2. Bundesliga: TuS N-Lübbecke gewinnt Saison-Auftakt beim ThSV Eisenach mit 29:27
Nervenschlacht an der Wartburg

Eisenach/Lübbecke (WB). Was für eine Nervenschlacht! Die Zweitliga-Handballer des TuS N-Lübbecke haben ihr erstes Saisonspiel beim ThSV Eisenach mit 29:27 (16:12) für sich entschieden, mussten an der Wartburg aber lange zittern. Nach einer starken ersten Halbzeit kamen die favorisierten Gäste nach der Pause kurzzeitig vom Kurs ab und lagen zehn Minuten vor Schluss mit zwei Toren im Hintertreffen (22:24), ehe ein Endspurt zum Sieg reichte. Der Jubel war groß!

Samstag, 10.10.2020, 21:32 Uhr aktualisiert: 10.10.2020, 22:02 Uhr
Gefühlsexplosion beim Saisonauftakt in Eisenach: Yannick Dräger (rechts) und Peter Strosack feiern nach einer nervenaufreibenden Schlussphase den Lübbecker Sieg. Foto: Sascha Fromm
Gefühlsexplosion beim Saisonauftakt in Eisenach: Yannick Dräger (rechts) und Peter Strosack feiern nach einer nervenaufreibenden Schlussphase den Lübbecker Sieg. Foto: Sascha Fromm

Die Lübbecker legten in der ersten Halbzeit einen hochkonzentrierten Auftritt hin. Die Rückraum-Achse mit den „Halben“ Valentin Spohn und Dominik Ebner sowie Mittelmann Benas Petreikis übte viel Druck auf den Gegner aus. Tom Skroblien mit einem verwandelten Siebenmeter und Spohn sorgten gleich für eine 2:0-Führung der Gäste, die ihren guten Start anschließend kontinuierlich ausbauten.

Rezar stellt sich dem Gastgeber in den Weg

Zwar konnte Eisenach in der 9. Minute beim 2:2 ausgleichen, Petreikis und Peter Strosack legten aber gleich wieder zum 2:4 nach. Der TuS behielt auch dank einer starken Abwehr das Heft in der Hand: Während die Hausherren in der Werner-Aßmann-Halle in der Anfangsphase mehrfach am starken Aljosa Rezar im TuS-Tor scheiterten, nutzte der Favorit auf der anderen Seite seine geduldig herausgespielten Chancen: Neben Spohn (vier Tore in Halbzeit eins) war auch Nebenmann Ebner (4) vom ThSV nicht auszuschalten.

War zur Stelle, als es drauf ankam: Rückraum-Ass Valentin Spohn drehte in der Schlussphase wieder auf und brachte den TuS N-Lübbecke mit drei wichtigen Treffern auf Siegkurs.

War zur Stelle, als es drauf ankam: Rückraum-Ass Valentin Spohn drehte in der Schlussphase wieder auf und brachte den TuS N-Lübbecke mit drei wichtigen Treffern auf Siegkurs. Foto: Sascha Fromm

In der 18. Minute stand beim 5:10 erstmals sogar ein Fünf-Tore-Vorsprung zu Buche, es sah nach einem lockeren Aufgalopp für den TuS aus. In die Karten spielte der Mannschaft von Emir Kurtagic auch die harte Linie der Schiedsrichter, die im ersten Durchgang fünf Zeitstrafen gegen die keinesfalls überhart agierenden Hausherren verteilten. Das hatte zur Folge, dass der Arbeitstag von Daniel Dicker in der 22. Minute nach seiner dritten Zeitstrafe bereits beendet war. Mit der Roten Karte bedacht, musste der Rückraumspieler das Parkett verlassen. Die ThSV-Fans reagierten mit „Schieber, Schieber“-Rufen.

Die Gäste ließ das absolut kalt. Die Spieler des TuS N-Lübbecke zeigten von Beginn an eine gute Körpersprache, wirkten präsent und angriffslustig. Mit geduldigem Angriffsspiel hielt die Kurtagic-Sieben den Gegner weiter souverän auf Distanz und ging mit einem Vier-Tore-Polster in die Pause.

Eisenach kommt wie verwandelt aus der Kabine – TuS wird unruhig

Nach dem Wechsel änderte sich dann aber schlagartig das Bild: Eisenach agierte mutiger und verkürzte schnell zum 14:16, den TuS erfasste nun das erste Mal eine gewisse Unruhe im Spiel. Beim Stand von 17:19 konnte der starke Rezar gleich drei Mal in Folge den Anschlusstreffer verhindern. Beim 19:20 durch Martin Potisk war es aber soweit: Eisenach war wieder in Reichweite (42.). Kurtagic nahm eine Auszeit, doch es wurde nicht besser: Alexander Saul und Weyhrauch brachten Eisenach mit ihren Treffern zum 21:20 erstmals in Führung.

Was zunächst nach einem Spaziergang ausgesehen hatte, war nun endgültig eine Nervenschlacht. Mit Mumm und individueller Klasse hielt der TuS N-Lübbecke aber dagegen: Benas Petreikis erzielte das 21:21 und nach dem abermaligen Rückstand auch das 22:22. Nachdem der eingewechselte Johannes Jepsen mit einer Parade den nächsten Gegentreffer von Außen verhindert hatte, versuchte es Petreikis erneut, scheiterte aber diesmal am Torhüter (49.).

Die TuS-Abwehr, hier Marko Bagaric (links) und Lutz Heiny, machte den Hausherren vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer. Nach der Pause wurde es ein offenes Duell.

Die TuS-Abwehr, hier Marko Bagaric (links) und Lutz Heiny, machte den Hausherren vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer. Nach der Pause wurde es ein offenes Duell. Foto: Sascha Fromm

Der ThSV Eisenach zog in der nun immer lauteren Werner-Aßmann-Halle auf 24:22 davon. Von einer Vorentscheidung konnte aber keine Rede sein. Denn die Lübbecker antworteten mit individueller Klasse: Dräger und Spohn mit seinem ersten Treffer im zweiten Durchgang sowie erneut Dräger nach Traumpass im Fallen vom Kreis drehten den Rückstand in eine 25:24-Führung.

Der TuS wirkte nun wieder entschlossener: Dank der Tore von Spohn und Ebner stand beim 26:27 weiter eine Führung auf der Anzeigetafel. Es folgten die entscheidenden Minuten: In Unterzahl eroberten die Lübbecker den Ball, Dräger warf zum 28:26 ins leere Tor. Als Aljosa Rezar beim Stand von 29:27 einen Siebenmeter parierte, war der Sieg unter Dach und Fach. Den erlebte auch Bogdan Andrei Criciotoiu auf dem Parkett: Der Neuzugang war kurz vor Schluss für seine ersten Minuten im TuS-Trikot an alter Wirkungsstätte eingewechselt worden.

ThSV Eisenach: Eichberger, Voncina – Saul (8 Tore), Weyhrauch (6), Snajder (5), Obranovic (3), Beciri (2), Tokic, Dicker, Potisk (alle 1), Ulshofer.

TuS N-Lübbecke: Rezar, ab 46. Jepsen – Strosack (3), Spohn (6), Petreikis (3), Ebner (7), Skroblien (5/3), Dräger (3), Bagaric, Becvar (1), Mundus (1), Petrovsky, Speckmann, Criciotoiu, Heiny.

Rote Karte: Daniel Dicker (drei Zeitstrafen/22.)

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7626190?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F
Arminia: Mittwoch erster Corona-Test seit dem Bayern-Spiel
Bayern-Profi Serge Gnabry beim Spiel am Samstag in Bielefeld Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker