Beim TuS N-Lübbecke herrscht nach dem Sieg gegen Gummersbach wieder Euphorie
Ein Abend mit guten Antworten

Lübbecke (WB). Nach einer fulminanten Zweitliga-Partie ist die Euphorie beim TuS N-Lübbecke zurück. „Wir haben die richtige Antwort auf das Gewürge von Ferndorf gegeben“, sagt Trainer Emir Kurtagic über den streckenweise mitreißenden Auftritt seiner Mannschaft beim 29:27-Heimsieg über den VfL Gummersbach. Als es darauf ankam, waren die heimischen Handballer am Freitagabend zur Stelle und gehören zehn Spieltage vor Schluss weiter zum Verfolgerfeld, das im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitredet.

Montag, 09.03.2020, 12:20 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 12:24 Uhr
Marian Orlowski ballt die Fäuste: Der Rückraumspieler zeigte sich beim Heimsieg gegen Gummersbach erneut von seiner besten Seite, ging mit breiter Brust voran. „Er ist in einer sehr guten Verfassung“, sagt sein Trainer Emir Kurtagic. Foto: Oliver Krato
Marian Orlowski ballt die Fäuste: Der Rückraumspieler zeigte sich beim Heimsieg gegen Gummersbach erneut von seiner besten Seite, ging mit breiter Brust voran. „Er ist in einer sehr guten Verfassung“, sagt sein Trainer Emir Kurtagic. Foto: Oliver Krato

„Der Sieg fühlt sich gut an, gerade nach dem 21:23 in Ferndorf und den Verletzungen, mit denen wir zu kämpfen hatten“, bilanziert Kurtagic, der für sein Wiedersehen mit Gummers­bach als Improvisationskünstler gefragt war. Neben Abwehrchef Marko Bagaric, dessen schwere Hüftprellung aus dem Spiel in Ferndorf keinen Einsatz zuließ, galt es zusätzlich auch noch, dessen Nebenmann im Mittelblock, Patryk Walczak, zu ersetzen. „Er laboriert an einer Bronchitis“, berichtet Lübbeckes Coach, der mit Moritz Schade und Lukasz Gierak ein ­neues Abwehrzentrum zusammenbastelte.

Mit zunehmender Spielzeit biss sich die Defensive gut in das Duell ­hinein. Spätestens nach der Pause stellten Schade und Co., den Tabellenvierten im Angriff verstärkt vor Probleme. Es war ein Grund für den Lauf von 17:17 auf 22:17 (46.). Entscheidend auf die Sprünge half dem TuS in dieser Phase auch Peter Tatai: Der Torhüter wurde bei mehreren Angriffen in Folge zum VfL-Spielverderber und avancierte mit elf Paraden zu einem der Matchwinner. „Wir haben immer gesagt, dass wir genug Qualität im Kader haben“, fühlte sich Kurtagic von der TuS-Leistung ungeachtet der schwerwiegenden Ausfälle bestätigt.

In der Schlussphase wurde zudem deutlich, dass sich seine Mannschaft auch von Schwächephasen nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Als die 25:19-Führung (51.) auf 25:24 zusammenschmolz, musste man Angst bekommen. „Klar, da fängt man an zu überlegen. Wir haben es spannender als nötig gemacht“, sagt Kurtagic. Die Hausherren ­wackelten, fielen aber nicht: Tatai, der sich zuvor eine kurze Auszeit auf der Bank gegönnt hatte, verhinderte bei seiner Rückkehr aufs Parkett mit einer Glanztat den Gäste-Ausgleich, Dominik Ebner erzwang auf der anderen Seite per Aufsetzer das 26:24 – nach diesem „Comeback“ schlug die Waage endgültig für die Lübbecker aus.

Der Schlussakkord blieb dem überragenden Marian Orlowski vorbehalten, dem die letzten drei Treffer der Gastgeber in dem Spiel gelangen. Wie schon in Ferndorf kam

Roman Becvar (M.) zeigt vollen Einsatz.

Roman Becvar (M.) zeigt vollen Einsatz. Foto: Krato

das Rückraum-Ass auf acht Tore und ging mit seiner zunehmend breiter werdenden Brust ­voran. „Marian ist derzeit in einer sehr guten Verfassung und dementsprechend selbstbewusst. Es war ein sehr gutes Spiel von ihm“, freute sich Kurtagic.

Da fiel es kaum ins Gewicht, dass der zweite „Shooter“ im linken Rückraum, Valentin Spohn, fast unsichtbar blieb und nur wenige Minuten Einsatzzeit bekam. „‚Valle‘ war vor dem Ferndorf-Spiel eine Woche krank und hat seinen Rhythmus dadurch verloren.“ Das war aber kein Problem, weil andere in die Bresche sprangen und der TuS offensiv wieder viel variabler agierte. „Im Angriff war das eine unsere besten Saisonleistungen“, so Kurtagic.

