Handball: Zweitligist HSV Hamburg befindet sich in Quarantäne
Corona-Alarm beim TuS-Gegner

Hüllhorst/Lübbecke (WB). Hüllhorst und Hamburg – selten hatten die zwei Orte soviel gemeinsam wie jetzt: Die heimischen Handballer blicken in diesen Tagen gespannt auf die beiden Orte, an denen der Corona-Virus ihrem Sport nun zweimal einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat. In Hüllhorst musste der Terra-Cup abgebrochen werden, in Hamburg befindet sich der Zweitligist HSV in Quarantäne – am 2. Oktober der planmäßige Auftaktgegner des TuS N-Lübbecke für die neue Saison in der Zweiten Bundesliga.

Mittwoch, 23.09.2020, 13:04 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 13:06 Uhr
Muss mit Blick auf den eventuell gefährdeten Saisonstart gegen den HSV Hamburg abwarten: TuS N-Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel. Foto: Ingo Notz
Muss mit Blick auf den eventuell gefährdeten Saisonstart gegen den HSV Hamburg abwarten: TuS N-Lübbeckes Geschäftsführer Torsten Appel. Foto: Ingo Notz

Die Meldung schockte am späten Dienstagabend nicht nur die HSV-Fans, auch in Lübbecke beobachten viele Handball-Enthusiasten interessiert, was sich beim HSV tut. Der Handball Sport Verein Hamburg musste sein letztes Testspiel der Saisonvorbereitung, Gegner sollte gestern Abend der VfL Lübeck-Schwartau sein, absagen. Gleich fünf Spieler des HSV wurden bei den wöchentlichen Corona-Tests positiv auf das Virus getestet. „Bis zu weiteren Erkenntnissen und Anweisungen der Gesundheitsbehörde begibt sich die Mannschaft sofort in Quarantäne. Die betroffenen Spieler weisen keinerlei Symptome auf und fühlen sich gesund“, teilte der HSV Auf seiner Homepage mit. Dort stehen aber auch die Sätze, die die Lübbecker Handball-Fans nervös machen könnten: „Ob das Spiel am ersten Spieltag beim TuS N-Lübbecke – angesetzt für Freitag, den 2. Oktober – wie geplant stattfinden kann, ist derzeit noch unklar und abhängig von nötigen Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“ Über das weitere Vorgehen entscheidet nun erst einmal die Hamburger Gesundheitsbehörde, deren Empfehlungen und Aufforderungen der Verein befolgen werde, wie der HSV betonte.

Es war eine Frage der Zeit, wann es eine Mannschaft trifft, nicht ob, sondern wann. Daher werden wir auch jetzt damit ruhig und sachlich arbeiten.

Torsten Appel (Geschäftsführer TuS N-Lübbecke)

Die Meldungen hat natürlich auch der TuS N-Lübbecke mit Sorge verfolgt – in Panik bricht bei den Verantwortlichen aber niemand aus. „Noch ist es ja ein Konjunktiv“, weißt Torsten Appel darauf hin, dass eine Entscheidung bezüglich des Hamburger Gastspiels in Lübbecke noch nicht getroffen worden sei. „In Anbetracht der Fülle von Problemstellungen, vor denen wir stehen, macht mich das jetzt auch nicht mehr nervös“, zeigte sich der TuS-Geschäftsführer nicht sonderlich geschockt, nachdem er die Nachrichten aus Hamburg bekommen hatte. „Es war eine Frage der Zeit, wann es eine Mannschaft trifft, nicht ob, sondern wann. Daher werden wir auch jetzt damit ruhig und sachlich arbeiten. Wir sind eh in der abwartenden Rolle und können dazu erst einmal gar nichts sagen, weil sich an unserer Rolle bisher gar nichts geändert hat. Wir befinden uns natürlich in Gesprächen mit Hamburg und mit der Liga – und müssen jetzt abwarten.“

Neues Hygienekonzept wird vorgestellt

Die Meldung aus Hamburg kam gerade zu der Zeit, als der TuS N-Lübbecke gemeinsam mit GWD Minden zu einer Präsentation des gemeinsamen Hygienekonzepts geladen hat, mit dem die Kreissporthalle in Lübbecke für die Ausrichtung der Bundesligaspieler beider Teams tauglich gemacht werden soll. Dies übrigens nicht mehr unter dem bisher zwangsweise erfolgtem Ausschluss der Zuschauer wie beim Spielo-Cup am vergangenen Wochenende, sondern unter Einbeziehung möglichst vieler Fans – so viele zumindest, wie die neuesten Verordnungen der Landesregierung zulassen. Hier dürfte sich die Zahl nach den letzten Wasserstandsmeldungen aus Düsseldorf, wenn sich die gesamte Corona-Lage nicht mehr dramatisch entwickeln sollte, zwischen 600 und 762 zugelassenen Zuschauern bewegen.

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