Handball: Der Lübbecker wechselt zum Champions-League-Sieger von 2017 und 2019
Walczaks Karrieresprung

Lübbecke (WB). Aus der Zweiten Bundesliga in die Champions League: Der bisherige Lübbecker Handballprofi Patryk Walczak ist auf der Karriereleiter ein paar Sprossen nach oben geklettert.

Donnerstag, 02.07.2020, 20:01 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 20:06 Uhr
Patryk Walczak erhielt zuletzt beim TuS N-Lübbecke nur wenig Spielanteile im Angriff. Jetzt sucht er sein Glück bei Vardar Skopje. Foto: Thomas F. Starke
Patryk Walczak erhielt zuletzt beim TuS N-Lübbecke nur wenig Spielanteile im Angriff. Jetzt sucht er sein Glück bei Vardar Skopje. Foto: Thomas F. Starke

Der frühere Kreisläufer des TuS N-Lübbecke, dessen Vertrag am 30. Juni ausgelaufen war, spielt künftig für den RK Vardar Skopje, den Champions-League-Sieger der Jahre 2017 und 2019. In der Hauptstadt Nordmazedonien gehört mit Christian Dissinger ein weiteren früherer Lübbecker zu seinen neuen Mitspielern. „Ich habe auch mit Vereinen aus der ersten und zweiten Bundesliga gesprochen“, sagte der 27 Jahre alte Walczak polnischen Medien. Dann habe er sich aber von seinem Berater getrennt, und im Mai habe es dann erste Kontakte von Seiten Vardars gegeben.

Das kam überraschend, aber natürlich ausschließlich im positiven Sinne.

Patryk Walczak (Ex-Kreisläufer des TuS N-Lübbecke)

Walczak: „Das kam überraschend, aber natürlich ausschließlich im positiven Sinne.“ Jetzt ist das Deal also perfekt. Walczak hat beim 13-fachen nordmazedonischen Meister und Pokalsieger einen Einjahresvertrag unterzeichnet, der eine Option auf eine weitere Spielzeit enthält. Damit hat Walczak als letzter der sieben Profis, die den TuS in diesem Sommer verlassen (mussten), einen neuen Arbeitgeber gefunden. Mit seinem neuen Klub bekommt es der bisherige Lübbecker auf europäischer Ebene gleich mit größtmöglicher Handballprominenz zu tun. In der Vorrunde der Champions League, die am Mittwoch in Wien ausgelost wurde, trifft Vardar Skopje unter anderem auf die SG Flensburg-Handewitt und Paris Saint-Germain.

Patryk ist ein junger Familienvater. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich jetzt von seinem neuen Verein gehört habe. Es war in Coronazeiten sicherlich umso schwerer für ihn, einen Verein zu finden.

Rolf Hermann (TuS N-Lübbecke)

Walczak war vor zwei Jahren vom französischen Erstligisten Massy Essonne Handball an den Wiehen gekommen. Damals stand der polnische Nationalspieler aber nicht bei den Franzosen unter Vertrag, sondern bei Vive Kielce. Die Polen hatten den Kreisläufer verliehen. Nach einem ersten TuS-Jahr mit vielen Spielanteilen in Angriff und Abwehr wurde Walczak in der Corona-Abbruchsaison überwiegend als Abwehrspezialist benötigt. Im Angriff stand er nicht mehr so häufig auf dem Parkett. „Patryk ist ein junger Familienvater. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich jetzt von seinem neuen Verein gehört habe. Es war in Coronazeiten sicherlich umso schwerer für ihn, einen Verein zu finden“, sagte Rolf Hermann, der beim TuS N-Lübbecke für den sportlichen Bereich verantwortlich ist: „Umso besser für ihn, dass er bei einem solch namhaften Klub untergekommen ist. Patryk hatte immer den Anspruch geäußert, dass er noch einen Schritt nach vorn machen möchte. Jetzt bekommt er diese Chance, und wir vom TuS N-Lübbecke drücken ihm natürlich die Daumen, dass er sie nutzen kann. Vielleicht profitiert ja gerade er von den Impulsen durch die neue Umgebung und die neuen Mitspieler. Für uns war Patryk im Verbund mit Marko Bagaric eine sehr wichtige Stütze im Abwehrinnenblock. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch seine Leistungen in Lübbecke einer der Gründe für Vardar Skopje waren, sich letztendlich für ihn zu entscheiden.“

Lübbecker „Filiale“ in Mazedonien

Walczak ist der erste Pole bei dem Spitzenklub aus Nordmazedonien. Nach den finanziellen Turbulenzen rund um den Ausstieg des russischen Millionärs und Geschäftsmannes Sergej Samsonenko scheint der neue Klubchef Mihajlo Mihajlovski den Verein vorerst stabilisiert zu haben. Ein Großteil der letztjährigen Mannschaft ist geblieben, so dass Walczak neben Dissinger auch den kroatischen Nationalspieler Ivan Cupic (früher Rhein-Neckar Löwen) und den russischen Nationalspieler Timur Dibirov treffen wird. Zu den namhaften Neuzugängen für die kommende Saison zählen der langjährige Kieler Marko Vujin (zuletzt Sporting Lissabon) und Filip Taleski von HBW Balingen-Weilstetten. Walczaks namhafte Konkurrenten auf der Kreisläuferposition heißen Gleb Kalarasch, der russische Nationalspieler spielte auch schon für den SC Magdeburg, und Stojance Stoilov. Der 33-jährige nordmazedonische Nationalspieler ist Kapitän bei Vardar und steht dort schon seit 2011 unter Vertrag.

 

 

 

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