Der Abwehrchef des TuS N-Lübbecke hört im Sommer auf – „Ich werde Lübbecke immer im Herzen tragen“
Im Sommer ist Schluss: Marko Bagaric (35) beendet seine Karriere

Lübbecke -

Er unterschreibt beim TuS N-Lübbecke keinen neuen Vertrag: Marko Bagaric beendet nach der laufenden Saison seine Karriere. Der Abwehrchef macht im Sommer Schluss mit Profi-Handball!

Donnerstag, 11.03.2021, 16:52 Uhr aktualisiert: 11.03.2021, 16:57 Uhr
Volle Körperstreckung: Marko Bagaric hat in seiner Zeit beim TuS N-Lübbecke immer hundert Prozent gegeben. Im Sommer wird der
Volle Körperstreckung: Marko Bagaric hat in seiner Zeit beim TuS N-Lübbecke immer hundert Prozent gegeben. Im Sommer wird der

 

Seit 2017 spielt der 2,02m-Hüne schon am Wiehen und ist damit der dienstälteste Spieler im Kader. Im Innenblock war Bagaric seit seinem Dienstantritt beim TuS eine tragende Säule. Nach dem im Sommer eingeleiteten großflächigen Umbruch beim Zweitligisten wäre es für Bagaric, dessen Zweijahresvertrag zum Saisonende ausläuft, eng geworden beim Kampf um einen Platz im Kader. In den vergangenen Monaten kristallisierte sich beim zweifachen Familienvater zudem heraus, dass es nach einer langen Karriere ein guter Zeitpunkt sein könnte, um sich vom Profisport zu verabschieden.

Marko hat in den vergangenen vier Jahren alles für den TuS N-Lübbecke gegeben. Er war auf und neben dem Handballfeld stets ein Vorbild, nicht nur für die jungen Spieler.

Torsten Appel, TuS-Geschäftsführer

„Marko hat in den vergangenen vier Jahren alles für den TuS N-Lübbecke gegeben. Er war auf und neben dem Handballfeld stets ein Vorbild, nicht nur für die jungen Spieler. Dafür bedanke ich mich schon jetzt im Namen des Vereins bei Marko und wünsche ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg“, sagte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel über Bagaric und würdigte damit den Verdienst des gebürtigen Kroaten.

Bagaric startete seine Profikarriere von 2003 bis 2006 bei RK Zamet (Kroatien) in der 1. Liga. Mit 22 Jahren verließ er die kroatische Liga und heuerte in Ungarn bei KC Veszprem und Dunaferr SE an. Zwei Jahre später zog es ihn in den Wüstenstaat Katar. Dort blieb er acht Jahre bei Al Rayaan SC, ließ sich für die Weltmeisterschaft 2015 in Katar einbürgern und holte mit dem Team unter Trainer Valero Rivera bei der „Wüsten-WM“ prompt die Silbermedaille. Ein Jahr später folgte mit Katar Platz acht bei den Olympischen Spielen in Rio.

Von Torsten Appel erhielt Marko Bagaric in der Geschäftsstelle schon jetzt ein kleines Abschiedspräsent. Der dienstälteste TuS-Spieler hat bis Sommer aber noch ein Ziel, auf das er mit der Mannschaft hinarbeitet: Der Aufstieg wäre der perfekte Abschluss der Profi-Karriere.

Von Torsten Appel erhielt Marko Bagaric in der Geschäftsstelle schon jetzt ein kleines Abschiedspräsent. Der dienstälteste TuS-Spieler hat bis Sommer aber noch ein Ziel, auf das er mit der Mannschaft hinarbeitet: Der Aufstieg wäre der perfekte Abschluss der Profi-Karriere. Foto: TuS N-L

Mit Al Rayaan SC feierte er 2012 den Gewinn der Asian Club League Handball Championship, dem Asiatischen Pendant der EHF Champions League. Seit dem 1. Juli 2017 steht Bagaric beim TuS N-Lübbecke unter Vertrag, absolvierte in der 1. Liga für die Ostwestfalen als Spielgestalter 31 Partien und erzielte 87 Tore. Nach dem Lübbecker Abstieg 2018 agierte Bagaric in der Folge vor allem als Abwehrchef. In bislang 75 Spielen traf er 61 Mal ins gegnerische Tor und ist in dieser Saison mit 24 Blocks einer der besten Innenblock-Spieler der Liga.

„Marko kam in einer Zeit voller Euphorie zum TuS N-Lübbecke. Neben einer Saison in der ersten Handball-Bundesliga hat er die letzten Jahre in der zweiten Handball-Bundesliga und die aktuell schwierige Coronazeit als Spieler bei uns miterlebt. Während allen positiven und negativen Erlebnissen der letzten Jahre habe ich Marko immer als einen ruhigen, besonnenen und angenehmen Spieler sowie Gesprächspartner empfunden“, ergänzte Torsten Appel.

Er hofft nun darauf, dass Bagaric die Karriere beim TuS gut abrunden kann. „Für Marko würde ich mir wünschen, dass wir bis zum Saisonende die Gelegenheit erhalten, vor unserem tollen Publikum in der Merkur Arena zu spielen, um ihn angemessen von seiner aktiven Handball-Karriere zu verabschieden. Das hätte er sich verdient!“, so Appel. Ein Happy End scheint möglich: Bagaric hat sich mit dem TuS in den vergangenen Wochen auf Platz zwei vorgearbeitet, der im Sommer den Erstliga-Aufstieg bedeuten würde.

Ich hatte vier tolle Jahre beim TuS und bedanke mich dafür! Für mich ist es jetzt an der Zeit, beruflich etwas Neues auszuprobieren und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Allerdings hoffe ich, dass wir in dieser Saison noch mehrfach Grund zu feiern haben.

Marko Bagaric

So oder so: Der 35-Jährige wird auf eine gelungene letzte Profi-Etappe zurückblicken. „Ich hatte tolle vier Jahre beim TuS N-Lübbecke und bedanke mich dafür! Ich hatte immer die Unterstützung von meinen Mitspielern, den Trainern, den Sponsoren und Fans – auch danke dafür! Ich werde Lübbecke immer im Herzen tragen, mein jüngster Sohn ist hier geboren“, erklärte Marko Bagaric. „Für mich ist es jetzt an der Zeit, beruflich etwas Neues auszuprobieren und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen“, äußerte sich der Akteur zu seinen Zukunftsplänen. „Allerdings hoffe ich, dass wir in dieser Saison noch mehrfach Grund zu feiern haben!“, sagte er im Hinblick auf das Aufstiegsrennen.

Dass er auch im Herbst seiner Karriere weiter voll motiviert ist, stellt Bagaric in dieser Saison eindrucksvoll unter Beweis. Konzentriert, kampfstark, kommunikativ: Bagaric holt im Deckungsverband und bei Abschlüssen im Gegenstoß alles aus sich heraus. Der TuS setzt in Zukunft aber auf die nächste Generation: Der Zweitligist verfügt mit Tom Wolf (26/HSG Konstanz) ab der kommenden Saison über einen Mittelmann im besten Alter, der auch im Innenblock eingesetzt werden kann. Zudem ist die Defensivzentrale durch Yannick Dräger und Leos Petrovsky sowie Nachwuchsmann Marek Nissen, der vor kurzen einen Anschlussvertrag beim TuS unterschrieben hat, bestens abgedeckt. Für Bagaric ist es daher ein perfekter Zeitpunkt, um „Tschüss!“ zu sagen, vielleicht ja sogar mit dem Aufstieg im Gepäck. Es würde die Karriere abrunden.

 

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