Mi., 18.09.2019

Rolf Hermann sieht die Mannschaft in ihrer Entwicklung auf dem richtigen Weg Von allen Seiten ist Geduld gefordert

Rolf Hermann, hier mit Trainer Emir Kurtagic, ist mit seinem Sachverstand sehr wichtig für die Sportliche Leitung des TuS N-Lübbecke.

Rolf Hermann, hier mit Trainer Emir Kurtagic, ist mit seinem Sachverstand sehr wichtig für die Sportliche Leitung des TuS N-Lübbecke. Foto: Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Auch wenn es nur eine abgedroschene Floskel ist, so trifft die Weisheit, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, derzeit jedenfalls auf den TuS N-Lübbecke zu. Golden schien der Eindruck, den viele Fans im Anschluss an die zurückliegende Pleiten-Saison vom Team in der Vorbereitung gewonnen haben. Doch ganz so schnell lässt sich die Vorstellung von einer besseren Zukunft am Wiehen doch nicht in die Wirklichkeit umsetzen. Das betont auch Rolf Hermann, der in Lübbecke an einer hoffnungsvollen Struktur arbeitet und dauerhaft den Part des Sportlichen Leiters übernehmen soll.

»Wir müssen erkennen, wo wir herkommen. Nach dem bitteren Seuchenjahr wird niemand erwarten können, dass mit neuen handelnden Personen nur der Schalter umgelegt und sofort alles besser wird. Ich finde, dass Emir Kurtagic schon für sehr gute Ansätze gesorgt hat. Aber all das, was man zwischendurch wahrnimmt, sind nur kleine Etappenziele auf dem Weg der angestrebten Entwicklung und erhofften Stabilität«, so der gebürtige Lübbecker.

Begehrlichkeiten geweckt

Dem ist völlig klar, dass die Erwartungshaltung nach den Resultaten und Leistungen der Vorbereitung und des Pokalauftritts gegen die Füchse Berlin bereits Begehrlichkeiten geweckt hat. »Aber wir müssen uns dabei doch immer die Frage stellen: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Wie läuft der ganze Prozess? Dabei dürfen wir einfach nicht zu ungeduldig werden, vor allen Dingen aber nicht vergessen, wo her wir kommen. Ich finde jedenfalls, dass eine Entwicklung bereits deutlich zu erkennen ist.« Natürlich fehle es noch an Konstanz. Und natürlich seien die Automatismen der Vorsaison noch nicht gänzlich aus den Köpfen der Spieler verschwunden. Daher werde es angesichts des laufenden Prozesses auch immer wieder mal Rückschläge geben. »Uns ist es aber wichtig, dass die Jungs untereinander bereits sehr viel mehr sprechen, als es vorher der Fall war. Und vor allen Dingen: Sie alle zeigen, dass sie unbedingt wollen«, so der Ex-Nationalspieler.

Man dürfe die Leistungen derzeit nicht nur an den Ergebnissen festmachen. »Die Mannschaft wird von Emir stark gefordert und gefördert. Und sie nimmt seine Hilfen an. Aber man kann nicht von heute auf morgen aus Regenwetter eitel Sonnenschein erwarten.«

Weg der kleinen Schritte

Sein Coach und er hätten das Steuer, um die gewünschte Richtung vorzugeben, jedenfalls fest in ihren Händen. »Wer unserer Auffassung nicht folgt, der muss dauerhaft damit klar kommen, dass wir solange Veränderungen schaffen, bis es bei uns passt! Doch bislang haben wir bei keinem Spieler den Eindruck, dass er unseren Weg nicht mitgeht. Ich kann nur sagen, dass alle versuchen, die Vorgaben bestmöglich umzusetzen. Aber wir sind derzeit eben noch nicht die eingespielte Truppe wie zum Beispiel Hamm, die seit Jahren zusammen ist. Das ist ein Weg der kleinen Schritte. Hier muss man Geduld aufbringen – von allen Seiten.«

Die zweite Halbzeit in Coburg sei unbestritten schlecht gewesen. »Auf alles andere kann man bislang aber aufbauen«, so Hermann. Gerade das Mannschaftsspiel im aufgebauten Angriff müsse allerdings noch mehr in die Köpfe. »Oder besser gesagt, die egoistischen individuellen Aktionen müssen aus ihnen verschwinden.« Phasenweise funktioniere das bereits. »Auch dieser Prozess dauert.«

Team bestimmt Glaubwürdigkeit

Das beinhalte auch, dass jeder einzelne Rückraumspieler wisse, wann er weiterspielen und eben nicht die Entscheidung suchen oder anders herum, die Chance erkennen und abschließen müsse, statt sich in der Pflicht zu sehen und weiterzuspielen. Es brauche einfach Zeit, hierfür das richtige Gefühl zu bekommen.

Wichtig sei für Rolf Hermann zudem, dass das Umfeld nicht nur die eingeschlagene Entwicklung unterstützen, sondern auch verinnerlichen würde, »dass wir finanziell nicht mehr aus der 2. Liga herausstechen. Andere Vereine haben uns beim reinen Spieleretat sogar schon überholt.«

Mit Blick auf die ersten Spieltage und das, was noch käme, sieht Hermann sein Team natürlich in der Pflicht. »Nach der verkorksten letzten Saison bestimmt sie ihre Glaubwürdigkeit selbst!«

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