So., 02.06.2019

TuS N-Lübbecke verliert sein letztes Heimspiel gegen den HSC 2000 Coburg Blick in den Spiegel fällt schwer

Der auffälligste Akteur im Trikot des TuS N-Lübbecke in der ersten Halbzeit: Mittelmann Kenji Hövels hatte sich für seinen letzten Auftritt in der Merkur-Arena eine Menge vorgenommen.

Der auffälligste Akteur im Trikot des TuS N-Lübbecke in der ersten Halbzeit: Mittelmann Kenji Hövels hatte sich für seinen letzten Auftritt in der Merkur-Arena eine Menge vorgenommen. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Nicht einmal ein gelungener Abschluss wollte gelingen: Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke hat sein letztes Heimspiel einer rundum verkorksten Saison mit 27:32 (14:15) gegen den HSC 2000 Coburg verloren und dabei wieder einmal die großen Schwächen der vergangenen Monate zur Schau gestellt.

Eigentlich sollte der finale Auftritt in eigener Halle zur einer Art Versöhnung mit den Anhängern werden. Die waren zuletzt mit einem mageren Unentschieden gegen Dessau und einer Klatsche gegen Rimpar schwer enttäuscht worden. Doch aus diesem Vorhaben wurde nichts, stattdessen sorgten die Lübbecker Handballer für etwas keinesfalls Alltägliches. Um herauszufinden, wann der TuS in der 2. Liga nämlich zuletzt zwei Heimspiele hintereinander verloren hatte, mussten doch einige Seiten in den Geschichtsbüchern und Statistiken überblättert werden. Es war im März 1988.

Fans fordern Kampf

Kein Wunder also, dass die Geduld der TuS-Fans Mitte der zweiten Halbzeit aufgebraucht war. »Wir wollen euch kämpfen sehen«, schallte es von den Rängen. Einige Pfiffe folgten, als die 13. Niederlage der Saison mit dem Ertönen der Schlusssirene besiegelt war. »Das haben unsere Zuschauer nicht verdient«, sagte Trainer Heidmar Felixson, den der Spielverlauf sichtlich mitgenommen hatte. Während sich die Spieler schon zur offiziellen Verabschiedung im Zentrum des Spielfeldes versammelten, kauerte der Isländer alleine auf der Bank und schaute mit leerem Blick auf den Hallenboden. »Wir haben die ganze Woche gesagt: Wir wollen jetzt noch einmal 60 Minuten alles geben und am Sonntag in den Spiegel schauen können. Ich glaube allerdings, dass das nicht der Fall sein kann«, begründete Felixson seine große Enttäuschung. Zusammengefasst: Die Lübbecker Mannschaft zeigte also nicht die Einstellung, den Kampfgeist und den Siegeswillen, den sich Felixson – und vermutlich auch die Fans – erhofft hatten.

Nur in der Anfangsphase strahlten die Gastgeber eine gewisse Spielfreude aus, es lief richtig rund für den TuS. Kaum ein Fehler unterlief, die ersten Angriffe führten alle zum Erfolg. Und da auch die Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Joel Birlehm manchen Ballgewinn verbuchen konnte, setzten sich die Lübbecker nach etwa 20 Minuten auf 11:6 ab. Auffällig agierte bis dahin vor allem Kenji Hövels. Dem Spielmacher war anzumerken, dass er sich für seinen letzten Heimauftritt eine Menge vorgenommen hatte. Er zog das Tempo immer wieder an und traf sehr gute Entscheidungen – als Anspieler oder Torschütze. »Es lief am Anfang wirklich gut für mich und auch für die Mannschaft«, sagte Hövels.

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Wir haben komplett den Kopf verloren.

Heidmar Felixson

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Nach der Fünf-Tore-Führung war der TuS aber nicht mehr wiederzuerkennen. Mit einigen personellen Wechseln kam der rote Faden vollkommen abhanden. Der TuS leistete sich nun zahlreiche Fehler und brachte den Tabellendritten aus Coburg so zurück ins Spiel. »Ein Fehlpass, ein misslungener Schlagwurf, ein verworfener Siebenmeter – das war alles in einer Phase. Und von da an haben wir komplett den Kopf verloren«, sagte Felixson und ergänzte: »Das hat die ganzen letzten Wochen geprägt. Wir gehen dann klanglos unter.«

Coburg drehte das Spiel noch bis zur Pause, ging mit einer 15:14-Führung in die Kabine. Nach dem Wechsel wuchs der Vorsprung direkt auf vier Tore beim 18:14 (35.) an. Der Lübbecker Deckung fehlte im gesamten zweiten Durchgang der Zugriff gegen die häufig mit zwei Kreisläufern agierenden Gäste. Vor allem aber die Rückraumspieler Patrick Weber und Tobias Varvne konnten nach Belieben und vor allem ohne große Gegenwehr einnetzen. »Unsere Abwehr war für die 2. Liga nicht akzeptabel«, schimpfte Felixson, der auch mit ansehen musste, wie jeder Abpraller bei Coburg landete. Spätestens beim 23:29 (53.) war die Vorentscheidung gefallen und das Happy End verpasst.

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