Handball-Zweitligist bezwingt Eisenach trotz einiger Schwächephasen mit 31:28 (17:13) - Rezar überragend
Kurtagic schimpft, TuS N-Lübbecke holt auf

Lübbecke -

Der TuS N-Lübbecke kann zwei wichtige Punkte verbuchen, auch wenn der Tabellendritte beim 31:28 (17:13) gegen Eisenach schwächelt. Für ein „Happy End“ ist am Ende auch der überragende Aljosa Rezar verantwortlich. Aufstiegsrivale VfL Gummersbach patzt erneut.

Freitag, 26.02.2021, 22:29 Uhr
Herausragend an einem insgesamt durchwachsenen Abend: Aljosa Rezar sicherte mit 16/2 Paraden den Lübbecker Heimsieg. Währenddessen patzte Aufstiegsrivale VfL Gummersbach völlig überraschend.
Herausragend an einem insgesamt durchwachsenen Abend: Aljosa Rezar sicherte mit 16/2 Paraden den Lübbecker Heimsieg. Währenddessen patzte Aufstiegsrivale VfL Gummersbach völlig überraschend. Foto: Oliver Krato

Emir Kurtagic schimpfte wie ein Rohrspatz. Die Wut des Trainers richtete sich direkt nach dem Halbzeitpfiff gegen Tom Skroblien: Lübbeckes Linksaußen hatte mit seinem passiven Abwehrverhalten dem Eisenacher Alexander Saul kurz zuvor das Anschlusstor zum 17:13-Pausenstand ermöglicht. Dass Kurtagic sich anschließend seinen Top-Torjäger zur Brust nahm, war auch Ausdruck der allgemeinen Unzufriedenheit mit der unkonzentrierten Vorstellung, die seine Mannschaft bis dahin abgeliefert hatte.

„Wir haben den Start verpennt. Eisenach hat uns den Schneid abgekauft“, sagte Kurtagic hinterher zum schwachen Auftakt seiner Mannschaft, die sich nach sieben Minuten mit einem 1:5-Rückstand konfrontiert sah. Anschließend sah er eine „gute Reaktion“: Nach 38 Minuten lag der TuS scheinbar komfortabel mit 23:14 in Front. Dass die Gäste sich bis kurz vor Schluss dann aber noch einmal auf 30:28 herankämpfen konnten, nahm Kurtagic „etwas auch auf meine Kappe. Ich habe in der zweiten Halbzeit vielleicht zu früh durchgewechselt und der Mannschaft damit die falschen Signale gegeben.“

Der TuS-Coach konnte sich nach dem glanzlosen Arbeitssieg dennoch freuen: Während sich seine Mannschaft trotz der Schwächen schadlos hielt, patzte der VfL Gummersbach überraschend. Durch das 25:32 des Tabellenzweiten in Fürstenfeldbruck konnten die Lübbecker den Rückstand auf den Aufstiegsrang auf zwei Punkte verringern. Kurtagic: „Man sieht, wie schnell es in der 2. Liga in die eine oder andere Richtung gehen kann. Das Ergebnis sollte uns Motivation geben, weiter an unsere Chance zu glauben.“

Die Wut von Kurtagic schien dem TuS zu Beginn des zweiten Durchgangs Beine zu machen: In Windeseile setzten sich die nun etwas konzentrierteren Hausherren auf 21:13 ab (37.), während Eisenach sich in dieser Phase an Aljosa Rezar die Zähne ausbiss. Für den TuS-Keeper standen am Ende 16 Paraden, darunter zwei gehaltene Siebenmeter zu Buche. Erst Ante Tokic konnte nach der Pause das Rezar-Rätsel entschlüsseln – der Eisenacher „netzte“ beim 22:14 zum ersten Mal für die Gäste im zweiten Durchgang ein.

Weil der TuS anschließend nach vielen Wechseln mehr und mehr seine Linie verlor, blieb der ThSV unter Spannung: Beim 29:25 (55.) war der Gast immer noch nicht abgehängt und schien weiter an seine Mini-Chance zu glauben. Auch das Tor zum 30:26 durch den starken Peter Strosack (7/3 Tore) war noch nicht die Vorentscheidung, weil Eisenach durch zwei schnelle Treffer von Adrian Wöhler noch einmal auf 30:28 verkürzte. So brauchte es tatsächlich noch einmal eine letzte Auszeit von Kurtagic, um sein Team auf die letzte Minute einzustellen. Benas Petreikis mit dem 31:28 machte schließlich mit dem letzten Wurf der Partie alles klar.

Lübbeckes Spielmacher war dennoch alles andere als zufrieden und war auf der Suche nach Erklärungen für den Auftritt mit Höhen und Tiefen. „Wir waren heute vielleicht noch ein bisschen mit dem Kopf in Hamburg und dachten, dass wir jetzt unbedingt was zeigen müssen“, äußerte Petreikis eine Vermutung. Der TuS konnte sich zum Glück auf einen überragenden Aljosa Rezar verlassen: Der TuS-Keeper zeigte eine seiner stärksten Saisonleistungen.

Der Sportliche Leiter Rolf Hermann blickte bereits auf den nächsten Einsatz am Sonntag in einer Woche beim, HV Elbflorenz Dresden. „Da reicht uns so eine Leistung wie heute nicht. Immer wenn wir von unserem Konzept abweichen, bekommen wir Probleme. Das hat man heute gesehen“, so Hermann. TuS N-Lübbecke: Rezar, Jepsen – Becvar, Heiny, Baumgärtner (2), Ebner (2), Petreikis (4), Bagaric (2), Strosack (7/3), Mundus, Dräger (1), Spohn (5), Nissen (1), Speckmann (3), Petrovsky, Skroblien (4) .ThSV Eisenach: Voncina, Fehr – Volar, Iffert, Wöhler (4/1), Potisk (4), Hideg, Tokic (7), Alaj, Dicker (1), Obranovic, Schneibel (3), Walz (1), Snajder (4), Weyhrauch, Saul.

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