2. Bundesliga: Trainer Emir Kurtagic setzt im Topspiel beim Tabellenführer HSV Hamburg auch auf den Zeitfaktor
Revanchegelüste: TuS N-Lübbecke geht mutig ins Vier-Punkte-Duell

Lübbecke -

Die Euphorie ist groß, das Selbstvertrauen ebenfalls: Die Handballer des TuS N-Lübbecke wollen nach einem optimalen Start ins Jahr mit zwei Siegen nun auch beim Tabellenführer HSV Hamburg (Samstag, 19 Uhr) etwas bewegen und mit einem Auswärtscoup endgültig ins Aufstiegsrennen der 2. Liga eingreifen.

Freitag, 19.02.2021, 21:30 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 21:34 Uhr
Jubeln wollen die Lübbecker Handballer auch am Samstagabend nach dem Topspiel beim HSV Hamburg. Das Duell Erster gegen Dritter könnte im Aufstiegsrennen richtungsweisend sein. Der TuS sieht sich bestens gewappnet für den Kracher.
Jubeln wollen die Lübbecker Handballer auch am Samstagabend nach dem Topspiel beim HSV Hamburg. Das Duell Erster gegen Dritter könnte im Aufstiegsrennen richtungsweisend sein. Der TuS sieht sich bestens gewappnet für den Kracher. Foto: Oliver Krato

„Man muss nicht drumherum reden: Es ist für beide Teams ein Vier-Punkte-Spiel“, sagt TuS-Coach Emir Kurtagic vor dem Duell Erster gegen Dritter.

Die Aufmerksamkeit von Handball-Deutschland dürfte beiden Teams sicher sein. Im Duell der Ex-Bundesligisten ist für Spannung gesorgt. Die Lübbecker gehen durchweg positiv gestimmt in das Gipfeltreffen: Vor allem den Faktor Zeit sieht Kurtagic aufseiten seiner Mannschaft, die sich seit dem 24:28 im Hinspiel Anfang Dezember mittlerweile um einiges reifer und stabiler präsentiert. „Fakt ist: Wir sind drei Monate erfahrener als beim ersten Duell mit dem HSV“, verweist der Coach auf den Entwicklungsschritt, den der TuS nach dem Umbruch im Sommer in der Zwischenzeit gemacht hat.

Unberechenbar: Nicht nur die Tore von Dominik Ebner sind beim TuS im Spitzenspiel gefragt. Die Lübbecker haben im Angriff viele Waffen zu bieten. Das soll auch der HSV Hamburg zu spüren bekommen.

Unberechenbar: Nicht nur die Tore von Dominik Ebner sind beim TuS im Spitzenspiel gefragt. Die Lübbecker haben im Angriff viele Waffen zu bieten. Das soll auch der HSV Hamburg zu spüren bekommen. Foto: Oliver Krato

Die breite Brust zeigte sich auch beim 30:24-Sieg am Mittwoch in Ferndorf , als die Lübbecker eine heikle Phase unbeschadet überstanden, weil sie rechtzeitig wieder auf ihre Mechanismen vertrauten. „Das Selbstvertrauen haben wir schon lange. Wir haben ein hohes Niveau erreicht“, so Kurtagic, der hofft, dass seine Spieler nun auch am Samstag unter größerem Druck die Top-Leistung abrufen und ein Ausrufezeichen setzen können. Vor dem 17. von 36 Saisonspielen haben die Lübbecker vier Minuspunkte mehr auf dem Konto (24:8) als der HSV (30:4).

Die kurze Vorbereitung auf das Gipfeltreffen, die beim TuS nach einem Regenerationstag erst am Freitag so richtig beginnen konnte, sieht Emir Kurtagic als unerheblich an. Und: Die englische Woche hat schließlich auch der Gegner zu bewältigen, der am Mittwoch noch beim 24:21 gegen Bietigheim schwer gefordert war. „Wir sind fit, haben in den Wochen vorher durchgehend gut trainiert“, sagt der Coach, der zudem über ein vollständiges Aufgebot verfügt. Wieviel das wert sein kann, zeigte sich in Ferndorf, als auch mehrere Wechsel im zweiten Durchgang beim TuS für den entscheidenden Schub sorgten. Kurtagic: „Wir sind in der Breite sehr stabil und haben die nötigen Qualitäten.“

Wir sind drei Monate erfahrener als beim ersten Duell mit dem HSV.

TuS-Coach Emir Kurtagic

Das Spitzenspiel kommt aus Lübbecker Sicht möglicherweise zur richtigen Zeit. Allerdings könnte das auch der Gastgeber von sich behaupten: Während der TuS aus den vergangenen fünf Spielen vier Siege verbuchte, befinden sich die Hamburger mitten in einem Super-Lauf und haben das Parkett bereits elf Mal in Folge als Sieger verlassen.

Dabei hatte die junge Mannschaft zu Saisonbeginn kein Experte auf dem Zettel. „Bei einer Umfrage unter den Kapitänen zum Thema Aufstieg hat der HSV keine und wir zwei Stimmen erhalten“, erinnert Kurtagic. In beiden Fällen könnte sich die Hochrechnung am Ende als Schall und Rauch erweisen. „Es sind aufregende Tage – auf und neben dem Spielfeld“, sagte HSV-Pressesprecher Andreas Pröpping in dieser Woche, nachdem die Hamburger mit der Rückkehr von Torhüter Johannes Bitter zur kommenden Saison gerade die nächste personelle Erfolgsmeldung verkünden konnten.

Noch wichtiger für die Hamburger Aufstiegsambitionen: Eine Woche zuvor hatte der HSV mit sofortiger Wirkung Jens Vortmann vom Wilhelmshavener HV zurück an die Alster geholt. Mit dem Keeper, der zum Einstand gegen Bietigheim am Mittwoch eine starke Leistung zeigte, hofft der Tabellenführer, die Probleme auf dieser Position in den Griff zu bekommen. Mit den Leistungen von Jonas Maier (27) und Marcel Kokoszka (22) war Trainer Torsten Jansen (44) zuvor nicht zufrieden.

Klar ist: Der TuS N-Lübbecke muss an die überragende Abwehrleistung aus dem Heimspiel gegen Rimpar anknüpfen (33:21) . Wichtig dürften zudem auch die Tore über erste und zweite Welle werden, von denen der TuS in Ferndorf einige ausließ. Stimmt das Gesamtpaket, könnte sich das Team endgültig ins Aufstiegsrennen einklinken.

 

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