Durch den Erfolg über seinen Ex-Verein bleibt der Coach mit dem TuS oben dran. Die Tabelle spielt für ihn zehn Spieltage vor Schluss aber keine Rolle. „Es macht gar keinen Sinn, jetzt über irgendwas nachzudenken. Wir haben ein extrem schweres Spiel in Hüttenberg vor der Brust, das gilt es zu lösen“, sagt der 39-Jährige vor dem nächsten Wiedersehen am Samstag mit einem Ex-Klub.

Stimmen zum Spiel

Torsten Appel (Geschäftsführer TuS N-Lübbecke): „Der Freitag wird sehr gut angenommen. Das Feedback ist, dass das positiv angenommen wird. Es ist daher davon auszugehen, dass der Fokus vermehrt auf den Freitagabend gehen wird, es kann sehr gut sein, dass es mehr Freitagsspiele geben wird. Das ist uns von der Liga freigestellt, wie oft wir das machen.

Rolf Herrmann (Sportlicher Leiter TuS N-Lübbecke): „Ich verstehen den Torwartwechsel, Peter war vom Fokus her weg. Für Johannes war es aber auch schwer, kalt von der Bank zu kommen. Ausschlaggebend war unser super Lauf vom 17:17 auf 22:17 und dass die Jungs danach nicht eingeknickt sind, sondern positiv geblieben sind, als es knapper wurde. Nach der Niederlage gegen Ferndorf haben einige schon wieder den Bruch gesehen, aber die Mannschaft ist positiv geblieben, das spricht für die Entwicklung und das freut mich für die Jungs. Das ist auch eine Bestätigung, dass unser Weg stimmt!“

Dominik Ebner : „Wir wollten eine Reaktion auf das Resultat in Ferndorf zeigen, da waren wir im Kopf einfach nicht so da, deshalb wollten wir gegen Gummersbach unbedingt einen kühlen Kopf bewahren und uns auf ein, zwei Spiel­züge beschränken und die dafür sicher bringen. Die Liga ist echt verrückt: Jede Woche passiert etwas Überraschendes, letzte Woche waren es leider wir, aber deshalb bringt es nichts, jetzt zu weit nach vorne zu gucken, wir gucken von Woche zu Woche. Nächste Woche wollen wir nach Hüttenberg fahren und dort zwei weitere Punkte holen!“

Roman Becvar : „Wir haben gerade einen Lauf zuhause! Ich freue mich riesig, dass wir gewonnen haben. Wir haben diesmal geduldiger gespielt und sind mehr auf das Tor gegangen, Marian hat sich unglaubliche Würfe genommen. Wir wussten, dass die ins Eins gegen Eins gehen würden, aber auch dabei konnte Gummersbach nicht alles gewinnen. Man sieht ja, wie viele Tore gefallen sind im Duell der beiden abwehrstarken Teams. Das war ein Sieg des besseren Angriffs im Spiel der besten Abwehrreihen.“

Jens Bechtloff : „Ich genieße jedes Spiel, das Thema Aufstieg ist für mich aber nicht präsent. Wichtig ist, dass wir kämpfen und die Fans mitnehmen.“

Daten zum Spiel

TuS N-Lübbecke: Tatai (11/2 Siebenmeter), Jepsen (53. - 55.) – Brune, Becvar (2), Genz (2), Bechtloff (4), Ebner (2), Gierak (2), Strosack (4), Mundus, Spohn (1), Schade, Orlowski (8), Schade, Speckmann (4/3) VfL Gummersbach: Ivic (9/1), Puhle – Schröter, Fanger, Dayan (3), Blome (12/3), Kontrec, Häseler, Sommer (3/3), Herzig (3), Meinhardt, Villgrattner (1), Kiesler, Stüber, Becker (2), Bozovic (3). Schiedsrichter: Martin Thöne und Marijo Zupanovic. Zuschauer: 1.734 Zuschauer in der Merkur Arena. Siebenmeter: 3/2 - 8/6 Speckmann an Ivic (55.) – Sommer tritt über (13.), Sommer an Tatai (34.). Zeitstrafen: 4:4 Minuten – Orlowski (26.), Schade (28.) – Herzig (25.), Becker (46.) . Stationen: 1:0, 3:1 (4.), 5:3 (8.), 8:5 (14.), 8:7 (16.), 11:8, 11:11 (23.), 12:11, 12:13 (26.), 14:13, 14:14 – 14:15, 16:15, 16:16, 17:17, 21:17 (43.), 22:17 (46.), 22:18, 23:18, 23:19, 25:19 (51.), 25:24 (55.), 27:24 (57.), 28:25, 29:26, 29:27.

 

 

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