Handball: TuS N-Lübbeckes Trainer begrüßt die Spielgemeinschaft
Kurtagic sieht LiT 1912 positiv

Lübbecke (WB). Der Name TuS Nettelstedt verschwindet im männlichen Bereich von der Bildfläche des heimischen Handballs – nachdem er vor 19 Jahren schon auf der Ebene des Bundesliga-Teams durch den TuS N-Lübbecke ersetzt worden ist. Mittwoch ist die neue Konstellation der neuen Kooperation im Handball-Kreis bekannt gegeben worden. Unterhalb der ersten Mannschaft starten auch die Nettelstedter Herren demnächst im Rahmen der Spielgemeinschaft unter deren Namen: LiT 1912. Was bedeutet das aber für die Mannschaft, die schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr als TuS Nettelstedt aufläuft?

Donnerstag, 13.02.2020, 18:26 Uhr aktualisiert: 13.02.2020, 18:54 Uhr
TuS Nettelstedt: Ein Traditionsname verschwindet aus vielen Handball-Hallen. Foto: Ingo Notz
TuS Nettelstedt: Ein Traditionsname verschwindet aus vielen Handball-Hallen. Foto: Ingo Notz

Klar ist: Der TuS N-Lübbecke bleibt das Aushängeschild dieser neuen Handball-Großfamilie – und könnte im Idealfall auch noch mehr von der Zusammenarbeit profitieren, als es bisher schon durch die Zusammenarbeit im Rahmen der JSG NSM-Nettelstedt der Fall gewesen ist. TuS-Trainer Emir Kurtagic steht der neuen Entwicklung im heimischen Handball und in seinem jedenfalls positiv und offen gegenüber: „Das ist eine Sache grundsätzlich in der Organisation des Vereins, da gilt es, eine Struktur zu schaffen, und ich glaube, auch da kann man nicht in die Zukunft schauen, aber ich glaube schon, wenn das auf einer vernünftigen Basis aufgebaut ist, wenn das mit einem klaren Ziel verfolgt wird, dann ist das sicher eine sehr, sehr gute Sache! Du als Bundesligist kannst nicht alles alleine machen. Wenn Du da die Unterstützung der Partner, des Umfeldes, hast, kann es auch eine sehr, sehr interessante Geschichte werden, wo man dann als Bundesligaverein auch weiter wachsen kann und eine breitere Basis schaffen kann! Das ist etwas, womit wir, die wir aktuell in der Zweiten Bundesliga unterwegs sind, aktuell nicht so viele Berührungspunkte haben, aber natürlich verfolge ich das als Trainer, das ist ein Teil dieses Projekts. Ich hoffe, dass es in eine Richtung geht, wo die Region, ich will gar nicht nur TuS N-Lübbecke sagen oder TuS Nettelstedt oder LiT oder sonst wer, dass die Region profitiert und hier eine vernünftige Basis aufgebaut wird, wo man irgendwelche Früchte und Erfolge daraus generieren kann.

Das ist ein Projekt, das erst mal wachsen muss, bis man daraus Profit schlagen kann als Bundesligamannschaft.

Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke)

Die Vorteile, vor allem talentierte junge Spieler über die neue Konstellation noch einfacher an den hochklassigen Herren-Handball und im Idealfall an die Bundesliga-Mannschaft des TuS N-Lübbecke heranzuführen, betont Emir Kurtagic: „Wir haben ja auch die A-Jugend-Bundesliga-Mannschaft hier vor Ort, letztes Jahr ist Marvin Mundus aus dieser Mannschar rausgekommen, Mats Grzesinski auch. Das ist schon extrem viel, dass da zwei Spieler in einem Jahr aus der Mannschaft in unsere gekommen sind, auch wenn Mats jetzt weg ist. Natürlich ist das der Weg. Vielleicht können zwei, drei Vereine darauf verzichten, aber selbst die machen es: Kiel ist mit der Jugendarbeit auch top, Rhein- Neckar super, jeder ist auf dem Weg und das ist auch ein Weg für uns, dass wir da etwas entwickeln, aber das geht auch nicht von jetzt auf gleich und das wird auch nicht in einem Jahr alles gut sein. Das ist ein Projekt, das erst mal wachsen muss, bis man daraus Profit schlagen kann als Bundesligamannschaft.“ Das hatte auch schon Handball-Abteilungsleiter Christian Hucke vorhergesagt: „Sportlich wird der TuS profitieren. Der Zusammenschluss ermöglicht eine Durchlässigkeit der Spieler „von unten nach oben“, also von der A-Jugend bis in die Bundesligamannschaft“, die dann künftig auch einen Unterbau in der Dritten Liga haben wird – ohne Probleme mit der Vergabe von Zweitspielrechten.

