Mi., 07.08.2019

Lübbeckes Torwart-Talent Johannes Jepsen (19) hat unter Jan Holpert viel gelernt »Schnelle Entscheidung für den TuS«

Nächste Entwicklungsstufe starten: Lübbeckes neues Talent Johannes Jepsen (links) ist glücklich darüber, Nikola Blazicko als seinen Torwarttrainer an der Seite zu haben.

Nächste Entwicklungsstufe starten: Lübbeckes neues Talent Johannes Jepsen (links) ist glücklich darüber, Nikola Blazicko als seinen Torwarttrainer an der Seite zu haben. Foto: Volker Krusche

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB), Joel Birlehm, Dario Quenstädt, Malte Semisch – allesamt anerkannte Torhüter. Und das Trio hat eines gemeinsam: Lübbecke war der entscheidende Schritt in ihrer Karriere. Das ist auch Johannes Jepsen nicht verborgen geblieben und war für das neue Torwartjuwel des heimischen Handball-Zweitligisten ein wichtiger Aspekt für seinen Wechsel an den Wiehen.

»Das waren aber nicht die einzigen herausragenden Torhüter, die das Lübbecker Trikot trugen«, weiß der 19-Jährige, der aktuell mit der Jugend-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Nordmazedonien spielt und wohl nur im Falle eines frühzeitigen Scheiterns rechtzeitig zum Saisonstart wieder bei seinem neuen Team sein wird.

Als Vierjähriger erst beim Fußball gelandet

Mit seiner Größe von 2,02 Metern bringt der Zweitjüngste im Team von Trainer Emir Kurtagic, der dadurch intern den Posten des Öl- und Harz-Wartes hat übernehmen müssen, beste Voraussetzungen für einen Torhüter mit. Allerdings dauerte es in seiner Kindheit erst ein paar Jahre, ehe der gebürtige Flensburger zum Handball kam und in ihm seine Leidenschaft fand. »Mit drei, vier Jahren habe ich zunächst Fußball gespielt, sowohl auf dem Feld als auch im Tor. Aber irgendwie hat mir das nicht so viel Spaß gemacht.«

Also wechselte Klein-Johannes zum Handball. »Und da war es natürlich naheliegend, zur SG zu gehen.« Bei den Flensburgern absolvierte Jepsen ein Probetraining – und wurde (natürlich) genommen. Nach seiner Zeit in der D-Jugend rückte er in die nächsthöhere Altersklasse. Und dort kam er mit dem Menschen in Kontakt, der seine weitere Entwicklung maßgeblich prägte: Jan Holpert, 245-facher Nationaltorhüter und nicht nur in Flensburg eine echte Ikone.

Torwart-Ikone Holpert formte Jepsen zum Auswahlkeeper

»Er ist mein großes Vorbild. Zu ihm habe ich immer hochgeschaut.« Und vor allen Dingen hat Jepsen von ihm viel gelernt. Kein Wunder also, dass der talentierte Keeper schnell in die Kreis- und Landesauswahl berufen wurde und als B-Jugendlicher die erste Möglichkeit bei einer DHB-Sichtung nutzte. »Da wurde ich sogar ins Allstar-Team gewählt.« Fortan trug er in allen Jahrgangsklasse immer den Adler auf der Brust.

»Und natürlich wuchs nun der Traum vom Handball-Profi in mir.« Seit der C-Jugend achtete man in der Flensburger Akademie neben den sportlichen Talenten auch auf die schulischen Leistungen. »Da haben die genau hingeschaut.« Mussten sie bei Jepsen aber nicht, denn seine Noten passten, so dass er in diesem Jahr erfolgreich sein Abitur ablegte. In die beruflichen Fußstapfen des Herrn Papas, der Arzt ist, zu treten, dürfte aktuell aber eher schwer fallen: »Mein Abi ist in Ordnung, aber dazu reicht mein Schnitt nicht.« Wenn es dann nicht zum Medizinier reicht, »soll es später aber irgendetwas mit Menschen werden«.

Lübbecke statt Barcelona: Jepsen will weiterkommen

Aber dazu ist später noch Zeit. »Jetzt gilt man ganzes Augenmerk erst einmal dem Handball.« Da stand er vor einigen Monaten vor seiner ersten großen Entscheidung. »Ich wusste, dass ich bei der SG hinter Benjamin Buric und Torbjørn Bergerud nur dritter Mann war und keine Chance auf Einsätze bekommen hätte. Da galt es abzuwägen, was für meine Entwicklung das beste ist. Und da fiel die Entscheidung sehr schnell zugunsten des TuS N-Lübbecke«, betont Jepsen, dem auch ein Angebot des großen FC Barcelona vorlag. »Natürlich klingt das toll. Barcelona ist ein Weltklub. Aber ich will Handball spielen. Und da ich – wie in Flensburg – nur dritter Mann gewesen wäre, hätte ich das in der Reservemannschaft in der 2. Liga, die die Stärke unserer 3. Liga hat, tun müssen.«

In Lübbecke hat das TuS-Talent klare Ziele: »Zunächst möchte ich so viele Spielanteile wie möglich bekommen und irgendwann erster Mann werden. Ich werde auf jeden Fall alles geben und richtig Druck machen.« Zu Kollege Peter Tatai hat er ein sehr entspanntes Verhältnis. Ein besonderes Lob hat Jepsen für seinen neuen Torwarttrainer parat: »Nikola Blazicko ist ungemein wichtig für mich.« Er soll helfen, dass Jepsen seine Ziele erreicht: »Ich möchte ein gestandener Bundesligatorwart werden und irgendwann an die Tür zur Nationalmannschaft anklopfen.«

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