Fr., 18.10.2019

Emir Kurtagic erwartet von seinen Spielern einen selbstbewussten Auftritt Messer zwischen den Zähnen

Marko Bagaric schreit seine Erleichterung heraus, klatscht sich mit Jens Bechtloff ab. In Bietigheim soll das nächste Erfolgserlebnis folgen.

Marko Bagaric schreit seine Erleichterung heraus, klatscht sich mit Jens Bechtloff ab. In Bietigheim soll das nächste Erfolgserlebnis folgen. Foto: Oliver Krato

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Wie schwer es ist, nach dem Abstieg aus der 1. Handball-Bundesliga im Unterhaus Fuß zu fassen, hat der TuS N-Lübbecke in der zurückliegenden Saison am eigenen Leibe erfahren müssen. Neben ihm aber auch Mitabsteiger TV Hüttenberg und in dieser Serie zudem der VfL Gummersbach sowie die SG BBM Bietigheim. Bei der gastieren die Mannen von Emir Kurtagic am Samstag.

Und die Hausherren stehen dabei deutlich mehr unter Druck, als ihre Gäste aus Ostwestfalen. Zwar haben die Württemberger einen Punkt mehr als der TuS auf ihrem Konto, daheim sprang bislang jedoch noch kein einziger Sieg heraus. Niederlagen zu Beginn gegen Hamm und Essen folgten in den Heimspielen drei und vier jeweils Unentschieden gegen Eisenach und Hamburg. Im fünften Versuch soll es nun aber klappen. Unterstützung erhoffen sich Bietigheims Handballer von ihren Zuschauern, denn seit zwei Jahren steigt in der EgeTrans-Arena erstmals wieder ein Doppelspieltag: zunächst die Bundesliga-Frauen um 15.15 Uhr in der Champions League gegen Tabellenführer Brest Bretagne, um 18.30 Uhr dann die Männer gegen den TuS N-Lübbecke.

Drittstärkste Spielklasse

»Ich denke, wir können uns gegenseitig zum Sieg pushen«, sagt SG-Kapitän Jan Asmuth. »Wir sollten langsam da sein, wo wir hinwollen. Ich glaube daher fest an unseren ersten Heimsieg.«

Handball in Liga zwei, das sei längst nicht mehr das, was es vielleicht noch vor fünf, sechs Jahren gewesen sei. »Damals bist du zur Hälfte der Gegner gefahren und hast gewusst, dass du gewinnst. Aber die 2. Bundesliga ist deutlich stärker geworden. Ich sehe sie hinter der 1. Liga und der französischen Liga als drittstärkste Klasse in Europa«, so Lübbeckes Trainer Emir Kurtagic. Allerdings werde in der ersten Bundesliga ein ganz anderer Handball gespielt, als in der zweiten. »Das ist auch ein Grund, warum die Absteiger erst einmal im Unterhaus ankommen, sich zurecht finden müssen.«

Von Favoritenrolle für Gastgeber Bietigheim will Kurtagic nichts hören. »Für mich ist Favorit das Unwort der 2. Liga.« Natürlich erwartet seine Truppe ein starker Gegner. Einer, der in der zurückliegenden Saison erst am letzten Spieltag in allerletzter Sekunde abgestiegen ist, mit Ex-Weltmeister »Mimi« Kraus, den ehemaligen Lemgoer Jonas Meier im Tor, Rückraumspieler Jonas Link oder Patrick Rentschler am Kreis aber weiterhin über erstklassige Spieler verfügt. »Aber auch die mussten zunächst feststellen, dass die Luft in der 2. Liga kalt und rau ist.«

»Waren selbst schuld«

Kurtagic macht zudem deutlich, dass man sich derzeit überhaupt nicht auf Tabellen oder Punkte konzentriere. »Es geht darum, ein Spiel erfolgreich zu gestalten. Und dazu haben wir unbestritten ausreichend Qualität. Bietigheim ist sicherlich keine Übermannschaft! Mit einer guten Leistung werden wir dort aber erfolgreich sein.«

Er wünsche sich einen ähnlich erfolgreichen Start wie zuletzt beim 5:1 gegen Hüttenberg (»Obwohl es da auch schon 8:1 hätte stehen können.«). »Da haben wir zum Vergleich mit Dormagen, Krefeld, Ferndorf und Gummersbach in der Anfangsphase nicht zu viele Chancen liegen lassen.« Wichtig war für Trainer Kurtagic zudem zu sehen, »dass sich die Spieler aus schwierigen Phasen selbst befreit haben, ohne meine Hilfe.«

Er hoffe, dass man die Kurve nun bekommen habe. »Für Selbstmitleid war ohnehin kein Platz bei uns. Der Blick geht nach vorne. Ich erwarte in Bietigheim, dass alle Spieler mit einem Messer zwischen den Zähnen auf der Platte stehen. Mit den bisherigen 7:9 Punkten sind wir alle nicht zufrieden. Aber wer hat uns denn letztlich geschlagen? Das waren wir doch nur selbst...«

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