Mo., 13.01.2020

Landesligist Wehe führt im Werbespiel gegen den TuS N-Lübbecke zunächst mit 6:4 Eine Viertelstunde für die Ewigkeit

Jan Thielemann vom TuS SW Wehe nimmt es mit Patryk Walczak vom Zweitligisten TuS N-Lübbecke auf.

Jan Thielemann vom TuS SW Wehe nimmt es mit Patryk Walczak vom Zweitligisten TuS N-Lübbecke auf. Foto: Pollex

Von Hans Peter Tipp

Rahden (WB). Ganz so lange wie vom sensationellen Sieg der goldenen Generation des TuS SW Wehe vor 36 Jahren gegen den TuS Nettelstedt wird man sich vom 20:47 (13:23) der aktuellen Landesliga-Generation am Samstag gegen den Handball-Zweitligisten TuS N-Lübbecke wohl nicht erzählen.

Dennoch: Eine erstaunliche erste Viertelstunde des Freundschaftsspieles, mit dem die Schwarz-Weißen das Jahr ihres 100-jährigen Bestehens einläuteten, hat gleichwohl das Zeug zum Klassiker für die Ewigkeit. Nach einer in jeder Hinsicht gelungenen Veranstaltung waren sich Wehes Vorsitzender Friedhelm Hensel und Rolf Hermann, der Sportliche Leiter des TuS N-Lübbecke, in ihrer Bewertung einig: „Das war ein schöner Event und beste Werbung für beide Mannschaften.“

Die große Bühne gehörte zunächst dem kleinen TuS. Wie der Landesligist das 0:2 in ein 2:2 verwandelte, sorgte für einen ersten Begeisterungssturm in der proppevollen Rahdener Stadtsporthalle. Steffen Lohmeier machte sich als Schütze des ersten SW-Tores unsterblich. „Ich habe mir gedacht, wenn etwas klappt gegen die Großen in der Lübbecker Abwehr, dann ist es ein Unterarmwurf“, sagte der Weher, für den das Kräftemessen mit dem Zweitligisten wie für seine Mitspieler ein einmaliges Erlebnis bleiben dürfte. Gedacht, getan: Lohmeiers Wurf aus der Hüfte schlug hinter Peter Tatai zum 1:2 ein. Der Jubel war ohrenbetäubend, doch das war längst nicht alles. Als sich SW-Linksaußen Christian Sprado nach seinem 2:2 mit ausgebreiteten Armen freute, wurde es noch lauter. Und als es nach knapp einer Viertelstunde 6:4 für die Gastgeber hieß, gab es kaum ein Halten mehr.

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Die ersten 15 Minuten waren wie ein Film, der vor einem abläuft.

Wehes Trainer Dennis Pape

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Armin Hensel, der Sohn des Weher Vorsitzenden und aktuelle Kapitän des Landesligisten, meinte: „Da haben wir die Lübbecker wohl auf dem falschen Fuß erwischt.“ Sein Trainer Dennis Pape rieb sich ein wenig verdutzt die Augen: „Die ersten 15 Minuten waren wie ein Film, der vor einem abläuft.“ Danach aber führte der Zweitligist dank seiner starken Abwehr die Regie. Nun kam auch die Tempogegenstoßmaschine der Lübbecke auf Touren, und aus dem 4:6 wurde eine 16:8-Führung. Trotzdem waren die Weher immer mal wieder für ein Tor gut. Aber die Führung des großen TuS wuchs weiter an: 29:13 hieß es in der 37. Minute, bevor Jan Thielemann mit dem 14:29 eine längere Torflaute der Gastgeber beendete.

TuS SW Wehe - TuS N-Lübbecke 20:47 (13:23)

SW Wehe: Giese, Hartlage - Bruhn 4/1, Depenbrock 3/1, Clemens 2, Spreen 2, Thielemann 2, Lohmeier 2, Hodde 1, Sprado 1, Klostermann 1, Hensel 1, Ellers 1, Bohnhorst, Knost, Ihlenfeld, Schwacke, Klostermann

TuS N-Lübbecke: Tatai, Jepsen; Speckmann 9/1, Bechtloff 7, Strosack 7/3, Orlowski 5, Genz 4, Ebner 4, Gierak 3, Bagaric 2, Walczak 2, Artmann 2/1, Schade 2

Die Unterstützung für das eigene Team blieb bis zum Schlusspfiff grenzenlos, obwohl Lübbeckes Jan-Eric Speckmann per Siebenmeter zum 35:15 (46.) traf und Jens Bechtloff mit dem x-ten Tempogegenstoß den 40. Treffer für den Zweitligisten erzielte. Jeder Weher Treffer, jede gelungene Abwehraktion und erst recht jede Torwartparade von Steffen Giese oder Markus Hartlage wurden begeistert von der Kulisse gefeiert.

Auch in der Schlussviertelstunde ereignete sich einiges, das es wert ist, künftig erzählt zu werden – weniger, dass die Weher aus Versehen mit acht Spielern auf dem Feld standen und man dies in aller Freundschaft auf dem „kurzen Dienstweg“ und ohne Zeitstrafe regelte. Aber dass dem Weher Fynn Depenbrock – eigentlich Akteur der zweiten Mannschaft – in kurzer Folge drei Tore gelangen, war schon etwas ganz Besonderes. Einen Treffer erzielte er per Siebenmeter, obwohl er zunächst gar nicht werfen wollte. „Mein Vater hat mir gesagt, wenn ich diesen Wurf nicht genommen hätte, hätte ich das mein ganzes Leben lang bedauert.“ Aber Depenbrock hatte seine Gelegenheit ja genutzt und deshalb wie alle Beteiligten jede Menge Spaß an diesem besonderen Handballabend in Wehe.

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