immer wieder ihre Gedanken darüber, warum die Mannschaft sie immer wieder aufs Neue negativ überrascht. »Das Kuriose ist, dass es ja kein Problem in der Mannschaft ist. Dort versteht man sich gut miteinander. Da gibt es für uns keinen Ansatzpunkt, was es für uns noch schwerer macht, zu reagieren. Nach schwachen Auftritten kam ja meistens ein Effekt. Das Problem ist nur, dass dessen Halbwertszeit immer kürzer wurde.« Da einschneidende Reaktionen so kurz vor Serienende nichts mehr bringen würden, liegen Appels Hoffnungen auf Emir Kurtagic. Der wollte ganz bewusst einige Spieler halten, wird sich etwas dabei gedacht haben. »Er soll für anderen Schub sorgen, vielleicht auch durch eine andere Philosophie.«

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