Do., 17.10.2019

Für Geschäftsführer Kalusche ist die Lübbecker Kreissporthalle eine Übergangslösung GWD dankt dem TuS

Die Lübbecker Kreissporthalle wird mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Februar 2020 zwei Bundesligisten beheimaten.

Die Lübbecker Kreissporthalle wird mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Februar 2020 zwei Bundesligisten beheimaten. Foto: Thomas F. Starke

Von Volker Krusche

Minden/Lübbecke (WB). Der Umzug von GWD Minden in die Lübbecker Kreissporthalle scheint nach Bekanntwerden des Endes der Kampa-Halle zum Jahresende beschlossene Sache. Dabei haben aber weder die Grün-Weißen, noch der etatmäßige »Hausherr« TuS N-Lübbecke das letzte Wort, sondern der Kreis Minden-Lübbecke als Halleneigentümer. Allerdings zweifelt keiner daran, dass er es dem Erstligisten verwehren wird, seine Meisterschaftsspiele beim Lokalrivalen auszutragen.

Inzwischen haben auch schon erste Gespräche zwischen den beiden Vereinen stattgefunden, wie Mindens Geschäftsführer Markus Kalusche im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte. »Wir dürfen uns bei Torsten Appel und dem TuS N-Lübbecke dafür bedanken, dass man uns in dieser Notsituation, die wir ja nicht selbst verschuldet haben, sofort helfend die Hand gereicht hat. Es ist wichtig zu wissen, dass man so gute Kontakte zum Nachbarn hat.«

Die HBL ist informiert

Mit der Handball-Bundesliga (HBL) hat es dagegen (noch) keine Kontaktaufnahme gegeben. »Die HBL ist allerdings über unser Dilemma informiert, einem Umzug nach Lübbecke dürfte aus ihrer Sicht aber nichts entgegen sprechen. Für uns ist die Kampa-Halle zwar lizenziert, es dürfte aber kein Problem sein, dies ab Januar auf die Halle in Lübbecke umzuschreiben«, so Kalusche weiter. Auch in Sachen Spielplan ist der GWD-Geschäftsführer zuversichtlich gestimmt. »Unsere Spiele wären donnerstags oder sonntags, die des TuS am Freitag oder Samstag. Es gäbe also keine Terminkollisionen.«

Wie sein Lübbecker Kollege sieht Markus Kalusche für beide Seiten zudem durchaus Sparpotenzial. »Wenn man beispielsweise den Boden nur einmal verlegen oder die Tribünen einmal aufbauen müsse. Aber das sind letztlich Details. Soweit sind wir aktuell noch nicht.«

Das einzige Problem, das sich aktuell noch stellen würde, wäre die Berücksichtigung der Werbung beider Vereine. »Man mietet die Kreishallen immer werbefrei, wird sich also Gedanken machen müssen, wie man beiden Seiten gerecht wird. Die vorhandene Werbung müsste sich demnach neutralisieren. Ich denke aber, dass man auch hier schnell eine Lösung zwischen beiden Vereinen findet.«

Große Solidarität

Bei der LED-Bande, über die die Mindener verfügen, müsse man sich ebenso wenig Gedanken machen, wie über die Videowand. Auch in Sachen Technik sieht Kalusche nichts Unlösbares. »Das haben wir alles bereits mit Lübbecke durchgesprochen.« Die vom TuS aktuell nicht benötigten Kabel für Sky-Übertragungen sind jedenfalls nach wie vor vorhanden.

Markus Kalusche glaubt indes nicht daran, dass Dauerkarteninhaber von GWD ihre Tickets zurückgeben oder Sponsoren ihre Zusagen nicht einhalten würden. »Bislang hat sich keiner an uns gewandt oder so etwas geäußert. Alle erkennen unsere Notlage und zeigen sich solidarisch mit uns.«

Auch über die Zuschauerzahlen in Lübbecke macht sich der GWD-Verantwortliche keine Gedanken. »Wir haben in der Rückrunde sehr attraktive Gegner zu Gast. Kiel kommt, Magdeburg kommt. Und auch Hannover oder die Füchse sind bestimmt nicht die schlechtesten Adressen. Das interessiert sicherlich viele Handballfans.«

Ungeachtet dessen macht Kalusche deutlich: »Lübbecke ist und bleibt eine absolute Übergangszeit.« Von seinen noch im Sky-Interview geäußerten Befürchtungen, dass an der Weser die Bundesliga-Lichter durchaus ausgehen könnten, weicht der Geschäftsführer aber (noch) nicht ab. »Bis die Multihalle steht, werden ein paar Jahre ins Land ziehen. Uns ist klar, dass das eine große Herausforderung ist. Was mir Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass jeder GWD auf diesem Weg helfen möchte.«

Minden wirkt vorbereitet

Erforderlich, dass seine Ängste schwinden, wäre aber die erfolgreiche Umsetzung einer angedachte Übergangslösung: eine temporäre Halle , die für die Bauzeit der geplanten Multihalle für den Bundesliga-Handball bei einem Fassungsvermögen von 3.500 Zuschauern als Alternative errichtet werden soll. »Das wäre die erhoffte Zwischenlösung. Finanziell lägen wir damit bei einem Umfang im mittleren einstelligen Millionenbereich«, so Kalusche. Dafür bräuchte man aber auch ein etwa 15000 qm großes Areal.

Der Geschäftsführer sieht GWD insgesamt aber gut vorbereitet. »Wir haben die Zeit seit dem Bekanntwerden der Problematik genutzt und uns so optimal wie möglich, auf das Szenario vorbereitet.« Den Kreis Minden-Lübbecke werde er aber nicht an den Pranger stellen. „Wir haben im Kreis seit Jahrzehnten einen guten Vermieter gehabt und sollten mit ihm auch partnerschaftlich eine gute Lösung herbeiführen können.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7006043?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F