Fr., 07.06.2019

2. Handball-Bundesliga: Trainer des TuS N-Lübbecke muss sich nach dem letzten Saisonspiel am Samstag in Aue um seinen Hof kümmern Felixson: Heu statt Handball

Abschiedsgeschenk erwünscht: Heidmar Felixson bestreitet in Aue seine vorerst letzte Partie als Lübbecker Trainer.

Abschiedsgeschenk erwünscht: Heidmar Felixson bestreitet in Aue seine vorerst letzte Partie als Lübbecker Trainer. Foto: Oliver Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Er macht die gewohnt gute Miene (zum bösen Spiel). Heidmar Felixson kann nach außen nichts so richtig aus der Ruhe bringen. Auch nicht die Negativerlebnisse die der Interimstrainer des TuS N-Lübbecke während seines Engagements beim heimischen Handball-Zweitligisten machen musste. Die Enttäuschungen, die er sich zumeist nicht recht anmerken ließ.

Mit dem 38. und letzten Saisonspiel neigt sich nicht nur eine maßlos enttäuschende Meisterschaftsrunde, sondern auch die Hilfsaktion des Isländers dem Ende zu. Klar, dass sich Heidmar Felixson, der nun als Spieler und Trainer am Wiehen aktiv gewesen ist, mit einem positiven Gefühl, mit einem Erfolgserlebnis aus Lübbecke verabschieden will. Die Chance dazu besteht am Samstag um 18 Uhr beim EHV Aue. »Ich wünsche mir, dass wir nochmal alles in dieses Spiel packen, zeigen, dass wir es besser können als bei den beiden letzten Heimpleiten«, sagt Felixson.

Aus dem Vollen schöpfen kann er dabei wohl nicht. Jedenfalls will er bei Valentin Spohn kein unnötiges Risiko eingehen, wenn dessen Leistenprobleme trotz der Rückkehr ins Training am Mittwochabend nicht restlos abgeklungen sind. »Wenn er auch nur leichte Schmerzen hat, wird er nur zuschauen.« Passen muss wohl auch Lübbeckes dritter Torhüter Mats Grzesinski nach einem Pferdekuss am Oberschenkel. »Ungeachtet dessen würde ich mich sehr freuen, wenn mir die Mannschaft ein schönes Abschiedsgeschenk macht«, macht der Coach deutlich.

Badminton und Turnen im Training

Die Trainingswoche beim TuS hatte diesmal ein anderes Aussehen als die zurückliegenden. Bis Mittwoch hatten die Spieler nicht ein Mal den Handball in der Hand. »Ich habe versucht, intensiver auf einen freien Kopf zu setzen. Daher haben wir mal andere Dinge gemacht, haben ein Badminton-Turnier durchgeführt, Fußballtennis gespielt, geturnt«, beschreibt Felixson. Beim Spiel mit dem Federball entpuppten sich Moritz Schade und Marko Bagaric als stärkstes Duo. Beim Turnen waren Radschlag, eine Vorwärts- und eine Rückwärtsrolle sowie ein Handstand gefordert. Dabei zeigte Jens Bechtloff seine Klasse. »Feile besitzt eine unglaubliche Körperbeherrschung. Er konnte alles, selbst auf den Händen gehen. Es gibt wohl keine Sportart, die er nicht kann«, schwärmt Felixson.

Der hatte übrigens für die Sieger des Badminton-Wettbewerbs einen besonderen Preis dabei: »Für jeden gab es ein Zehner-Pack Eier von meinen Hühnern.« Für die und seinen Bauernhof bei Burgdorf hat der 42-Jährige nach Pfingsten wieder mehr Zeit. »Ich bin bei mir Zuhause schon das Schwarze Schaf, weil alle Bauern um mich herum ihr Heu längst eingebracht haben. Bei mir dagegen sieht es aus wie wilde Sau. Das muss ich jetzt schnell ändern.«

Urlaub mit Sonne und Strand

Viel Zeit bleibt dabei aber nicht: »Ab 12. Juni stehen in Hannover drei Wochen Training mit der A-Jugend und dem Perspektivkader an. Die Jungs müssen unbedingt trainieren.« Danach aber stiehlt sich Felxison kurz aus dem Handball-Alltag. »Da werde ich dann mit meiner Frau zwei Wochen die Sonne und den Strand suchen. Aufgrund unserer Hunde und des Hofes darf es aber nicht zu weit gehen.«

Und was wird aus dem Trainer Heidmar Felixson? »Ich bin den Verantwortlichen hier in Lübbecke sehr dankbar, dass ich diese Aufgabe übernehmen konnte, schließlich kann ich viel mitnehmen. Das hat mir auf meinem Weg sicherlich sehr geholfen.« Welcher Weg damit gemeint ist? »Mein Ziel ist es, dauerhaft ein Profiteam zu betreuen. Diese Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Genauso wie derzeit das Training mit den Jugendlichen.« Es sei für ihn etwas Besonderes, wenn man junge Leute formen dürfe. »Gerade auch in den Bereichen Mentalität und Einstellung«, betont Felixson, der stolz darauf sei, aus seiner Schmiede inzwischen sieben Spieler im Burgdorfer Bundesligakader untergebracht zu haben.

Beim Ausblick in die Zukunft fügt Felixson mit einem Augenzwinkern hinzu: »Ich bin für alles offen.« Auch für eine spätere Rückkehr nach Lübbecke? Felixson schmunzelt, dreht sich um und macht sich auf zum Training.

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