Mo., 29.07.2019

Der 19-jährige Linkshänder sortiert sich erst einmal auf der Außenbahn ein und schaut bei Positionskollege Peter Strosack ganz genau hin. Mundus: mit Mumm zum Profi

Marvin Mundus will seine neue Aufgabe stemmen. Im Kraftraum möchte das jüngste Mitglied des Lübbecker Kaders die Lücke zu seinen erfahrenen Teamkollegen schließen.

Marvin Mundus will seine neue Aufgabe stemmen. Im Kraftraum möchte das jüngste Mitglied des Lübbecker Kaders die Lücke zu seinen erfahrenen Teamkollegen schließen. Foto: Volker Krusche

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Plötzlich Profi: Marvin Mundus bekommt beim TuS N-Lübbecke die Chance, sich in der 2. Bundesliga zu beweisen. Der steile Aufstieg des 19-jährigen Handballers bringt aber nicht nur sportlich ganz neue Herausforderungen mit sich.

Die Unterschrift beim TuS bedeutete nämlich auch die Verlegung des Lebensmittelpunktes – von Lengerich nach Lübbecke. Bis zum Ende der vergangenen Saison war Mundus mehrmals in der Woche gependelt. Nach der Schule stieg er in den Zug, fuhr über Osnabrück nach Bünde und von dort aus weiter zum Training bei der JSG NSM-Nettelstedt oder bei LiT. »Da habe ich schon zwei Stunden zum Training gebraucht und natürlich auch wieder zurück«, erinnert sich Mundus, der nun aber das Abitur in der Tasche hat und sich noch stärker dem Handball widmen kann.

Umzug nach Gehlenbeck

Dafür ist der Youngster nach Gehlenbeck gezogen, bildet dort mit JSG-Trainer Julian Grumbach eine Wohngemeinschaft. »Alleine wohnen und selbst Wäsche waschen – das ist schon alles anders als bisher«, sagt Mundus, der jetzt aber nur noch fünf Minuten bis zur Halle fahren muss. Ein paar Kilometer mehr nimmt er für sein zweites Standbein auf sich. Bei der Heinzig Group in Rahden absolviert er nämlich eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Eine Entscheidung mit Weitblick: »Ich will etwas in der Hand haben. Es kommt ja noch eine Zeit nach der möglichen Handball-Karriere.«

Diese möchte der Linkshänder möglichst lange in Lübbecke vorantreiben. In einem Umfeld, das er zumindest schon ein wenig kennt. Mundus durfte beispielsweise schon in der Vorsaison mit den Profis ins Trainingslager fahren. Der Kontakt zur ersten TuS-Mannschaft und den Verantwort­lichen gab schließlich auch einen entscheidenden Ausschlag bei den Vertragsverhandlungen. »Ich hatte noch zwei weitere Angebote aus der 2. Liga. Nach drei Jahren hier in der Jugend war der TuS der erste Ansprechpartner für mich«, berichtet Mundus. Und auch die Nähe zur Heimat und der Familie sei ein Faktor gewesen: »Mein Bruder ist neun Jahre alt. Der sieht mich auch sehr gerne.«

Begehrlichkeiten hatte Mundus in der vergangenen Saison geweckt, als er Torschützenkönig in der West-Staffel der A-Jugend-Bundesliga wurde. Mit einer Partie spielte sich das Top-Talent besonders in die Herzen der TuS- und JSG-Fans. Im letzten Heimspiel gegen GWD Minden erzielte er nämlich sensationelle 18 Treffer. »Da war ich hinterher selbst schockiert«, sagt Mundus, der rund um das Nachwuchs-Derby sowieso eine ausgezeichnete Woche erwischte. Gerade wenige Tage zuvor hatte er den Vertrag beim TuS unterzeichnet.

Aus dem Rückraum auf Rechtsaußen

Seine Tore in der Jugend und auch beim Drittliga-Aufstieg mit LiT warf Mundus in der Regel aus dem rechten Rückraum. In Lüb­becke ist das jüngste Mitglied des Kaders aber erst einmal für Rechtsaußen eingeplant. Eine typische Position zum Lernen – und damit kann sich Mundus auch gut anfreunden: »Natürlich möchte ich auf Dauer gerne wieder im Rückraum landen. Doch jetzt bin ich gerade mal zwei Wochen dabei und werde sicherlich keine zu hohen Ansprüche stellen. Ich bin erst einmal froh, dass ich überhaupt diese tolle Chance bekomme.«

Dass Mundus jetzt in einer anderen Handball-Welt angekommen ist, machten die ersten Trainingseinheiten und Testspiele deutlich. »Der Ball läuft viel schneller und körperlich befinden wir uns jetzt auf einem ganz anderen Level als in der Jugend«, sagt Mundus, der für sich schnell erkannt hat: »Da muss ich noch ein bisschen nachholen.«

Damit das gelingt, ist ein individueller Trainingsplan aufgestellt worden. Und für den spielerischen Bereich gibt es wertvolle Tipps von Positionspartner Peter Strosack. »Er kommt häufig zu mir, motiviert mich, gibt mir Selbstvertrauen. Ich schaue bei ihm natürlich auch ganz genau hin, da kann ich mir eine Menge abschauen«, sagt Mundus. Dass Strosack als klare Nummer eins in die neue Saison geht, steht nicht zur Diskussion. Doch genau dort möchte Mundus auch einmal hin.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6814920?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F