Mo., 10.06.2019

TuS N-Lübbecke lässt es beim EHV Aue nach ordentlicher erster Hälfte an der Einstellung mangeln und verliert 27:28 Endlich vorbei!

Stiller Abgang: die Spieler des TuS N-Lübbecke schleichen nach der Pleite vom Parkett. Eine bittere Saison ist zu Ende gegangenen.

Stiller Abgang: die Spieler des TuS N-Lübbecke schleichen nach der Pleite vom Parkett. Eine bittere Saison ist zu Ende gegangenen. Foto: Thomas F. Starke

Von Volker Krusche

Aue/Lübbecke  (WB). Warum sollte es ausgerechnet am letzten Spieltag anders sein? Nein, die Handballer von Zweitligist TuS N-Lübbecke blieben ihrer Linie treu und überließen dem lange Zeit abstiegsbedrohten Gastgeber EHV Aue bei der keinesfalls mehr unerwarteten, aber einmal mehr überflüssigen 27:28 (16:13)-Pleite wie gewohnt beide Punkte.

Nichts wurde es mit einem versöhnlichen Saisonausklang, nichts mit dem Abschiedsgeschenk für den scheidenden Interimstrainer Heidmar Felixson. Dabei hatte sich der Isländer zum Abschluss seines Kurz-Intermezzos am Wiehen doch explizit diesen Sieg gewünscht. Für eine normale Mannschaft mit diesen Qualitäten wäre das in Aue wohl auch kein Problem gewesen, für die Lübbecker aber schon. Was auch Geschäftsführer Torsten Appel konstatierte. »Wenn man nach einer ersten Hälfte, die man eigentlich klar dominiert hat, meint, den Sieg nach der Pause mit weniger als hundert Prozent Einsatz ins Ziel bringen zu können, dann darf man sich nicht wundern, wenn man am Ende mit leeren Händen dasteht. Das Spiel war ein Spiegelbild vieler vorangegangener Partien. Wir können von Glück sagen, dass diese Saison endlich vorbei ist!«

»Handball ist kein Schickimicki«

Auch Heidmar Felixson, der die ersten 30 Minuten »als recht ordentlich« bezeichnete, ging mit seinen Mannen hart ins Gericht. »In der zweiten Hälfte passiert das, was so oft in dieser Saison geschehen ist. Die Jungs denken, sie hätten schon weiß ich was erreicht, geben zehn Prozent weniger – und so nimmt alles seinen Lauf… Handball ist nicht Fußball, Handball ist kein Schickimicki. Leidenschaft und Emotionen gehören zum Handball, das hat aber in der zweiten Halbzeit bei uns zu oft gefehlt!« Die Entscheidungen der Schiedsrichter in der Schlussphase hätten ihm zwar nicht gefallen (»Ich habe nach dem Spiel mit ihnen auch darüber gesprochen«), doch die Niederlage machte er daran nicht fest. »Das war unsere fehlende Einstellung in den zweiten 30 Minuten!«

Nicht selten ist es für eine Mannschaft Gift, wenn sie in den ersten Minuten zu einem Spaziergang eingeladen wird und eine klare Führung hinlegt. 5:0 hieß es nach sechs Minuten für den TuS. Endlich schien mal alles gut zu laufen. Auch nach den ersten beiden Auer Treffern kehrte keine Unruhe ein, antworteten die Lübbecker mit dem 10:6 und 13:9. Und selbst der 12:13-Anschluss der Hausherren ließ die Gäste kalt, die schnell wieder drei Tore zum 16:12 drauflegten.

»Den Resetknopf drücken«

Doch nach dem Wechsel konnte auch der starke Jo Gerrit Genz (7) nicht verhindern, dass der EHV die Lübbecker Einladung zum Mitspielen annahm und sich nicht nur auf Tuchfühlung (15:16) herankämpfte, sondern den Spieß beim 19:17 und 21:18 umdrehte. Ein kurzes Aufflackern des eigenen Könnens bescherte dem TuS beim 24:23 und 25:24 wieder die Führung, die man postwendend aber erneut aus der Hand gab. Und als Eric Meinhardt, der zum besten Spieler der 2. Liga gewählt worden war, mit dem Schlusspfiff zum Siebenmeter antrat und ihn verwandelte, war der größere kämpferische Wille und die bessere Einstellung verdientermaßen belohnt worden.

Nach einer 2:8-Serie aus den letzten fünf Partien bleibt dem TuS N-Lübbecke mit bescheidenen 43:33 Punkten nur ein frustrierender siebter Tabellenplatz. Noch schlimmer aber waren die Leistungen, die dazu führten. Geschäftsführer Appel: »Jeder Spieler muss in der Pause in sich gehen und endlich den Resetknopf drücken.«

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