So., 06.10.2019

2. Handball-Bundesliga: Die Maßnahme des TuS N-Lübbecke hat »disziplinarische Gründe« Walczak landet auf der Tribüne

Auf die Abwehrdienste von Patryk Walczak (Mitte) wird der TuS N-Lübbecke im nächsten Heimspiel verzichten.

Auf die Abwehrdienste von Patryk Walczak (Mitte) wird der TuS N-Lübbecke im nächsten Heimspiel verzichten. Foto: Thomas F. Starke

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Die gute Laune ist schon länger abhanden gekommen, jetzt wird die Lage beim TuS N-Lübbecke aber richtig ernst. Der Handball-Zweitligist hat Kreisläufer Patryk Walczak für das kommende Heimspiel gegen den TV Hüttenberg (Samstag, 19 Uhr) aus dem Kader gestrichen .

»Die Maßnahme hat disziplinarische Gründe«, berichtet der Sportliche Leiter Rolf Hermann. Gemeint sein dürfte damit wohl Walczaks Fehlverhalten beim Spiel in Gummersbach (19:26) am vergangenen Mittwoch. Für eine Abwehraktion sah der Innenblock-Spieler zunächst die rote Karte und kassierte zudem auch noch eine weitere Zeitstrafe, da er den Schiedsrichtern den Vogel zeigte. Von da an verlor der TuS den ­Faden und ein bis dahin noch offenes Spiel deutlich.

Verhalten nicht akzeptabel

Die Lübbecker Verantwort­lichen scheinen nun nach drei Niederlagen in Folge ein Zeichen setzen zu wollen. »Patryk ist gewiss nicht der Sündenbock und ist auch nicht alleine für die Niederlage in Gummersbach verantwortlich. So ein Verhalten, das der Mannschaft nicht hilft, sondern schadet, können wir aber nicht akzeptieren«, sagt Hermann und wird noch etwas konkreter: »Wir wollen von den Jungs auf jeden Fall Emotionen sehen, allerdings nicht an der falschen Stelle. Von den erfahrenen Spielern erwarte ich einfach, dass sie sich in den entscheidenden Situationen im Griff haben.«

Genau zu diesen erfahrenen Spielern kann Walczak als polnischer Nationalspieler sicherlich gezählt werden. Dass er sich von seinen Emotionen leiten ließ, hat nun ein Nachspiel: Der 27-Jährige wird gegen Hüttenberg auf der Tribüne Platz nehmen. Am Trainingsbetrieb bis dahin soll Walczak aber ganz normal teilnehmen.

Führungsriege hofft auf Reaktion

Die TuS-Führungsriege erhoffe sich von diesem in der Vergangenheit selten bis gar nicht gewählten Schritt eine Reaktion des Teams. Es solle wieder enger zusammenrücken. Ob genau das der Effekt sein wird, bleibt bis zum Heimspiel am Samstag abzuwarten. Zumal es für die Lübbecker beim aktuellen Stand von 5:9 Punkten und Tabellenplatz 15 gegen Hüttenberg um eine Menge geht. »Die Spiele werden jetzt nicht leichter. Die Jungs haben es aber selbst in der Hand, alles wieder in eine positive Richtung zu lenken«, sagt Hermann, der zuversichtlich bleibt: »Wenn die Grundeinstellung so ist wie in den ersten 45 Minuten in Gummersbach, dann werden sich die Spieler belohnen.«

Rein sportlich steht fest: Die Denkpause für Walczak nimmt dem TuS einen festen Bestandteil des Offensivspiels. Mit Moritz Schade bleibt nun nur noch ein Spieler für den Kreis übrig. Lukasz Gierak und der zuletzt angeschlagene Marko Bagaric könnten kurzzeitige Alternativen sein. Im ­Deckungszentrum, wo Walczak große Spielanteile bekommt, werden ebenfalls andere Spieler gefordert sein, die Lücke zu schließen.

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