Fr., 06.03.2020

Mit dem TuS N-Lübbecke und dem VfL Gumemrsbach treffen die besten Abwehrreihen der 2. Liga aufeinander Duell der Bollwerke

Emir Kurtagic erwartet mit dem TuS N-Lübbecke den VfL Gummersbach, bei dem er einst seine Laufbahn als Profitrainer begann.

Emir Kurtagic erwartet mit dem TuS N-Lübbecke den VfL Gummersbach, bei dem er einst seine Laufbahn als Profitrainer begann. Foto: Oliver Krato

Von Hans Peter Tipp

Lübbecke (WB). Den größten Teil seines Lebens hat Emir Kurtagic mit dem VfL Gummersbach verbracht. 22 Jahre lang lebte und wohnte der jetzige Trainer des TuS N-Lübbecke in der oberbergischen Kreisstadt oder deren kleinem Vorort Derschlag. Beim VfL sammelte er als Trainer und Co-Trainer Erfolge und Erfahrungen. Trotzdem bezeichnete der 39-Jährige jetzt das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub VfL Gummersbach (31:15 Punkte/4. Platz) am heutigen Freitag um 19.30 Uhr als Gast des TuS N-Lübbecke (28:18/6. Platz) in der Merkur Arena als ein Spiel wie jedes andere.

„Ich hatte eine schöne Zeit in Gummersbach. Und es ist nicht so, dass das einfach an mir vorbeigeht. Aber es ist auch nicht so, dass die Vergangenheit meine Aufmerksamkeit einnimmt“, sagte Kurtagic vor dem Duell der Traditionsvereine: „Eigentlich ist es nichts anderes als vergangene Woche in Ferndorf, wo ich viele Spieler kenne, oder in der nächsten Woche gegen Hüttenberg, wo ich auch zwei Jahre gelebt habe.“ Seine Motivation am heutigen Freitag habe eine andere Ursache. „Das hat vor allem damit zu tun, dass wir als TuS N-Lübbecke den VfL schlagen wollen. Das macht dieses Spiel vielleicht besonders“, sagte Kurtagic: „Mein Wunsch ist, dass wir am Freitag ein sehr, sehr gutes Spiel zeigen und zwei Punkte in Lübbecke behalten.“

Für den Trainer ist es nicht das erste Mal, dass er es mit seinem Ex-Verein zu tun bekommt. Mit dem TV Hüttenberg, den Kurtagic nach seiner Demission in Gummersbach betreut hatte, spielte er schon gegen die Oberbergischen, und auch mit dem TuS N-Lübbecke sah man sich schon wieder. Die Erinnerung an die jüngste Begegnung ist freilich wenig erbaulich. Am siebten Spieltag verlor der TuS mit 19:26, nachdem man zur Pause noch 10:9 geführt hatte. Knackpunkt damals: eine Häufung von Zeitstrafen zur Unzeit, getoppt von einer Rote Karte gegen Kreisläufer Patryk Walczak beim Stand von 15:17 in der 49. Minute.

Aber all das passierte früh in der Saison, als sich beide Teams noch finden mussten. Inzwischen ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen. Der TuS N-Lübbecke, der damals auf den 15. Platz abgerutschte, und der VfL Gummersbach haben sich stabilisiert und ihren Platz in der Verfolgergruppe der Liga gefunden. Gern würden beide aber weiter nach oben rücken.

Verbindendes Element der früheren Erstligisten ist momentan die hohe Wertschätzung der Abwehrarbeit. Lübbecke hat mit 541 Toren in dieser Saison bislang die wenigsten Treffer aller Zweitligisten kassiert. Der VfL liegt mit 543 Gegentoren in dieser Extrabilanz nur knapp dahinter. Statistisch gesehen treffen am Freitag die beiden besten Abwehrreihen der Liga aufeinander.

Deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass in der Merkur Arena jene Mannschaft die Oberhand behält, deren Abwehrbollwerk besser standhält. Kurtagic erwartet dennoch keine robuste Abwehrschlacht, sondern eher ein Partie, in der alle Facetten des modernen Handballs zum Tragen kommen. „Das wird ein offenes Spiel“, sagte der TuS-Trainer: „Ich glaube, dass es für die Zuschauer ein schönes Spiel werden kann.“

Die Gäste reisen mit Rückenwind an. In diesem Jahr sind sie noch ungeschlagen und wollen dem jüngsten Heimerfolg gegen Aue einen Auswärtssieg folgen lassen. „Wenn wir selbstbewusst auftreten, haben wir eine gute Chance da etwas Zählbares mitzunehmen“, glaubt der junge VfL-Rückraumakteur Luis Villgrattner.

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