Trainer Emir Kurtagic zur kurzfristigen Spielabsage und den negativen Corona-Tests
„Das habe ich noch nie erlebt“

Lübbecke (WB). Zwischen kurios und kräfteraubend: Die vergangene Woche beim Handball-Zweitligisten TuS N-Lübbecke war für Spieler und Verantwortliche in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Nach Corona-Sorgen im eigenen Kader entwickelte sich mit der kurzfristigen Spielabsage gegen die SG Bietigheim am Freitag noch einmal eine neue Dynamik. Trainer Emir Kurtagic blickt im Interview auf den Chaos-Tag zurück.

Sonntag, 25.10.2020, 17:43 Uhr aktualisiert: 25.10.2020, 18:00 Uhr
Außergewöhnliche Umstände: TuS-Coach Emir Kurtagic erfuhr am vergangenen Freitag kurz nach dem Abschlusstraining von der Spielabsage gegen Bietigheim. Foto: Alexander Grohmann
Außergewöhnliche Umstände: TuS-Coach Emir Kurtagic erfuhr am vergangenen Freitag kurz nach dem Abschlusstraining von der Spielabsage gegen Bietigheim. Foto: Alexander Grohmann

Herr Kurtagic, am Freitag haben Sie die Mannschaft auf das Spiel gegen die SG Bietigheim eingestimmt, als aufgrund von weiteren Corona-Fällen beim Gegner die Partie im letzten Moment abgesagt wurde. Wie haben Sie das ganze Hin und Her erlebt?

Emir Kurtagic: Wir hatten das Training gerade beendet, als wir die Information bekamen, dass am nächsten Tag nicht gespielt werden kann. So etwas habe ich ehrlich gesagt nicht einmal in meiner Zeit als Jugendtrainer erlebt.

 

Die Probleme in Folge von Corona-Fällen häufen sich auch in der 2. Liga. Der TuS war mit Dominik Ebner jüngst selbst betroffen. Wie erleben Sie die Situation?

Kurtagic: Es ist Woche für ­Woche eine Herausforderung für Verein, Spieler und Trainer. Auch wenn es nicht leicht fällt: Wir müssen uns auf das Wesentliche fokussieren, alles andere liegt nicht in unserer Hand. Ab Montag bereiten wir uns auf das Spiel in Dormagen vor und hoffen, dass wir Samstag dahinfahren dürfen.

 

„Ab Mittwoch sind wir wieder komplett.“

Emir Kurtagic

Es gab auch eine gute Nachricht in der vergangenen Woche: Die zweite TuS- Testung hat keine weiteren Covid-19-Infektionen im ­TuS-Kader nachweisen können. Waren Sie erleichtert?

Kurtagic: Ja, sehr. Das war glaube ich auch für Dominik ganz wichtig, dass er sich keine Vorwürfe machen muss, eventuell einen Teamkollegen angesteckt zu haben. Nach jetzigem Stand haben wir Mittwoch wieder den kompletten Kader im Training. Die Quarantäne der beiden Spieler, die als Kontaktpersonen von Dominik galten, ist dann ebenfalls beendet.

 

Zahlt es sich jetzt auch aus, dass beim TuS streng die im Hygienekonzept verankerten Umgangsregeln angewendet werden?

Kurtagic: Ja. Die Jungs sind wirklich alle sehr vorsichtig und gehen die Geschichte mit dem Bewusstsein an, welche ­Folgen ein einziger Corona-Fall für die Mannschaft haben kann. Es kann jeden treffen, das ist uns allen bewusst. Wir wollen vermeiden, dass es auch bei uns irgendwann zu einer zweiwöchigen Pause im Trainings- und Spielbetrieb kommen muss.

Nach fünf Spieltagen stehen für den TuS N-Lübbecke in der 2. Liga nun schon zwei Spielabsagen zu Buche. Befürchten Sie eine ­Saisonunterbrechung oder gar einen Abbruch?

Kurtagic: Ich glaube, dass wir es im Profi-Handball hinbekommen können. Wir können momentan aber nur von Woche zu Woche planen. Fest steht: Die Gesundheit aller steht an erster Stelle.

 

Wie gestaltet man als Coach eine Trainingswoche, wenn die Corona-Absagen die Schlagzeilen bestimmen und Unsicherheit ein ständiger Begleiter ist?

Kurtagic: Wie gesagt, der Fokus ist entscheidend, auch wenn das für alle nicht einfach ist. In jedem Training müssen wir uns immer wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Das ist kräfteraubend.

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