2. Bundesliga: Handballer spielen heute Abend bei der HSG Konstanz voll auf Sieg
TuS N-Lübbecke startet in Jahresendspurt

Lübbecke/Konstanz. Ab sofort geht es Schlag auf Schlag: Mit der Partie am heutigen Freitagabend bei der HSG Konstanz (20 Uhr) beginnt für die Zweitliga-Handballer des TuS N-Lübbecke ein Spiele-Marathon, der es in sich hat. „Wir kommen von ­Extrem zu Extrem. Nach nur drei Spielen in den ersten sechs Wochen warten bis Silvester jetzt in dem gleichen Zeitraum zwölf Spiele auf uns“, blickt ­Trainer Emir Kurtagic auf die ­ bevorstehende Terminhatz – Corona-Zwischenfälle bei der Hochrechnung ausgeblendet.

Freitag, 13.11.2020, 10:15 Uhr aktualisiert: 13.11.2020, 10:20 Uhr
Kampf um jeden Zentimeter Luftraum: Vor allem in der Abwehr muss der TuS N-Lübbecke heute Abend in Konstanz zulegen, um den angestrebten Sieg aus der Schänzle-Sporthalle zu entführen. Die Partie am Bodensee ist der Auftakt in den heißen Jahresendspurt des Zweitligisten mit zwölf Spielen innerhalb von sechs Wochen. Foto: Oliver Krato
Kampf um jeden Zentimeter Luftraum: Vor allem in der Abwehr muss der TuS N-Lübbecke heute Abend in Konstanz zulegen, um den angestrebten Sieg aus der Schänzle-Sporthalle zu entführen. Die Partie am Bodensee ist der Auftakt in den heißen Jahresendspurt des Zweitligisten mit zwölf Spielen innerhalb von sechs Wochen. Foto: Oliver Krato

Alle drei Tage ein Punktspiel: Den TuS-Profis kann das im Grunde genommen aber nur recht sein. Die ständigen Unterbrechungen in den ersten ­Wochen der Saison haben an den Nerven gezehrt. Vom angestrebten Rhythmus sind die heimischen Handball-Profis noch weit entfernt. Das drückt sich auch in der bisherigen Ausbeute von 3:3 Punkten aus.

Immer nur zu trainieren, kann irgendwann ermüdend sein. Spiele sind durch nichts zu ersetzen, was die Weiterentwicklung einer Mannschaft angeht.

Emir Kurtagic, Trainer TuS N-Lübbecke

Wie die Spieler die schwierige Situation bislang angenommen haben, nötigt Kurtagic Respekt ab. „Ich muss den Jungs ein Riesenkompliment machen. Sie haben auch in den letzten beiden Wochen im Training wieder Vollgas gegeben. Wir sind in allen Be­reichen einen Schritt weitergekommen“, urteilt der Trainer, der sich von den anstehenden englischen Wochen aber eine noch schnellere Weiterentwicklung verspricht. „Immer nur zu trainieren kann irgendwann ermüdend sein. Spiele sind durch nichts zu ersetzen“, denkt der 40-Jährige.

Nach neunstündiger Busreise traf die Mannschaft am Donnerstagabend in Konstanz ein. Der Freitag startete mit einem gemütlichen Spaziergang am Bodensee, danach stehen im weiteren Verlauf Videostudium, Mannschaftsessen und Mittagsschlaf auf dem Programm, ehe die Einstimmung auf das Abendspiel in der Schänzle-Sporthalle folgt. Auf das obligatorische Anschwitzen hat der TuS aus zwei Gründen verzichtet. Zum einen liegen ohnehin trainingsintensive Tage hinter den Spielern, zum anderen war es schwer, in Corona-Zeiten an eine geeignete Halle zu kommen, in der man sich für das Spiel einwerfen kann.

Selbstbewusst: Emir Kurtagic peilt zwei Punkte an

An der Zielsetzung lässt Emir Kurtagic so oder so keine Zweifel aufkommen: „Wir wollen die zwei Punkte mitnehmen. Das sollte auch unser Anspruch sein“, nimmt Lübbeckes Trainer die Favoritenrolle an. Dennoch zieht er vor der HSG Konstanz zugleich den Hut. Kurtagic bezeichnet den letztjährigen Aufsteiger als „gewachsene Einheit, die ihr Konzept verinnerlicht hat.“ In diesem Sommer verloren die Konstanzer allerdings zwei Leistungsträger: Neben Kreisläufer Fabian Wiedestein (HBW Balingen) verließ mit dem Halb-Linken Paul Galetsch (Amicitia Zürich) auch der beste Goalgetter die HSG, der Saisonstart (2:6 Punkte) war eher enttäuschend.

Lübbeckes Personallage hat sich dagegen entspannt. Besonders die Rückkehr von Dominik Ebner sorgt für Zuversicht. „Ich bin froh, dass Dominik wieder gesund ist und zuletzt eine Woche mit der Mannschaft trainieren konnte“, sagt Kurtagic über den Linkshänder, dessen Fehlen im Rückraum zuletzt einige Probleme nach sich gezogen hatte. Da auch die Rippenprellung von Torwart Johannes Jepsen rechtzeitig abgeklungen ist, läuft der TuS heute fast in voller Kaderstärke auf.

Pluspunkt für die Gäste: Die „Schanzle-Hölle“ bleibt heute still

Weiterer Vorteil: In der von den HSG-Fans liebevoll in „Schanzle-Hölle“ umgetauften Schänzle-Halle wird es heute Abend ungewohnt leise sein. Zuschauer sind aufgrund der Corona-Zahlen nicht zugelassen. Es ist zugleich das erste Geisterspiel in der Geschichte der HSG Konstanz, wie der Verein in dieser Woche noch einmal unterstrich.

Erfahrungen mit Konstanz: Tom Skroblien, hier am Mikro von Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Nina Wehmeyer, kennt das Erfolgsrezept für die Partie am heutigen Freitagabend.

Erfahrungen mit Konstanz: Tom Skroblien, hier am Mikro von Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Nina Wehmeyer, kennt das Erfolgsrezept für die Partie am heutigen Freitagabend. Foto: Grohmann

TuS-Neuzugang Tom Skroblien, der eine ausgeglichene Bilanz in den bisherigen Duellen gegen die HSG aufweist (ein Sieg, eine Niederlage), erwartet dennoch eine anspruchsvolle Aufgabe: „In Konstanz musst du den Kampf annehmen, sonst wird’s schwer“, sagt der Linksaußen, der sich bisher als zuverlässiger Siebenmeterverwerter und Feldtorschütze präsentierte. Der 27-Jährige, der im Sommer vom Erstliga-Aufsteiger TuSEM Essen nach Lübbecke kam, weiß: „In der 2. Liga wird generell der belohnt, der mehr investiert.“

Damit spricht Skroblien seinem Trainer aus der Seele. Kurtagic hat mit seinem Team in den vergangenen Einheiten viel an den aufgetretenen Defensivschwächen gearbeitet. „Wir müssen Abwehr und Torwart stabil bekommen. Das ist immer die Grundlage“, sagt der Coach, der sich zudem mehr Spielkontrolle wünscht. „Es ist wichtig, dass wir eine gewisse Konstanz in allen Bereichen zeigen.“ Ganz besonders in Konstanz.

 

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