TuS N-Lübbecke steigert sich in Hüttenberg nach der Pause und feiert 32:24-Sieg
Erst etwas schläfrig, dann brillant

Wetzlar/Lübbecke (WB). Sie „grooven“ sich langsam ein: Die Handballer des TuS N-Lübbecke haben in der 2. Bundesliga den nächsten klaren Auswärtssieg unter Dach und Fach gebracht. Beim TV Hüttenberg setzte sich das Team von Emir Kurtagic am Ende souverän mit 32:24 (14:15) durch. Der Aufstiegsaspirant baute damit zugleich seine bärenstarke Auswärtsbilanz auf nunmehr 7:1 Punkte aus.

Freitag, 20.11.2020, 22:20 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 00:18 Uhr
In der ersten Halbzeit hatte die Abwehr um Marko Bagaric (links) mit den Hüttenbergern, hier Merlin Fuß beim Wurf, Probleme. Nach der Pause spielte der TuS stark auf. Foto: Marc Thürmer
In der ersten Halbzeit hatte die Abwehr um Marko Bagaric (links) mit den Hüttenbergern, hier Merlin Fuß beim Wurf, Probleme. Nach der Pause spielte der TuS stark auf. Foto: Marc Thürmer

Neben Linksaußen Tom Skroblien, der mit 9/2 Toren seine Topform untermauerte, konnte in der Wetzlarer Rittal Arena besonders der agile Lutz Heiny im Rückraum mit einer starken Leistung auf sich aufmerksam machen. „Nach dem etwas schläfrigen Start hat meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt, zu was sie fähig ist. Ich bin sehr zufrieden, wie reif und ruhig wir auswärts wieder aufgetreten sind”, sagte TuS-Coach Emir Kurtagic nach dem Sieg an seiner einstigen Wirkungsstätte.

Tempo und schnelle Tore: Der TuS N-Lübbecke startete mit einem 3:0-Lauf ins Auswärtsspiel, verlor danach aber zunächst seine Linie. Vor allem in der Deckung zeigte der Favorit zu wenig, so dass die personell stark ersatzgeschwächten Hausherren beim 5:4 erstmals vorbeiziehen konnten. „Gerade was Abwehr und Torwart angeht, war das in dieser Phase von uns zu wenig“, monierte Kurtagic.

Starkes Kollektiv: Die TuS-Spieler bejubeln nach dem Spiel den zweiten deutlichen Auswärtssieg in Folge. Die Bilanz auf fremdem Parkett verbesserten die Handballer auf 7:1 Punkte.

Starkes Kollektiv: Die TuS-Spieler bejubeln nach dem Spiel den zweiten deutlichen Auswärtssieg in Folge. Die Bilanz auf fremdem Parkett verbesserten die Handballer auf 7:1 Punkte. Foto: Marc Thürmer

In der 24. Minute sah Leos Petrovsky nach hartem Einsteigen gegen Niklas Theiß die Rote Karte. Der Lübbecker hatte den TVH-Rückraumspieler in der Luft hart abgeräumt. Theiß landete aus großer Höhe auf dem Parkett und wurde nach kurzer Behandlung in Begleitung eines Mitspielers und von TuS-Abwehrchef Marko Bagaric zur Bank geleitet (24.). Die Hinausstellung war absolut vertretbar.

Rote Karte gegen Petrovsky kann TuS nicht beeindrucken

Eindruck machte das aber nicht auf den TuS: In Unterzahl traf Dominik Ebner cool zum 12:11 für die Gäste, die in der Schlussphase der ersten Halbzeit dann zwar das erste Mal mit zwei Toren ins Hintertreffen gerieten (15:13). Tom Skroblien per Siebenmeter konnte aber vor der Pause den Anschluss herstellen.

„Ich war mir sicher, dass wir nicht über 60 Minuten diese Abwehrleistung zeigen würden”, bilanzierte Emir Kurtagic. Und in der Tat: Sein Team wirkte nach der Pause wild entschlossen und ließ Hüttenberg nicht mehr zur Entfaltung kommen. „Das haben die Jungs gut gemacht. Die zweite Halbzeit lief einfach rund“, ließ sich auch der Sportliche Leiter Rolf Hermann nach dem Spiel zu einem Lob hinreißen.

Die zweite Halbzeit war einfach rund.

Rolf Hermann, Sportlicher Leiter des TuS N-Lübbecke

Wichtig für den Kopf: Der eingewechselte Johannes Jepsen führte sich im TuS-Tor mit mehreren Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter, bestens ein. Das gab gleich die nötige Sicherheit. Vorne agierten die Lübbecker nun eiskalt, ließen den Ball gut laufen und zogen schnell auf 16:20 davon (39.). TVH-Coach Frederick Griesbach konnte auch mit einer frühen Auszeit das drohende Unheil nicht mehr von seiner Mannschaft abwenden. Der TuS-Express kam nämlich ins Rollen: Die Lübbecker spielten vorne ihre Konzepte gegen die offensive Deckung der Gastgeber nun auf den Punkt und setzten sich im Stile einer Spitzenmannschaft weiter ab.

Co-Produktion Petreikis/Skroblien führt zum schönsten Tor

Mit dem schönsten Tor des Tages unterstrichen die Gäste ihre Klasse: Benas Petreikis bediente Tom Skroblien mit einem Bodenpass über 15 Meter und der Linksaußen traf mit einem herrlichen Heber zum 19:26 (48.) – die frühe Vorentscheidung!

„Mir haben die beiden wichtigsten Abwehrspieler gefehlt. Im Rückraum standen Spieler der Jahrgänge 2000, 2002 und 2003. Der Unterschied zu Lübbecke ist: Sie wollen nach einem Umbruch im Sommer aufsteigen, wir den Klassenerhalt erreichen. Wir gehen unseren Weg trotzdem weiter“, sagte TVH-Coach Frederick Griesbach nach dem Spiel in der Pressekonferenz. Trost gab’s vom neben ihm sitzenden Trainerkollegen: „Hüttenberg hat mit Herz dagegen gehalten. Ab sofort drücke ich ihnen auch wieder die Daumen“, versprach Emir Kurtagic, der den TVH von 2017 bis 2019 selbst trainiert hatte.

Am Wochenende ist für den TuS Durchschnaufen angesagt

Weil die für kommenden Dienstag, 24. November, geplante Partie des TuS gegen die SG BBM Bietigheim nach weiteren Corona-Fällen beim Gegner erneut abgesagt worden ist, freuen sich die Lübbecker Handballer nun auf ein freies Wochenende. „Die Jungs können jetzt mal etwas durchschnaufen“, sagte Hermann. Das nächste Spiel bestreitet der Zweitligist in einer Woche gegen den TuS Fürstenfeldbruck (Freitag, 27. November). Es wäre das zweite Heimspiel der Saison.

TV Hüttenberg: Plaue (15 Paraden), Weber – Fuß (4 Tore), Kirschner, Opitz, Theiß (2), Fujita, Weber (8), Rompf (2), Reichl (3), Mubenzem (1), Hübscher, Hahn (2/2), Klein (2), Jockel.

TuS N-Lübbecke: Rezar (6 Paraden), ab 31. Jepsen (5/1 P.) – Becvar, Spohn (1), Ebner (7), Skroblien (9/2), Strosack (3/1), Dräger (1), Petrovsky (1), Heiny (5), Bagaric (1), Criciotoiu (1), Nissen, Mundus, Petreikis (1), Mundus (1), Speckmann (1).

Rote Karte: Leon Petrovsky (24., TuS N-Lübbecke, hartes Einsteigen gegen Theiß).

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