Sa., 02.11.2019

Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke spielt nur 23:23 gegen HSG Konstanz Jepsen rettet den TuS N-Lübbecke vor Blamage

Ein harter und manchmal etwas kopfloser Kampf: Hier hat es Lukasz Gierak mit den Konstanzern Fabian Wiederstein (13) und Tim Jud zu tun.

Ein harter und manchmal etwas kopfloser Kampf: Hier hat es Lukasz Gierak mit den Konstanzern Fabian Wiederstein (13) und Tim Jud zu tun. Foto: Oliver Krato

Von Ingo Notz

Lübbecke (WB). Nach zwei Siegen folgt die Ernüchterung: Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke musste sich am Samstagabend im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten HSG Konstanz mit einem 23:23 (13:13) begnügen. In der Tabelle geht es damit zwar rauf auf Platz neun – abwärts ging es direkt nach Schlusspfiff aber mit den Köpfen der Lübbecker Spieler.

Konstanz hatte in der gesamten Saison bisher auswärts noch keinen Punkt geholt – »ausgerechnet« in Lübbecke reichte es dann zum ersten Mal, um Zählbares mit in den Süden zu nehmen. Am Ende waren es sogar die Hausherren, die froh sein durften, dass im Gepäck Richtung Bodensee nur ein Punkt war – ein Gästesieg wäre alles andere als unverdient gewesen.

TuS N-Lübbecke führt schnell mit vier Toren Vorsprung

Dabei hatte es so gut angefangen: Der TuS N-Lübbecke erwischte den besseren Start gegen Gäste, die zwei Tage zuvor beim 24:26 bei der DJK Rimpar einmal mehr viele Komplimente, aber eben gar keine Punkte eingesammelt hatten. Und so kamen die Süddeutschen als Vorletzter der Zweiten Bundesliga nach Lübbecke – und wurden vom zuletzt zweimal erfolgreichen TuS zunächst dominiert. Lübbecke zog schnell mit vier Treffern Vorsprung davon, führte 7:3, 9:5 und 10:6 – ehe sich die Gäste Stück für Stück ins Spiel kämpften. Beim 10:9 waren sie wieder dran und schafften zum 12:12 den ersten Ausgleich. Ausgeglichen ging es auch in die Halbzeit: 13:13.

Konstanz kommt wacher aus der Kabine

Aus der Kabine kam nur eine Mannschaft hellwach und mit der nötigen Aggressivität – und das waren nicht die Gastgeber. Konstanz übernahm mit frischem Selbstbewusstsein die Initiative und ging gleich in Führung. Beim 18:19 aus Gastgeber-Sicht drohte der Faden komplett zu reißen, Konstanz zog auf 18:21 davon. Nicht zuletzt dank eines starken Torwarts Johannes Jepsen, der für die Schlussphase zwischen die Pfosten rückte, gelang dann aber noch eine Teilkorrektur: In der 53. Minute war die Partie beim 21:21 wieder offen, allerdings schienen die Hausherren am Samstagabend in Spendierlaune gewesen zu sein, denn es folgten zwei Einladungen, die Konstanz dankend annahm und in der 58. Minute doch wieder mit zwei Treffern vorne lag: 21:23.

Zwei Tore in Überzahl retten das Unentschieden

Glück für den TuS, dass er die letzten 104 Sekunden in Überzahl spielen durfte: Strosack besorgte mit einem Siebenmetertor den Anschluss. Aber es kam noch besser für den TuS: Nach einem komplett unnötigen Ballverlust der Gäste, die ihre Unterzahl im Angriff durch die Herausnahme ihres Torhüters kompensiert hatten, schnappte sich Johannes Jepsen den Ball und schickte ihn auf die Reise – die erst im gegnerischen Tor endete. 40 Sekunden vor Schluss war die zuvor oft gefrustete Kulisse wieder da und wollte ihren TuS noch zum dritten Sieg in Serie klatschen – das wäre an diesem Abend aber eindeutig des Guten zuviel gewesen. Am Ende durften die Lübbecker froh sein, dass eine Leistung, der ausgerechnet gegen Konstanz eben genau die Konstanz fehlte, wenigstens noch zu einem Punkt gereicht hat. Das war Schadensbegrenzung. Mehr nicht.

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Es wäre verdient gewesen, das Spiel zu verlieren!

Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke)

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Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke): »Ich habe den Jungs gesagt, es wäre verdient gewesen, das Spiel zu verlieren. Konstanz hat ein sehr gutes Spiel gemacht, aber wir haben nicht aufgegeben und uns mit einem Punkt belohnt. Verdient war der eher weniger. Wir sind mit einer überragenden Abwehr angefangen, bei 9:4 hören wir damit auf und glauben, dass das hier Wurftraining ist, unglaublich... Der Gegner hat gewartet und wir haben Fehler gemacht , dann hat uns Konstanz 30, 35 Minuten dominiert. Ich hätte mir mehr gewünscht als einen Punkt zu holen. Ich hoffe, dass wir etwas lernen aus diesem Spiel!«

Daniel Eblen (Trainer HSG Konstanz): »In unserer Situation, wir haben so viele Spiele knapp verloren, wenn wir da noch mal verloren hätten, wäre es für die Köpfe ganz schwer geworden. Ich bin wirklich glücklich mit dem Punkt. Wir haben am Ende diskutiert und dann den Torwart wieder aufs Feld geholt, damit unser Tor nicht blank war, wir wollten in den letzten Sekunden auf das Unentschieden gehen. Ich weiß nicht, wie viele Lübbecker Dampfloks unsere Jungs in der Mitte gestoppt haben, im Angriff haben wir es gut gespielt. Die Regeneration im Bus war relativ schwierig, am Freitag haben wir hier dann eine Stunde Fußball gespielt. In unserer Situation war es wichtig, dass der Kopf da ist, dann kommt der Körper mit. Die Jungs haben an sich geglaubt – Kompliment!«

Die Statistik des Spiels

TuS N-Lübbecke: Tatai (3 Paraden), Jepsen (5 Paraden/1 Tor) – Becvar, Genz (7), Walczak (1), Bechtloff (1), Ebner (1), Gierak, Bagaric, Strosack (7), Mundus, Spohn, Schade, Orlowski (5), Speckmann (n.e.).

HSG Konstanz : Maximilian Wolf (1/1 Parade), Tölke, Haßferter (9 Paraden) – Stotz (1), Schlaich (2), Czakó (n.e.), Hild, Tom Wolf (2), Wiederstein, Kaletsch (6), Krüger (3), Maier-Hasselmann (5/5), Beckmann (2), Jud (2), Keupp, Wendel Schiedsrichter : Julian Fedtke/Niels Wienrich Torfolge : 1:0, 2:0, 2:2, 5:2, 5:3, 7:3, 7:4, 9:4, 9:6, 10:6, 10:9, 12:9, 12:12, 13:12, 13:13 – 13:13, 14:14, 15:15, 15:17, 17:17, 17:19, 18:19, 18:21, 21:21, 21:23, 23:23 Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Genz, Walczak, Gierak, Bagaric, Strosack, Schade – 2x Wiederstein, Schlaich, T. Wolf, Krüger, Jud) Siebenmeter : 3/5 (Bechtloff vergibt gegen Haßferter, Strosack verwandelt 3 von 4, scheitert an M. Wolf) – 5/6 (Maier-Hasselmann verwandelt 5 von 6 und wirft 1x vorbei) Zuschauer : 1188 in der Lübbecker Merkur-Arena

 

 

 

 

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