Reaktion auf Krise: hundert Prozent Kurzarbeit beim Zweitligisten TuS N-Lübbecke
Handballer verzichten auf Geld

Lübbecke (WB). Spar-Plan verabschiedet: Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke hat nun ebenfalls Kurzarbeit eingeführt und damit auf die Auswirkungen der Corona-Krise reagiert. „Spieler und Trainerteam haben großes Entgegenkommen gezeigt“, bedankt sich Geschäftsführer Torsten Appel für die Bereitschaft der Profis, auf Teile des Gehalts zu verzichten und damit dem Klub zu helfen. Betroffen von der Kurzarbeitsregelung sind aber auch die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. „Diese Solidarität war für uns selbstverständlich“, sagt Kapitän Marian Orlowski über den Gehaltsverzicht.

Donnerstag, 26.03.2020, 15:57 Uhr aktualisiert: 26.03.2020, 16:02 Uhr
Die Spieler des TuS N-Lübbecke ziehen auch in der Corona-Krise an einem Strang: Mannschaftskapitän Marian Orlowski (links) arbeitete mit der Geschäftsführung den Gehaltsverzicht aus, die Handballer zeigten großes Entgegenkommen. Foto: Oliver Krato
Die Spieler des TuS N-Lübbecke ziehen auch in der Corona-Krise an einem Strang: Mannschaftskapitän Marian Orlowski (links) arbeitete mit der Geschäftsführung den Gehaltsverzicht aus, die Handballer zeigten großes Entgegenkommen. Foto: Oliver Krato

Fehlende Erlöse in der Liga-Zwangspause, die je nach Entwicklung der Corona-Seuche in Deutschland noch Wochen oder sogar Monate dauern kann, zwingen auch den TuS zum Sparen: Mehrfach hatte sich Torsten Appel daher in den vergangenen Wochen mit dem Mannschaftsrat um Kapitän Marian Orlowski getroffen, um eine Lösung zu erarbeiten. Der Verein hat bei der Agentur für Arbeit in dieser Woche Kurzarbeit für zwölf Monate angezeigt. Diese beläuft sich zunächst auf „hundert Prozent“, wie Appel berichtet.

Kurios: Das bedeutet, dass die Handballer im Moment quasi vom „Dienst“ freigestellt sind und mit ihrer Zeit machen können, was sie wollen. „Wir können den Spielern im Moment keine Anweisungen erteilen, sondern höchstens Empfehlungen. Jeder Spieler ist jetzt selbst gefragt, wie er sich für eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs fit hält“, unterstreicht der TuS-Geschäftsführer.

Es war ein toller Austausch mit den Spielern. Sie haben großes Entgegenkommen gezeigt.

Torsten Appel, Geschäftsführer des TuS N-Lübbecke

Die Regel macht aber insofern Sinn, da im Moment niemand absehen kann, wie lange die Handball-Auszeit noch dauern wird. Die Saison in der 2. Liga pausiert aufgrund der Corona-Krise vorläufig bis 22. April. Die HBL hält vorläufig noch an diesem Termin fest. Bei den weiter regelmäßigen Telefonkonferenzen mit Vereinsvertretern von 1. und 2. Liga sind aber auch schon alternative Szenarien für den Fall zur Sprache gekommen, sollte sich die Wiederaufnahme noch einmal verzögern.

„Wir haben allen Spielern explizit erklärt, warum wir das jetzt machen müssen. Es war ein toller, sehr kommunikativer Austausch“, lobt Appel die offenen, fairen Gespräche in den vergangenen Tagen. Wichtig: Die Kurzarbeit muss nicht zwölf Monate laufen, sondern kann flexibel angepasst werden. Mit dem Gehaltsverzicht tragen die Handballer dazu bei, dass der Verein unter den aktuellen Ausnahmefällen nicht ganz so stark leidet.

Gespräche auf allen Ebenen gingen der Lösung voraus

Zahlreiche Gespräche mit allen Beteiligten haben die Verantwortlichen in den vergangenen Tagen geführt, sich mit anderen Klubs ausgetauscht und sich in das für einen Profiverein erstmals relevante Thema eingearbeitet. Unterstützend dabei waren die regelmäßigen Telefonkonferenzen mit der HBL, in denen Gegebenheiten zur aktuellen politischen Situation, rechtliche Fragestellungen sowie über steuerliche Hintergründe aufgeklärt und informiert wurde.

Mit dieser Grundlage aus den vielen Gesprächen haben Torsten Appel und Mitstreiter Rolf Hermann in den vergangenen Tagen mit Spielern, Trainern, den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und auch Sponsoren Gespräche geführt. Ein positives Zeichen setzten dabei die Spieler, das Trainerteam und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die ihre Bereitschaft zur Anzeige der Kurzarbeit erklärt haben.

„Ich bin unglaublich stolz auf die gezeigte Solidarität und dem damit verbundenen Gehaltsverzicht. Dies ist ein tolles Signal und zeigt, dass wir alle gemeinsam für die Zukunft des TuS N-Lübbecke und dem damit verbundenen Bundesliga-Handball in Lübbecke an einem Strang ziehen“, sagte Torsten Appel.

Auch aufgrund vieler auslaufender Verträge nicht selbstverständlich

„Besonders hervorheben möchte ich den Einsatz von Kapitän Marian Orlowski und des Mannschaftsrats, die in vorbildlicher Weise unserer Bitte um ein Entgegenkommen entsprochen haben. Auch aufgrund der zahlreichen Abgänge, die uns zum 30. Juni bevorstehen, ist diese Bereitschaft bei der Mannschaft bei weitem nicht selbstverständlich“, sagte Appel weiter. „Mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle haben wir individuelle Lösungen vereinbart, so dass der Geschäftsbetrieb weiterhin aufrechterhalten bleibt“, führte Appel weiter aus. „Für dieses außerordentliche Engagement bedanke ich mich herzlich bei allen Mitarbeitern des TuS N-Lübbecke.“

Am Ende steht eine Lösung, mit der jeder seinen Beitrag dazu leistet, dass der TuS die aktuelle Situation bestmöglich übersteht. Diese Solidarität war für uns selbstverständlich.

Kapitän Marian Orlowski

„Wir Spieler bedanken uns für die ehrlichen und transparenten Gespräche mit Torsten und Rolf. An deren Ende steht eine Lösung, mit der jeder seinen Beitrag dazu leistet, dass der TuS die aktuelle Situation bestmöglich übersteht. Diese Solidarität war für uns selbstverständlich!”, sagte Kapitän Marian Orlowski.

 

 

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