Mo., 20.05.2019

Nach der Nordhorn-Pleite gehen die Fans in den sozialen Netzen auf die Barrikaden Fassungslosigkeit

Die Fans des TuS N-Lübbecke haben sich lange Zeit zurückgehalten. Jetzt wird ihre Kritik an der Mannschaft immer lauter.

Die Fans des TuS N-Lübbecke haben sich lange Zeit zurückgehalten. Jetzt wird ihre Kritik an der Mannschaft immer lauter. Foto: Thomas F. Starke

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Armin Gauselmann saß am Samstag bei sommerlichen Temperaturen auf der Terrasse eines Lübbecker Restaurants und wollte den Abend bei einem guten Essen mit ein paar Freunden genießen. Der erste Bissen schien ihm aber förmlich im Halse stecken zu bleiben, als er das Zwischenergebnis im Liveticker des Zweitliga-Gastspiels seines TuS N-Lübbecke bei der HSG Nordhorn-Lingen sah. 3:10 nach 20 Minuten . Und als es zur Pause dann demütigend 6:16 stand, war es Fassungslosigkeit, die in seiner Stimme zum Ausdruck kam. »Ich bleibe dabei: Das ist keine Mannschaft!«

Und Gauselmann legte angesichts des Debakels noch weiter nach: »Normalerweise müsste man die Spieler in den letzten Partien auf die Tribüne setzen!« Der Hauptsponsor der Lübbecker wirkt mit Blick auf das Handballgeschehen müde, ist es leid, immer und immer wieder aufs Neue enttäuscht zu werden. Die deutlichen Worte, die er gleich mehrfach in Richtung des spielenden TuS-Personals richtete, haben, wenn überhaupt, stets nur kurzfristig Wirkung gezeigt. Reaktionen aus der Mannschaft wirkten aufgrund der zumeist folgenden Pleiten wie Lippenbekenntnisse.

Ein absoluter Problemfall

Handball in Lübbecke: In der Saison 2018/2019 ein absoluter Problemfall. In den letzten Jahrzehnten hat man unterhalb des Wiehens kaum eine schwächere Mannschaftsleistung zur Kenntnis nehmen müssen. Entsprechend groß ist inzwischen auch die Wut der Fans, auch der Treuesten der Treuen, die Woche für Woche weder Zeit, noch Mühen, noch Geld scheuen, um dem TuS N-Lübbecke den Rücken zu stärken. Und der Frust unter ihnen wird von Spiel zu Spiel größer, was immer mehr und deutlichere Äußerungen in den sozialen Netzen unterstreichen. Hier ein Auszug aus den Unmutsbekundungen bei Facebook nach dem Gastspiel am Samstag in Lingen:

Markus G. : Das ist eine Frechheit. Ist es das Ziel: Wie vergrault man Fans und Sponsoren?

Hans K. : Die Zuschauer haben die Nase voll: Die schlechteste Saison seit Jahren!

Kai W. : Mir tun alle Fans leid, die vor Ort waren. Die Spieler sollten sich mal hinterfragen, was sie den Fans, den Sponsoren und dem Umfeld antun.

Helge K .: Vorschlag: Lasst die Zweite die Saison zu Ende spielen.

Marc B.: Es gibt in diesem Verein keine Identifikation mehr.

Tobbe W. : Bitte schmeißt jetzt einige Möchtegern-Profis raus!

Jens W. : Es ist schockierend und beschämend wie Ihr den Verein eiskalt an die Wand fahrt. Dieses Spiel war die nächste Bankrotterklärung! Jungs wie wollt Ihr den Schaden, den Ihr da verzapft, je wieder in Ordnung bringen?

Thorsten H. : Nach dem Spiel haben wir eine Entschuldigung der Mannschaft eingefordert. Sie kam geschlossen um 22 Uhr zu uns und Marian hat ein paar Worte gesagt.

Jens W. : Wir haben nach 40 Minuten den Livestream ausgeschaltet, weil wir die Schnauze voll hatten. Es sind keine Emotionen, keine Leidenschaft und kein Wille für unseren Verein erkennbar!

Pierre G. : In jedem Verein ist der Sportdirektor bzw. Teammanager für die Zusammenstellung des Kaders zuständig. Aber warum hinterfragen die Verantwortlichen dies nicht, sondern nur die Fans.

Philipp R. : Langjährige Fans wenden sich ab!

Bene Sch.: Da muss für nächste Saison ganz schnell personell umdisponiert werden, ansonsten geht ja wirklich alles vor die Hunde.

Michael T. : Und mit dem Kader wollte man Bundesliga spielen...

Carsten B .: Früher haben sich die Leute noch mit dem Verein identifiziert, haben dafür gebrannt, und die Mannschaft war stolz darauf, hier zu spielen.

Mario K. : Schwer, diese Leistung in Worte zu fassen, denn nach dem letzten Heimspiel gegen Rimpar dachte man, es geht nicht noch erbärmlicher und peinlicher. Aber dass diese Versager-Truppe es wirklich schafft, noch einen oben drauf zu setzten, damit habe ich nicht gerechnet.

Marc K. : Einfach mal nicht in die Halle gehen. Interessiert doch eh keinen Spieler, ob wer kommt oder nicht! Ich gebe keinen Cent mehr für diese Leistung aus.

TC S. : Daheim bleiben bringt auch nichts. Plakate machen und still sein.Wir sind für den Verein da, nicht für die Spieler. Ihnen deutlich zeigen, was man von ihnen hält, aber bei Anwesenheit.

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