So., 26.05.2019

Lübbecke überzeugt in Hüttenberg beim 29:27 Warum nicht immer so?

Die Beweglichkeit von Kenji Hövels auf der Spielmacherposition zahlte sich für den TuS N-Lübbecke in Hüttenberg aus.

Die Beweglichkeit von Kenji Hövels auf der Spielmacherposition zahlte sich für den TuS N-Lübbecke in Hüttenberg aus. Foto: Oliver Schwabe

Von Volker Krusche

Lübbecke/Hüttenberg (WB). Sie haben es noch nicht verlernt. Zwar besteht längst kein Grund, in Euphorie zu verfallen, der überzeugende Auftritt beim 29:27 (13:11)-Auswärtssieg beim letztjährigen Erstliga-Mitabsteiger TV Hüttenberg macht aber deutlich, was Einstellung, Geduld und Disziplin für den TuS N-Lübbecke hätten im Saisonverlauf bringen können.

Genau diese drei Gründe führte Interimscoach Heidmar Felixson auch als entscheidend für den Erfolg in Hessen an. Das Duell mit ihrem künftigen Trainer Emir Kurtagic, der aktuell noch auf der Bank der Hüttenberger sitzt, haben dessen künftigen Schützlinge für sich entschieden. Für sie war es mehr noch als für ihre Fans eine Genugtuung, zu zeigen, dass sie es doch noch können. Und Siege schmecken bekanntlich süß, überdecken auch sehr schnell Dinge, die zuvor nicht nach Wunsch gelaufen sind. Die Erleichterung war den TuS-Spielern nach dem Schlusspfiff jedenfalls deutlich anzumerken. Angesichts des abfallenden Drucks wirkten sie anfangs sogar zu erschöpft, um Jubeltänze aufzuführen. Vielmehr sanken sie in die Arme des Mitspielers, wirkten in dem Moment wie stille Genießer.

Erst dominiert die Defensive

Trainer Felixson hatte im Vorfeld der Partie vor der Hüttenberger Deckung gewarnt. Völlig zurecht. Sie prägte aus Sicht der Hausherren über lange Zeit der ersten Hälfte das Geschehen. Aber nicht nur sie. Die Nettelstedter Abwehr stand ihr in Nichts nach. Und so bekamen die gut 1000 Zuschauern zunächst auch nur magere Angriffskost zu sehen. Zu stark waren die beiden Defensiven, als dass sich die Angreifer gut in Szene hätten setzen können. Nach 20 Minuten standen hüben wie drüben lediglich sechs Tore auf der Anzeigentafel. Urplötzlich aber nahm die Partie an Fahrt auf. »Zu Beginn waren wir vorn nicht so beweglich, haben sich beide Mannschaften förmlich ins Spiel reingetastet. Da fehlte auf beiden Seiten auch der Mut«, fasste Heidmar Felixson die Anfangsphase zusammen.

In denn letzten zehn Minuten vor der Pause befreiten sich aber gerade die Lübbecker etwas aus dem gegnerischen Abwehrkorsett, erzielten bis zum Halbzeitpfiff noch sieben Tore. Und es sollte noch besser werden, denn mit Beginn der zweiten Hälfte schüttelten beide Seiten ihre »Zurückhaltung« in der Offensive endgültig ab. Nun kam es einem offenen Schlagabtausch gleich, bei dem der TuS aber die wirkungsvolleren Treffer setzte. Allerdings schüttelte sich Hüttenberg einmal kräftig und war wieder dran. So beim 13:14 nach 11:14 oder 15:16 nach 13:16. Die Gastgeber wussten aber das Geschenk der Unparteiischen in Form von Zeitstrafen gegen den Gast nicht zu nutzen. Jedenfalls hatten die Lübbecker immer wieder passende Antworten parat.

Überzahl konsequent genutzt

Dennoch schafften es die Kurtagic-Schützlinge ein 19:20 in eine 21:20-Führung zu drehen – die erste nach dem 2:0. Die hatte aber nicht lange Bestand, denn beim 24:23 hatte sich der TuS wieder vorbeigeschoben. In der Abwehr wurde weiter gerackert, im Angriff diszipliniert gespielt und konzentriert abgeschlossen. Genau das, was Felixson gefordert hatte. Als es dann viereinhalb Minuten vor Schluss in Person von Ragnar Johannsson erstmals in Halbzeit zwei auch einen Hüttenberger mit einer Zeitstrafe erwischte, folgte gleich die Entscheidung. Lübbecke beantwortete das zwischenzeitliche 25:25 durch Tore von Luka Rakovic, Patryk Walczak und Valentin Spohn und warf sich endgültig auf die Siegerstraße.

»Wir sind alle sehr glücklich, weil all das, was wir uns vorgenommen hatten, aufgegangen ist«, freute sich Coach Felixson. »Nicht nur der Sieg allein, sondern die gesamte Leistung war für die Köpfe der Jungs unfassbar wichtig. Wir waren sehr konsequent in unseren Aktionen, haben, als die Hüttenberger ausglichen, die Nerven bewahrt und die Bälle nicht weggeworfen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6639914?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F