Fr., 04.10.2019

2. Bundesliga: Kreisläufer bei 19:26-Niederlage in Gummersbach mit Blackout Walczaks Fehlgriff mit Folgen

War maßgeblich an der TuS-Niederlage beteiligt: Patryk Walczak (links, neben Dominik Ebner) sah in Gummersbach Rot plus Zeitstrafe.

War maßgeblich an der TuS-Niederlage beteiligt: Patryk Walczak (links, neben Dominik Ebner) sah in Gummersbach Rot plus Zeitstrafe. Foto: Oliver Krato

Von Marc Schmedtlevin

Gummersbach/Lübbecke (WB). Die Serie wird länger: Das 19:26 (9:10) beim VfL Gummersbach bedeutete für den TuS N-Lübbecke die dritte Niederlage nacheinander. Das Schlimmste aus Sicht des heimischen Zweitligisten: Die Spieler selbst nahmen sich mit Fehlern und vor allem Undiszipliniertheiten die Chance auf ein Erfolgserlebnis.

Sechs Minuten reichten am Mittwochabend aus, um eine bis dahin vollkommen ausgeglichene Partie zu entscheiden. Zunächst kassierte Lübbeckes Dominik Ebner eine Zeitstrafe (47.), noch in der selben Minute stellte Marvin Sommer per Siebenmeter für Gummersbach auf 17:15. Auf der anderen Seite scheiterte Valentin Spohn mit seinem Abschluss an Torhüter Matthias Puhle (48.).

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Emotionen will ich von den Jungs sehen, aber keinesfalls so. Das können wir uns einfach nicht erlauben.

TuS-Coach Emir Kurtagic über den Blackout von Patryk Walczak

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Und spätestens die kommenden Szenen in der TuS-Hälfte brachten die Gäste vollkommen vom Weg ab. Patryk Walczak sah für ein Foul die rote Karte, zeigte den Schiedsrichtern daraufhin den Vogel und kassierte noch eine zusätzliche Zeitstrafe (49.). Trainer Emir Kurtagic stürmte hinter seinem Kreisläufer her, schüttelte ihn und deutete auf den noch knappen Spielstand auf der Anzeigetafel. »Ich war eigentlich sehr ruhig während des Spiels, doch in der Szene war ich außer mir«, schilderte Kurtagic und fügte hinzu: »Emotionen will ich von den Jungs unbedingt sehen, doch keinesfalls so. Das können wir uns einfach nicht erlauben.«

Gummersbach setzt sich in Überzahl ab

In Überzahl setzte sich Gummersbach bis zur 52. Minute auf 20:16 ab. Die Lübbecker erholten sich von diesem Rückschlag nicht mehr und ergaben sich ihrem Schicksal. »Es waren diese Aktionen, durch die wir auseinandergebrochen sind. Wir haben uns selbst geschwächt und uns alle Chancen genommen. Der Ballon, den wir bis dahin aufgeblasen hatten, zerplatzte«, sagte Kurtagic.

Mit dieser Aussage spielte der Trainer auf die zuvor gezeigten 45 Minuten an. Der TuS hatte die erste Hälfte offen gestaltet und ein Tor Vorsprung mit in die Pause genommen. Nur neun kassierte Gegentore unterstrichen die gute Abwehrarbeit. »Das war sehr gut. Wir haben es nur nicht geschafft, daraus vorne ein Polster zu erspielen«, bemängelte Kurtagic. Beim Stand von 12:10 (33.) ergab sich für dessen Team die Möglichkeit, auf drei Treffer davonzuziehen. Marian Orlowskis Wurf knallte aber gegen die Latte und läutete somit schon ganz langsam die spätere Wende ein.

Kurtagic kündigt harte Trainingseinheiten an

Mit 5:9 Punkten nach sieben Spielen bleiben die Lübbecker zunächst im unteren Tabellendrittel hängen. Panik kommt deswegen bei Coach Kurtagic noch nicht auf, doch auch er weiß nun natürlich um den Ernst der Lage: »Der Druck wird jetzt natürlich größer. Nach der guten Vorbereitung sind wir mit breiter Brust durch die Stadt gelaufen, jetzt passen wir uns eher dem aktuellen Wetter an.« Nur harte Arbeit im Training und am Spieltag könne nun helfen und die erkennbare Verunsicherung vertreiben. Alibis lasse Kurtagic jedenfalls nicht gelten: »Wir haben die Situation selbst verursacht, also müssen wir sie jetzt auch selbst lösen.«

Das kommende Heimspiel (Samstag, 12. Oktober) dürfte also von enormer Bedeutung sein und die Richtung für die folgenden Wochen vorgeben. Der Gegner ist ausgerechnet der TV Hüttenberg. Der Klub, den Kurtagic noch bis zum Ende der vergangenen Saison trainierte.

VfL Gummersbach: Ivic (5/1 Paraden), Puhle (2 P.) – Schröter (2), Fanger, Dayan, Baumgärtner, Blohme, Kontrec, Sommer (7/4), Hermann (7), Herzig, Meinhardt, Villgrattner (1), Stüber (6), Becker, Bozovic (3)

TuS N-Lübbecke : Tatai (3 P.), Jepsen (3 P.) – Becvar (2), Genz (2), Walczak, Bechtloff (1), Ebner (3), Gierak, Strosack (4/2), Mundus, Spohn (2), Schade (1), Orlowski (3/1), Speckmann (1)

Schiedsrichter : Thomas Kern und Thorsten Kuschel

Zuschauer : 3026

Spielfilm : 1:0, 1:2, 3:2, 3:3, 5:3, 5:4, 6:4, 6:5, 7:5, 7:7, 8:7, 8:8, 9:8, 9:10 (Hz.) – 9:11, 10:11, 10:12, 12:12, 12:13, 14:13, 14:15, 18:15, 18:16, 21:16, 21:17, 23:17, 23:18, 26:18, 26:19

Siebenmeter : 4/4 : 4/3 (Orlowski scheitert an Ivic, 21.)

Strafminuten : 6:10 (Becker 16., Kontrec 21. und 28. – Walczak 7., 24. und 2 x 49., Ebner 47.)

Rote Karte: Walczak (49.)

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