2. Handball-Bundesliga: Der TuS N-Lübbecke meldet sich mit einem 25:20-Heimsieg gegen den TV Hüttenberg zurück
Jepsen entfacht das Feuer

Lübbecke (WB). In Vergessenheit geratene Glücksgefühle: Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke hat die Negativserie mit einem 25:20 (12:10)-Erfolg gegen den TV Hüttenberg gestoppt. Entscheidenden Anteil daran hatten in einer unterhaltsamen Schlussphase vor allem ein Torhüter und ein Feldspieler.

Sonntag, 13.10.2019, 13:43 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 10:40 Uhr
Die gute Laune beim TuS N-Lübbecke ist zurück. Im Mannschaftskreis bespringt Peter Strosack Matchwinner Johannes Jepsen. Foto: Oliver Krato
Die gute Laune beim TuS N-Lübbecke ist zurück. Im Mannschaftskreis bespringt Peter Strosack Matchwinner Johannes Jepsen. Foto: Oliver Krato

Als sich die Zuschauer mit Beginn der 60. Spielminute von ihren Sitzen erhoben und lautstark Beifall klatschten, stand fest: Lübbecke kann noch feiern. Mit Handball-Leckerbissen waren die Fans in den vergangenen Wochen nicht verwöhnt worden. An diesem Abend wusste das TuS-Team auf dem Spielfeld aber wieder einmal zu überzeugen. Nicht unbedingt mit spielerischer Kunst, jedoch mit großer Leidenschaft und dem unbedingten Siegeswillen.

»Einige«, lautete die Antwort von Valentin Spohn auf die Frage, wie viele Steine ihm aufgrund des Heimsieges vom Herzen gefallen seien. Der Rückraumspieler war einer der Lübbecker Matchwinner. In der Schlussphase hatte Spohn nämlich zum wiederholten Male Verantwortung übernommen. Drei Treffer steuerte er ab der 51. Minute bei und verhalf dem TuS auf diese Weise zu einem doch noch beruhigenden Vorsprung. »Wir haben zum Glück die Ruhe bewahrt. Als wir zwischendurch die Führung wieder verspielt hatten, dachte ich: Das kann doch nicht wahr sein«, sagte Spohn.

Spannung beim 19:19

Mit dieser Aussage meinte er Minute 50, in der die Gäste aus Hüttenberg plötzlich auf 19:19 stellten. Dabei hatten die Lübbecker zuvor alles im Griff, waren einer Vorentscheidung schon ganz nah. Jens Bechtloffs Treffer zum 17:12 (39.) wurde wegen des Stehens im Kreis allerdings aberkannt. Daraufhin begann zumindest vorübergehend das große Zittern.

Doch in einer Phase, in der die Lübbecker an den vergangenen Spieltagen wohl eingebrochen wären, drehten sie dieses Mal noch einmal auf. Trainer Emir Kurtagic wusste offensichtlich, was zu tun war. Er wechselte beim Unentschieden Johannes Jepsen ein. Der Youngster sollte sein Tor von da an vernageln, kam in den zehn Minuten auf fünf teilweise spektakuläre Paraden – zwei davon per Siebenmeter. Deswegen wusste die Teamkollegen auch genau, bei wem sie sich nach dem Abpfiff zum Jubeln versammelten.

Torhüter kommt in Lübbecke an

Spätestens jetzt schien der Sommer-Zugang aus Flensburg richtig in Lübbecke angekommen zu sein. »Es freut mich natürlich riesig, dass ich dem Team helfen konnte – vor allem vor eigenem Publikum. Der Sieg tut uns richtig gut«, sagte Jepsen, der sich auch auf die Mithilfe seiner Mitspieler verlassen konnte. Bei seinem zweiten gehaltenen Siebenmeter gab es zum Beispiel den entscheidenden von Dominik Ebner, der lange mit Hüttenbergs Schütze Robin Hübscher zusammen gespielt hatte. »Dominik hat mir die Ecke angezeigt, das habe ich noch im Augenwinkel gesehen«, berichtete Jepsen, der nach seiner Parade gleich zum Abklatschen zu Ebner lief.

Auch bei Emir Kurtagic stellte sich wieder bessere Laune ein, der TuS-Trainer lobte vor allem seine Mannschaft: »Die Jungs hatten immer einen Plan und hatten eigentlich alles unter Kontrolle. Ich freue mich über die Entwicklung in einer schwierigen Situation.« Nur einen Kritikpunkt mussten sich die Lübbecke erneut gefallen lassen: Die Chancenverwertung ließ weiterhin zu wünschen übrig. Unter anderem wurden vier Siebenmeter verworfen. Genau deswegen war es am Ende überhaupt noch einmal so spannend geworden.

Der TuS legte gegen zunächst harmlos agierende Gäste eine 5:1-Führung vor (11.). Diese war aufgrund einiger ungenauer Abschlüsse aber bald dahin. Nur zwei Tore Vorsprung nahm Lübbecke mit in die Pause. Danach war es vor allem Jo Gerrit Genz, der bis dahin schon am auffälligsten im Angriff agierte und seinem Team wieder zu einer Vier-Tore-Führung verhalf (38.). Die Vorentscheidung war das wie beschrieben noch nicht. Das Happy-End und das Jubeln im Kreis gab es aus Sicht der Gastgeber aber. Sie hatten es schon beinahe vergessen.

Statistik

TuS N-Lübbecke : Tatai (8 Paraden), Jepsen (6/2 Paraden; 22. bis 26. und ab 50.) – Brune (n.e.) Becvar (2), Genz (6), Bechtloff (3/1), Ebner (1), Gierak, Bagaric, Strosack (3), Mundus (n.e.), Spohn (5), Schade (3), Orlowski (2), Speckmann (n.e.) TV Hüttenberg: Weber (12/4 Paraden), Plaue (n.e.) – Fuß (4), Sklenak (1), Lambrecht (1), Rompf, Zörb (1), Fernandes (2), Mubenzem (1), Hübscher (2), Zintel (3/1), Klein (1), Schreiber (4)

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6996962?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F
Auch in der Bundesliga mutig sein
DSC-Trainer Uwe Neuhaus (blaues Shirt) begrüßte seine Bundesligamannschaft zum ersten Training. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker