Der TuS N-Lübbecke ist nach Spielabsage gegen Aue heute gleich wieder gefordert
Auswärtsspiele stehen unter gutem Stern

Lübbecke (WB). Schnell abhaken und einfach weitermachen: Die Handballer des TuS N-Lübbecke haben darin schon Übung. Nachdem der Zweitligist unter der Woche bereits die dritte Heimspiel-Absage der Saison verkraften musste – der EHV Aue hatte Corona-Fälle im Kader gemeldet – gehen die TuS-Handballer am heutigen Freitagabend neu justiert ins Auswärtsspiel beim TV Hüttenberg (19.30 Uhr/Rittal Arena Wetzlar). „Durch das ausgefallene Spiel am Mittwoch hatten wir zwei Einheiten mehr, um uns auf einen unangenehmen Gegner vorzubereiten. Das ist insofern von Vorteil“, sagt Emir Kurtagic pragmatisch.

Freitag, 20.11.2020, 00:38 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 02:01 Uhr
Flugstunde mit Lutz Heiny: Der dynamische Rückraumspieler will mit dem TuS N-Lübbecke beim TV Hüttenberg die gute Auswärtsbilanz weiter ausbauen. Foto: Peter Pisa
Flugstunde mit Lutz Heiny: Der dynamische Rückraumspieler will mit dem TuS N-Lübbecke beim TV Hüttenberg die gute Auswärtsbilanz weiter ausbauen. Foto: Peter Pisa

Der wieder einmal durcheinander gewirbelte Wochenplan kann den TuS-Coach nicht mehr sonderlich erschüttern. „Man kann es ja doch nicht ändern. Nach der Spielabsage hat auch die Mannschaft am Dienstag im Training sofort den Schalter umgelegt“, lobt Kurtagic, der sich in Corona-Zeiten ein dickes Fell zugelegt hat.

Immerhin: Die Wahrscheinlichkeit, dass am heutigen Freitag gespielt werden kann, ist statistisch betrachtet hoch. Denn die Auswärtsspiele des TuS N-Lübbecke stehen bislang unter einem guten Stern: Den drei Spielabsagen in eigener Halle stehen immerhin drei durchgeführte Partien in der Fremde gegenüber – eine Quote von hundert Prozent. Mit der kann auch der TV Hüttenberg dienen: Als eines der wenigen Handball-Profiteams in Deutschland waren die Mittelhessen (nördlich von Frankfurt) in dieser Saison noch gar nicht von Spielabsagen betroffen und konnten alle sieben Partien austragen. Zum Vergleich: Der TuS kommt inklusive der einzigen Heimpartie gegen Dresden auf vier Einsätze.

Hüttenberg war schon sieben Mal im Einsatz – Rekord!

Trotzdem: In der Tabelle stehen die Hüttenberger (3:11 Punkte) hinter den Lübbeckern (5:3 Punkte), die ihre starke Auswärtsbilanz (zwei Siege, ein Remis) am Freitagabend im direkten Vergleich weiter ausbauen wollen. „Der TV Hüttenberg hat genau wie wir einen Umbruch im Kader hinter sich. Sie haben aber in fast jedem Spiel bisher ihre Chance bekommen. Es gilt für uns daher, wieder eine hoch konzentrierte Leistung abzurufen“, warnt Kurtagic.

In der Vorbereitung war die offensive Abwehr des Gegners ein Thema. „Das Spiel wird eine gewisse Reifeprüfung für uns. Wir dürfen vorne nicht in Hektik verfallen“, so der Lübbecker Coach, der an die bis dato einzige Saisonpleite in eigener Halle gegen den HC Elbflorenz erinnert (21:27), als sein Team – zu einem allerdings frühen Zeitpunkt der Saison und unter dem Eindruck des Corona-bedingten Ausfalls von Dominik Ebner – im Angriff keine Lösungen fand.

Spohn brennt aufs Spiel – auch wenn er lieber volle Ränge hätte

Dass es auswärts bislang so gut läuft, hat nach Ansicht des Trainers nur am Rande mit der Tatsache zu tun, dass die Tribünen leer sind und die Heimmannschaft auf die gewohnte Unterstützung der eigenen Anhänger verzichten muss. „Die guten Ergebnisse sind meiner Mannschaft gutzuschreiben. Es hat viel mit dem Investment zu tun, das wir im Spiel einbringen“, lobt Kurtagic.

Valentin Spohn wäre es lieber, wenn auch in der Rittal Arena in Wetzlaer am Freitagabend Zuschauer auf der Tribüne sitzen würden. „Mich stört es eher, ohne Fans zu spielen. Ich mag es, wenn es laut ist und man die Emotionen aufsaugen kann“, sagt der Rückraum-Shooter. Trotzdem ist der 23-Jährige natürlich heiß aufs Match, zumal er zuletzt in Konstanz auch mit Blick auf die anstrengenden Englischen Wochen über weite Strecken geschont worden war.

Dass ich gegen Konstanz lange auf der Bank saß, war völlig okay für mich. Lutz Heiny hat ein Riesenspiel gemacht und Konstanz war chancenlos.

Valentin Spohn, Rückraumspieler des TuS N-Lübbecke

„Die Busfahrt war trotzdem lang“, scherzt Spohn, dem die ungewohnte Joker-Rolle überhaupt nichts ausgemacht hat. „Das war für mich gar kein Problem, zumal Lutz Heiny ein Riesenspiel gemacht hat und Konstanz chancenlos war“, sagt Spohn, der gegen Hüttenberg wohl wieder häufiger seine rechte Klebe auspacken kann. „Ich hätte schon Mittwoch gerne gegen Aue gespielt. Es ist schwer, derzeit in einen richtigen Spielrhythmus zu kommen. Aber ich bin guter Dinge für die Partie“, sagt der Rückraumspieler.

Spannend dürfte sein, wie Hüttenberg sich auf die zuletzt torhungrigen Außen des TuS einstellt. In Konstanz hatte allein Tom Skroblien 13 Treffer erzielt. Sollte der Gastgeber seine Taktik etwas darauf ausrichten, könnte das dem Rückraum neue Spielräume ermöglichen.

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