Nach der EM hat der tschechische Nationalspieler mit dem TuS N-Lübbecke noch einiges vor
Becvar ist bereit

Lübbecke (WB). Die eigenen Tränen während der Nationalhymne vor „unglaublich“ vielen tschechischen Fans im ausverkauften Eröffnungsspiel in Wien gegen Österreich und Riesenrespekt vor der Lockerheit, mit der sich der neue und alte Titelträger Spanien mit Spielzügen „wie aus dem Lehrbuch“ durchgesetzt habe: Das sind zwei der inspirierenden Eindrücke, mit denen Roman Becvar, der tschechische Nationalspieler des TuS N-Lübbecke, von der Europameisterschaft zum Handball-Zweitligisten zurückgekehrt ist.

Freitag, 31.01.2020, 10:00 Uhr
Vom Ausnahmezustand EM zurück in den Ligaalltag mit dem TuS N-Lübbecke: Spielmacher Roman Becvar. Foto: Oliver Krato
Vom Ausnahmezustand EM zurück in den Ligaalltag mit dem TuS N-Lübbecke: Spielmacher Roman Becvar. Foto: Oliver Krato

Der fliegende Wechsel vom Ausnahmezustand bei der EM zurück in den Ligaalltag bereitet Becvar vor dem Neustart mit dem TuS am heutigen Freitag gegen den Tabellenvorletzten TV Emsdetten (19.30 Uhr, Merkur-Arena) weder körperlich noch mental Sorgen. „Ich bin ohne Verletzung zurückgekommen und fühle mich richtig fit“, sagt der Spielmacher, für den es gegen Emsdetten zu einem schnellen Wiedersehen mit seinem Auswahltrainer Daniel Kubes kommt. Im EM-Team war Becvar nicht so sehr als Spielmacher, sondern mehr im linken Rückraum gefragt. Der Lübbecker stand im Schnitt 14,9 Minuten auf dem Feld und erzielte bei einer beachtlichen Quote von 71 Prozent zehn Tore. Natürlich hätte er sich nach EM-Platz sechs vor zwei Jahren mit den Tschechen dieses Mal etwas mehr als Platz zwölf gewünscht, aber bei der Ausgeglichenheit der Teams sei das schon okay gewesen, findet Becvar.

Zwei Wochen lang standen Becvar und Kubes bei der EM auf der gleichen Seite. Jetzt sind sie gleich im ersten Pflichtspiel des Jahres Rivalen. Klar, dass diese nicht ganz alltägliche Konstellation auch bei der Nationalmannschaft ein – wenn auch kleines – Thema war. Dann sehe ich ja Dich ja schon wieder…“, habe Kubes zu ihm gesagt, als die Tschechen nach dem 22:26 gegen Deutschland in ihrem letzten Hauptrunde auseinandergegangen seien. Aber das sei natürlich nur Spaß gewesen, versichert Becvar.

Wir wollen jedes Spiel gewinnen und uns als Mannschaft in der Rückrunde weiterentwickeln.

Roman Becvar, Spielmacher des TuS N-Lübbecke

Spätestens an diesem Freitag hat der Spaß jedoch ein Ende. Sowohl Lübbecke als auch Emsdetten können mit dem ersten Saisonabschnitt nicht uneingeschränkt zufrieden sein, wobei das für die als Tabellenvorletzter in akuter Abstiegsgefahr schwebenden Emsdettener noch viel mehr gilt als für den TuS. Die Rot-Schwarzen haben es als Tabellensiebter weiterhin selbst in der Hand, die eigenen Erwartungen zu erfüllen. Becvar hat sich viel vorgenommen: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen und uns als Mannschaft in der Rückrunde weiterentwickeln“, sagt der TuS-Spielmacher. Voraussetzung dafür sei, dass „wir nur auf uns schauen. Bei allem Respekt für den Gegner: Immer wenn wir das in der Hinrunde gemacht haben, haben wir gut gespielt und auch gewonnen.“ Das sei der Weg, den die Lübbecker in der Rückrunde gehen müssten.

Für Emsdetten geht es nur noch darum, den Abstieg zu verhindern. Deshalb haben sich die Münsterländer im Januar mit dem Rückraumwerfer Aivis Jurdz verstärkt. Auch ihn kennt Becvar sehr gut – aus gemeinsamen Zeiten beim SC DHfK Leipzig. „Dadurch, dass Aivis für Emsdetten dabei ist, wird es für uns in der Abwehr noch ein bisschen schwerer. Er ist immer noch der Alte, und er wird alles geben. Das hat er einfach im Blut“, sagt Becvar: „Deshalb müssen wir zwar auf uns schauen, aber wir müssen auch aufpassen.“ So sieht es auch TuS-Trainer Emir Kurtagic: „Emsdetten ist keine Mannschaft, gegen die Überheblichkeit angebracht ist oder gegen die wir uns Konzentrationsmängel erlauben können. Da müssen wir von Anfang an Präsenz zeigen und bereit sein für einen großen Kampf.

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