Fr., 11.10.2019

Emir Kurtagic, Trainer des TuS N-Lübbecke, erwartet von seinen Spielern eine bessere Chancenverwertung. Fokus auf der großen Baustelle

Die TuS-Offensive um Roman Becvar (Mitte) muss die Chancen besser nutzen. Patryk Walczak (rechts) darf nicht mitwirken.

Die TuS-Offensive um Roman Becvar (Mitte) muss die Chancen besser nutzen. Patryk Walczak (rechts) darf nicht mitwirken. Foto: Oliver Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). So schnell kann’s gehen: Vor einer Woche erst an einer ehemaligen Wirkungsstätte im Einsatz, trifft Emir Kurtagic mit seinem TuS N-Lübbecke sieben Tage später erneut auf ein Team, bei dem er als Trainer schon auf der Bank saß. Nach dem VfL Gummersbach stehen seine Zweitliga-Handballer am Samstag in der Merkur-Arena ab 19 Uhr nun dem TV Hüttenberg gegenüber.

Freundschaften haben aber zumindest während der 60 Spielminuten keinen Platz für den TuS-Coach: »Für beide Mannschaften ist es in der aktuellen Verfassung ein sehr wichtiges Spiel. Wir wollen und wir müssen dieses Duell gewinnen!« Ob er das gegnerische Team nun besser oder schlechter kennen würde, spiele für ihn in der jetzigen Situation keine Rolle. »Wir dürfen nur auf uns schauen, müssen zurzeit aber nicht über Taktik reden. Der Grund für unsere Misere liegt einzig und allein im Auslassen klarster Möglichkeiten. Unsere Chancenverwertung ist einfach katastrophal. Die hat uns schon einige Punkte in dieser Saison gekostet«, weiß Emir Kurtagic genau, wo er den Finger in die Wunde drücken muss. »Auch wenn es nicht immer gut aussehen mag, so arbeitet unser Angriff ja fast immer bis zur klaren Chance. Nur damit gehen wir zu fahrlässig um.« Genau hier läge der Schlüssel zum Erfolg – oder der Grund für den Misserfolg. »Wir haben jetzt drei Negativerlebnisse hintereinander gehabt. Diese Serie gilt es zu beenden und mit einem Sieg Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf zu tanken.«

Walczak schaut zu

Personell kann Coach Kurtagic dabei aus den Vollen schöpfen. Bis auf Patryk Walczak, der aus disziplinarischen Gründen für ein Spiel auf die Tribüne verbannt und zum Zuschauen verdammt wurde . »Es geht bei der Maßnahme darum, dass der Spieler erkennt, was er sich nicht leisten darf«, sagt Kurtagic. An diesem nagt derweil nach wie vor die überflüssige Pleite in Dormagen, bei der sein Team es an den Grundvoraussetzungen hatte fehlen lassen. »Es hat noch nie jemand ein Spiel im Voraus gewonnen. Mit einer solchen Einstellung bekommt man in dieser Liga umgehend die Quittung.« Die Ferndorf-Heimschlappe sei nur die Folge des Auftritts in Dormagen und der daraus entstandenen Unruhe und Verunsicherung gewesen. »Es wird einfach brenzlig, wenn man den Weg der Kontraproduktivität wählt. Das Bittere ist, dass wir die Ursache selbst herbeigeführt haben.« Und dabei in Selbstmitleid zu verfallen, dürfe nie eine Option sein, wie der Trainer findet: »Nur wir selbst können uns da rausziehen!«

Kurtagic sieht Angst bei den Spielern

Emir Kurtagic hebt bewusst hervor, »dass dieses Team Qualität hat. Nur eben aktuell nicht. Wenn wir über Qualität reden, erwarte ich auch entsprechende Abgeklärtheit vor dem Tor. Was wir aber derzeit zeigen, ist Angst.« Jeder Spieler müsse sich mit dem Handwerk Handball mehr beschäftigen. »Dann können wir auch wieder Glücksgefühle entwickeln«, vermutet Kurtagic und geht noch einmal auf die derzeitige Chancenverwertung ein: »Wir kennen unser Problem. Und es ist eins, das jeder Spieler abstellen kann.« Klar sei nämlich auch: »Mit der Leistung unserer Abwehr und unserer Torhüter müssten wir einige Punkte mehr auf dem Konto haben.«

Der kommende Gast stelle zweifellos keine Übermannschaft dar. »Aber eine, die Leidenschaft und Willen in den Vordergrund rückt. Wenn wir nicht eine ähnliche Bereitschaft an den Tag legen, werden wir es gegen diesen unangenehm zu bespielenden Gegner schwer haben«, blickt Kurtagic auf das richtungsweisende Heimspiel am Samstag voraus. Tabellennachbar Hüttenberg agiere mit einer gut formierten 3:2:1-Abwehr. »Gegen die müssen wir nur unsere Bälle reinmachen. Dann gewinnen wir auch. Ansonsten wird die Unsicherheit noch größer«, sagt Coach Kurtagic.

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