So., 24.11.2019

2. Handball-Bundesliga: TuS verdeutlicht beim Tabellenführer Essen, dass mit ihm wieder voll zu rechnen ist TuS N-Lübbecke setzt ein Ausrufezeichen

Ein Bild, an das sich der TuS N-Lübbecke derzeit wieder gewöhnen darf. Auch beim Tabellenführer aus Essen gelang ein Sieg.

Ein Bild, an das sich der TuS N-Lübbecke derzeit wieder gewöhnen darf. Auch beim Tabellenführer aus Essen gelang ein Sieg. Foto: Oliver Krato

Von Marc Schmedtlevin

Essen/Lübbecke (WB). Das Signal an die Konkurrenz ist eindeutig: Mit dem TuS N-Lübbecke ist in der 2. Handball-Bundesliga wieder zu rechnen. Beim Tabellenführer TuSEM Essen gelang nach kuriosem Spielverlauf ein 23:21 (12:10)-Erfolg. Es war das sechste Spiel ohne Niederlage – davon vier Siege – nacheinander. Der Rückstand auf den ersten Platz beträgt jetzt »nur« noch fünf Punkte.

Mit solchen Erfolgserlebnissen kann die TuS-Mannschaft bei ihren treuen Fans punkten. Diese standen nach der Partie an der Bande, klatschten begeistert mit den Spielern ab. »Das muss man sich auch wieder verdienen«, kommentierte Trainer Emir Kurtagic die in den vergangenen Monaten doch seltener gewordenen Szenen. Doch die Lübbecker Handballer machen derzeit wieder Spaß und erarbeiten sich den Respekt zurück – im eigenen Lager sowie bei den Gegnern.

Emotionale Achterbahnfahrt

Überzeugen kann das TuS-Team vor allem mit großer Leidenschaft, die sich speziell bei der Abwehrarbeit bezahlt macht. So konnte auch die Essener Offensive – immerhin die beste der Liga – vor große Probleme werden. »Unser Herz gewinnt. Das ist jetzt auch in den Köpfen der Spieler angekommen«, betont Trainer Kurtagic, der im Vorfeld mindestens 45 Minuten auf allerhöchstem Niveau von seiner Mannschaft gefordert hatte. Und genau die bekam er bei der emotionalen Achterbahnfahrt auch geboten.

Essen legte schnell eine 2:0-Führung vor, verzweifelte dann aber an der Lübbecker Deckung und Torhüter Peter Tatai. Eine Viertelstunde lang blieb der TuSEM ohne eigenen Treffer, die Gäste legten bis zur 17. Minute einen 10:0-Lauf zum 10:2 hin. Kurios: Gegen Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Hälfte wendete sich das Blatt komplett. Auch der TuS sollte in dieser Phase mit zahlreichen Zeitstrafen sowie einigen Flüchtigkeitsfehlern 14 Minuten lang ohne Tor bleiben. Dadurch war beim 12:12 (35.) plötzlich alles wieder offen.

Für Kurtagic »schwer zu schlagen«

Die Lübbecker, die langsam »erwachsen werden« (Kurtagic), zeigten sich von diesem Bruch unbeeindruckt. Sie er arbeiteten sich erneut ein kleines Polster (16:13, 40.) und legten in einer spannenden Schlussphase durchgehend vor. Und spätestens nach dem sechsten Treffer von Valentin Spohn zum 22:19 (59.) stand der Sieger fest.

Mit dem Erfolg beim Primus setzte der TuS ein Ausrufezeichen. Noch nicht mehr, aber auch keinesfalls weniger. »Bei solchen Leistungen werden wir schwer zu schlagen sein«, sagte Kurtagic. Wer den Lübbecker Trainer kennengelernt hat, weiß, dass er aktuell trotz des sehr guten Laufs und der positiven Entwicklung nicht in Euphorie verfallen wird. Begriffe wie »Meisterschaft« oder »Aufstieg« spielen keine Rolle. Und doch bekräftigte Kurtagic noch einmal die in der vergangenen Woche benannte TuS-Rolle in der 2. Liga: »Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Es wird für alle Teams sicherlich immer unangenehmer, gegen uns zu spielen.«

Immerhin eine indirekte Kampfansage mit Blick auf die verbleibenden 21 Spieltage. An denen wird es laut Kurtagic auf Kontinuität und vor allem die Einstellung ankommen: »Es darf jetzt keiner meinen, dass alles von alleine geht.« Auch nicht nach einem Sieg beim Tabellenführer.

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