Wir haben 15 Spieler, darunter sind Jepsen und Mundus, die sehr, sehr jung sind, und trotzdem haben wir nicht den vollen Kader, wir haben 16 Plätze im Kader, also theoretisch haben wir noch einen Platz frei und warum sollten wir diesen Platz nicht nutzen? Fakt ist aber auch, dass man eine gewisse Qualität braucht, damit das auch ernsthaft ist.

Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke)

Abgesehen von seiner prinzipiellen Haltung sieht Kurtagic auch die aktuelle Situation seiner Mannschaft als ein Beispiel, in welchen Fällen der TuS N-Lübbecke vom künftigen Zusammenschluss profitieren könnte: „Grundsätzlich sind wir offen, aktuell haben wir auch nicht einen vollen Kader“, sieht der Cheftrainer des TuSN-L perspektivisch auch für seine Bundesliga-Mannschaft im Fall der Fälle positive Effekte des Zusammenschlusses der beteiligten Vereine zu einer großen Spielgemeinschaft. „Wir haben 15 Spieler, darunter sind Jepsen und Mundus, die sehr, sehr jung sind, und trotzdem haben wir nicht den vollen Kader, wir haben 16 Plätze im Kader, also theoretisch haben wir noch einen Platz frei und warum sollten wir diesen Platz nicht nutzen? Fakt ist aber auch, dass man eine gewisse Qualität braucht, damit das auch ernsthaft ist. Ich bin nicht jemand, der gerne Sozialarbeit macht, ich freue mich und bin auch bereit, aber es muss auch verdient sein, eine Belohnung sein, wenn man dann einen Platz in der ersten Mannschaft bekleiden darf. Ich bin jetzt nicht naiv oder dumm, dass ich das nicht fördern würde, im Gegenteil, das mache ich, seitdem ich Trainer bin, dass ich Jugendliche fördere, aber Fakt ist auch, dass wir nicht irgendwas erwarten können, das nicht da ist. Wir sind jetzt auf Stufe eins vielleicht und bis wir dahin kommen, dass wir aus dieser Jugend Kaderathleten generieren – in Gummersbach haben wir acht Jahre dafür gebraucht, bis es die ersten wirklich verdient haben“, erinnert sich Kurtagic an seine frühere Station im deutschen Profi-Handball zurück.

Das ist ein Projekt, das theoretisch auf jeden Fall eine Zukunft hat, aber das müssen wir sehen, inwieweit wir das auch mit Leben füllen können. Das ist ja ganz klar ein Zukunftsprojekt.

Emir Kurtagic (Trainer TuS N-Lübbecke)

Wichtig sei, so betont es der Übungsleiter der künftigen Toptruppe des neuen Zusammenschlusses, dass die Planungen nicht nur auf dem Papier gut aussähen, sondern dann auch im Alltag entsprechend positiv umgesetzt würden. „Ich denke, dass es extrem wichtig ist, dass da eine klare Linie vorgegeben wird, wo dann alle auch an einem Strang ziehen, das ist ja das Entscheidende. Wir haben Talente, aber es geht um eine gewisse Arbeitseinstellung, es geht um Qualität, es geht um vieles – es gibt wenige, die auf die Welt gekommen sind und einen Weg gehabt haben, der sie direkt in die Bundesliga geführt hat. Das ist extrem viel Arbeit und extrem viel Verzicht, extrem viel Invest. Das ist ein Projekt, das theoretisch auf jeden Fall eine Zukunft hat, aber das müssen wir sehen, inwieweit wir das auch mit Leben füllen können. Das ist ja ganz klar ein Zukunftsprojekt.“ Aus dem in der künftigen Gegenwart ein Spieler für die erste Mannschaft des TuS N-Lübbecke hervorgehen könnte, auf den dann fünf Vereine stolz sein könnten...

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7258408?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F
Bielefeld steht vor kritischer Inzidenz-Marke
Corona-Reihentests als Folge einer Familienfeier: Die Ergebnisse von 800 Schülern und Lehrern, von denen im Drive-In-Testzentrum Anfang der Woche Abstriche genommen wurden, sollen Donnerstag vorliegen. Derweil weiten sich die Folgen der Feier aus: eine elfte Schule und eine Kita sind jetzt betroffen. Foto: Bernhard Pierel
Nachrichten-Ticker