Fr., 17.05.2019

TuS N-Lübbecke steht bei HSG Nordhorn-Lingen eine fast unlösbare Aufgabe bevor Nehmen sie diesmal den Kampf an?

Arbeit wieder aufnehmen: Marko Bagaric (links) und Peter Tatai müssen in Nordhorn mehr Gegenwehr zeigen als gegen Rimpar.

Arbeit wieder aufnehmen: Marko Bagaric (links) und Peter Tatai müssen in Nordhorn mehr Gegenwehr zeigen als gegen Rimpar. Foto: Schwabe

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Der Blick in die Tabelle sagt alles: Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke wird am Samstag auf einen hochmotivierten Gastgeber treffen. Nach sieben Siegen in Folge befindet sich die HSG Nordhorn-Lingen auf Kurs Erstligaaufstieg. Und von diesem Weg will sich die Bültmann-Truppe auch nicht vom ostwestfälischen Rivalen abbringen lassen.

Zehn Jahre, nachdem die Grafschafter wegen eines Lizenzverstoßes das Handball-Oberhaus als Zwangsabsteiger haben verlassen müssen, begann man infolge der eingeleiteten Insolvenz in der 2. Liga eine neue Mannschaft aufzubauen. Vorbei war die Zeit der Holger Glandorfs, Filip Jichas. Ola Lindgrens, Steffen Weinholds oder Ljubomir Vranjes. Fortan schwangen Maik Machulla und Heiner Bültmann das Zepter und führten die HSG Nordhorn, die 2013 um die Stadt Lingen im Namen erweitert wurde, in ruhige Fahrwasser.

Machulla schreibt heute Geschichte in Flensburg, Bültmann ist als in der Szene äußerst anerkannter Coach nach wie vor in Nordhorn tätig. Und der 47-Jährige, der seinen Vertrag bis 2021 verlängerte, will die sich bietende Chance beim Schopfe packen und das Team zurück in die 1. Liga führen. Für Lübbeckes Interimstrainer Heidmar Felixson, der mit seinen Mannen ab 19.30 Uhr in der Emsland-Arena nur allzugern Zünglein an der Waage spielen möchte, schon eine beschlossene Sache. »So, wie Nordhorn seit Wochen auftritt, gibt es für mich keinen Zweifel, dass sie den Aufstieg schaffen werden.«

Er sieht sein Team einem extrem starken Gastgeber gegenüber. »Die sind hochmotiviert, schwimmen auf einer absoluten Erfolgswelle, feiern jede gelungene Aktion. Da muss bei uns schon alles stimmen, wenn wir ihnen Paroli bieten wollen«, so der Isländer. Das derzeitige Selbstbewusstsein, die enorme körperliche Präsenz, das spielerische Element, abge­sichert durch die große Erfahrung – das mache die HSG Nordhorn-Lingen auch noch aus. »Die haben sich gerade in den letzten zwei Monaten extrem stabilisiert.«

Duelle zwischen Nordhorn und TuS N-Lübbecke immer von Brisanz geprägt

Spiele zwischen Nordhorn und Lübbecke waren stets von einer besonderen Brisanz geprägt. »Und gerade auswärts war es für uns immer sehr schwer. Das war schon zu meiner Zeit beim TuS so«, betont Heidmar Felixson. Wie er dem starken Gegner beikommen will? »Wir werden uns an Nordhorn orientieren, werden schauen müssen, wie sie sich präsentieren. Das geht nur, wenn wir wie die HSG als Einheit auftreten und daran glauben, dass wir viel Qualität in unserem Kader haben. Wir müssen in diesem Duell nicht schön spielen. Wir müssen aber alles reinlegen, was wir haben.«

Als schockierend bewertete der Lübbecker Coach die Vorstellung gegen Rimpar. »Dabei hatten die Jungs die ganze Woche über gut mitgezogen. Warum wir dann in solch ein Loch fallen, ist für mich unbegreiflich. Fakt ist aber, dass man nicht so auseinanderfallen darf. Das darf einfach nicht passieren.« Jeder Spieler müsse Verantwortung für sich selbst übernehmen. Er wolle jetzt aber auch nicht wieder und wieder in die Wunde hauen. »Das bringt uns nicht nach vorn. Es war für mich als Trainer eine unschöne Erfahrung. Aber jetzt geht es weiter. Und da hat die Mannschaft eine Reaktion zu zeigen. Die erwarte ich einfach! Da kann es keine Ausreden geben.«

Überlegungen auf der Spielmacher-Position

Personell wird Felixson diesmal nicht aus den Vollen schöpfen können. Torhüter Joel Birlehm wird erst am Montag wieder einsteigen. Zudem fällt Lukasz Gierak aus. Er zog sich eine bakterielle Infektion zu, die mit Antibiotika behandelt wird. »Lukasz wird auf keinen Fall spielen«, macht Felixson deutlich. Fraglich ist auch, ob Kenji Hövels nach seinem Pferdekuss am Samstag wieder einsatzfähig sein wird. »Er will unbedingt, aber ich glaube, das klappt noch nicht.«

Daher wird Marian Orlowski wohl verstärkt die Rolle des Spielmachers übernehmen. Oder aber Jens Bechtloff. »Beim Training hat mich Feile absolut überzeugt. Aufgrund seiner Beweglichkeit ist er sicherlich eine sehr gute Alternative«, so der Lübbecker Trainer. Der wird aufgrund der fehlenden etatmäßigen Mittelmänner vielleicht auch mit zwei Kreisläufern oder mit einem siebten Feldspieler agieren. Felixson: »Warten wir’s ab...«

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