Fr., 27.09.2019

2. Handball-Bundesliga: Emir Kurtagic findet nach Pleite in Dormagen die richtigen Worte Der unbedingte Wille muss da sein

Nach seiner Daumenverletzung rechnet Trainer Kurtagic mit der Rückkehr von Roman Becvar.

Nach seiner Daumenverletzung rechnet Trainer Kurtagic mit der Rückkehr von Roman Becvar. Foto: Oliver Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Den TuS Ferndorf würde man gern als Kontrahenten bezeichnen, der zur rechten Zeit seine Visitenkarte in der Merkur-Arena abgibt. Aber gibt es solche Gegner in der 2. Handball-Bundesliga überhaupt noch? Kaum. Angesichts der Wundertüte, in die man beim TuS N-Lübbecke häufig schauen muss, bei ihm daher wohl auf gar keinen Fall.

Wenn die Rothemden am Samstag auf eigener Platte gegen den letztjährigen Aufsteiger in ihr drittes Heimspiel der noch jungen Spielzeit starten, dann erwartet dennoch jeder einen Sieg. Da ist es auch egal, ob man dabei auf einen unangenehmen Gegner trifft oder nicht. »Das spielt keinerlei Rolle. Wer ist den angenehm, wer unangenehm. Erst recht, wenn er ums Überleben kämpft«, beugt Trainer Emir Kurtagic jeglichen Ausreden schon vor dem Anpfiff vor. »Jeder weiß allerdings genau, dass es gerade diese Klubs sind, die so manch favorisiertes Team zum Stolpern bringen. Aber nur, wenn es das zulässt.« Heißt:

»Ansehnlichen Handball zeigen«

Die Lübbecker, die nach ihrer Pleite aus der Vorwoche in Dormagen, als sie bei eben einem solchen unberechenbaren und stets aufopferungsvoll kämpfenden Kontrahenten unter die Räder kamen, sind zur Wiedergutmachung verdammt. Spielmacher Lukasz Gierak nimmt diese Rolle auch an: »Wir wollen gewinnen. Aber nicht nur das. Wir wollen auch guten und ansehnlichen Handball spielen!« Um das zu schaffen, darf man nach ein paar Fehlaktionen die Köpfe nicht im Kollektiv hängen lassen und damit die Zügel leichtfertig aus der Hand geben. Zudem muss auch mal der Killerinstinkt durchkommen, der aus einer Fünf-, Sechs-Tore-Führung ein noch deutlicheres Polster werden lässt, statt den Gegner durch plötzlich fehlende Prozente selbst wieder aufzubauen.

»Oft ist es für den Erfolg abhängig, sich zu opfern«, führt Coach Kurtagic auch mit Blick auf die Unterschiede im letzten Spiel an. »Fehlen bei uns ein paar Prozente, werden wir uns gegen jeden Gegner schwer tun.« Daher fordert der TuS-Trainer auch: »Wir müssen zeigen, was wir wollen. Wir sind es, die agieren müssen! Und wir selbst machen aus einem Team einen unangenehmen Gegner.«

Aus den Vollen schöpfen

Vor dem Montagtraining habe man noch mal über das wenig befriedigende Gewesene gesprochen. »Dann galt die volle Aufmerksamkeit aber schon unserem nächsten Spiel. In das müssen wir einfach mehr investieren und Ferndorf klarmachen, dass wir den Sieg mehr wollen.« Qualität würde sich nur durchsetzen, wenn auch alles andere stimme. »Insbesondere der Wille!«

Personell sieht es so aus, als wenn Emir Kurtagic wieder aus den Vollen schöpfen kann. »Bei Roman Becvar wurden die Fäden gezogen. Ich bin optimistisch, dass er am Samstag dabei ist.« Gegen einen Gegner, der in der eher offensiveren Abwehr zumeist das Eins-gegen-Eins suche und dann nur auf die Fehler des Gegners warten würde. »Die spielen mit großer Leidenschaft. Da müssen wir vorn Räume schaffen, aus der Tiefe kommen und den Ball nicht drucklos vor der Abwehr herspielen«, so Kurtagic. »Es wird aber auch wichtig sein, dass wir nicht mehr so extrem viele hundertprozentige Chancen auslassen, wie in den letzten Spielen.«

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