Fr., 17.04.2020

Handball: Die Erst- und Zweitligisten stimmen über ein vorzeitiges Ende der Saison ab Abbruch wird wahrscheinlicher

Geht es noch weiter in dieser Saison? TuS-Geschäftsführer Torsten Appel erwartet diese Entscheidung Anfang der kommenden Woche.

Geht es noch weiter in dieser Saison? TuS-Geschäftsführer Torsten Appel erwartet diese Entscheidung Anfang der kommenden Woche. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Hans Peter Tipp

Lübbecke (WB). Entschieden ist noch nichts, aber ein vorzeitiger Schlussstrich unter diese Saison in der 1. und 2. Handball-Bundesliga (HBL) ist am Donnerstag wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden.

Die 36 Vereine der beiden deutschen Profiligen, darunter natürlich Zweitligist TuS N-Lübbecke und Erstligist GWD Minden, der seine Heimspiele zuletzt in der Lübbecker Kreissporthalle ausgetragen hatte, haben sich in einer Videokonferenz darauf verständigt, in den nächsten Tagen darüber abzustimmen, ob die vorerst lediglich bis zum 16. Mai unterbrochene Spielzeit endgültig abgebrochen werden soll.

„Wir hoffen, dass wir schon bei der nächsten Schalte am kommenden Montag oder Dienstag das Ergebnis haben“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Donnerstag. Erforderlich für den Abbruch ist eine Dreiviertel-Mehrheit wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Das alles wollte Geschäftsführer Torsten Appel, der den TuS N-Lübbecke in der virtuellen Gesprächsrunde vertrat, am Donnerstag nicht bestätigen. „Es war abgesprochen, dass darüber nicht gesprochen wird“, sagte der 54-Jährige: „Und daran werde ich mich auch halten.“

An Appels grundsätzlicher Einschätzung der aktuellen Liga-Situation habe aber auch der gestrige Informationsaustausch mit den anderen Klubs nichts geändert. Der TuS-Geschäftsführer sprach sich weiterhin gegen eine Fortsetzung der Spielzeit aus. „Persönlich glaube ich nicht daran, dass wir den Spielbetrieb in dieser Saison noch einmal aufnehmen können. Für mich ist der Blick daher verstärkt nach vorne gerichtet“, hatte Appel bereits in der vergangenen Woche dieser Zeitung gesagt .

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Mit dieser Meinung ist der TuS N-Lübbecke nicht allein.

TuS-Geschäftsstelle Torsten Appel

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Und sich zudem deutlich gegen Meisterschaftsspiele vor leeren Zuschauerrängen positioniert: „Ich bin ein klarer Gegner von Geisterspielen. Wir können uns da nicht mit dem Fußball vergleichen. Der Fußball generiert maßgebliche Einnahmen durch Fernsehgelder. Diese Summen sind mit dem Handball überhaupt nicht vergleichbar.“ In dieser Hinsicht fühlte sich Appel am Donnerstag erneut bestätigt: „Mit dieser Meinung ist der TuS N-Lübbecke nicht allein. Daran hat sich nichts geändert. Es hat sich kein Stimmungsumschwung gezeigt.“

Offen ist allerdings weiterhin, wie die aktuelle Saison im Falle eines Abbruchs gewertet wird, ob es Meister gibt und wer aufsteigen darf. Festgelegt hatte sich die HBL Anfang April bereits, dass es bei einem Abbruch keine Absteiger (mit der Ausnahme von bereits zurückgezogenen Mannschaften bzw. sogenannter „wirtschaftlicher Absteiger“), sondern lediglich Aufsteiger geben solle. Das aber würde bedeuten, dass die erste und die zweite Liga zur kommenden Saison aufgestockt werden müssten. Appel hielt sich auch bei dieser Thematik bewusst bedeckt, sagte aber immerhin: „Ich kann mir gut vorstellen, dass die 2. Liga in der kommenden Saison mit mehr als 18 Mannschaften spielen wird.“

Derweil steht nach der Einigung von Bund und Ländern auf eine Verlängerung des Verbots für Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August schon jetzt der Termin für den Start in die neue Bundesligasaison in den Sternen. Ursprünglich sollte der erste Spieltag in der 2. Liga vom 28. bis 30. August über die Bühne gehen – mit den seit ein paar Jahren eingeführten ersten beiden Pokalrunden in Viererturnierform am Wochenende zuvor. Diese Termine sind nicht mehr zu halten.

Weil der Deutsche Handball-Bund ohnehin bereits empfohlen hatte, den DHB-Pokal in der Saison 2020/21 nicht durchzuführen, nahm Appel diesen Ball am Donnerstag sehr gerne auf. „Ich gehe davon aus, dass wegen des Verbots von Großveranstaltungen, einer möglichen Streichung des Pokals und des noch ungeklärten Umgangs mit den Aufsteigern aus der 3. Liga die Gestaltung des Spielplanes sowieso noch einmal überarbeitet wird.“ Das heißt: Der Saisonstart wird frühestens im September über die Bühne gehen.

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