2. Handball-Bundesliga: Bei 19:27-Heimschlappe leistet sich der Tabellendritte Fehler zuhauf und ist chancenlos
Müde im Kopf: TuS N-Lübbecke erlebt Debakel gegen Dormagen

Lübbecke WB -

Die Aufstiegshoffnungen erhalten einen herben Dämpfer: Der TuS N-Lübbecke geht im Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen sang- und klanglos mit 19:27 (8:15) unter. Der VfL Gummersbach kann seinen Vorsprung auf den Tabellendritten damit weiter ausbauen.

Mittwoch, 31.03.2021, 22:07 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 22:10 Uhr
Nicht sein Tag: Peter Strosack konnte seine gute Torquote aus dem Bietigheim-Spiel nicht wiederholen. Durch die Niederlage gegen Dormagen fiel der TuS N-Lübbecke im Aufstiegsrennen der 2. Liga zurück.
Nicht sein Tag: Peter Strosack konnte seine gute Torquote aus dem Bietigheim-Spiel nicht wiederholen. Durch die Niederlage gegen Dormagen fiel der TuS N-Lübbecke im Aufstiegsrennen der 2. Liga zurück. Foto: Oliver Krato

Nichts geht diesmal in der Merkur Arena: Die Handballer des TuS N-Lübbecke haben am Mittwochabend ihr Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen mit 19:27 (8:15) verloren und sind im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga zurückgefallen. „Natürlich sind wir auch etwas müde. Aber das kann keine Ausrede sein. Jeder weiß, um was es geht. Das war heute einfach zu wenig von uns“, zeigte sich Mittelmann Roman Becvar nach dem Debakel selbstkritisch.

Enttäuscht: Leos Petrovsky ist anzusehen, dass gegen Dormagen beim TuS kaum etwas zusammenlief. Der Tabellendritte wirkte am Mittwoch müde im Kopf und in den Beinen.

Enttäuscht: Leos Petrovsky ist anzusehen, dass gegen Dormagen beim TuS kaum etwas zusammenlief. Der Tabellendritte wirkte am Mittwoch müde im Kopf und in den Beinen. Foto: Oliver Krato

Nach neun Spielen ohne Niederlage ging der müde wirkende TuS damit erstmals seit Ende Dezember wieder als Verlierer vom Parkett. Jubel pur dagegen bei den Gästen: Nach dem Remis im Hinspiel entschied Dormagen den direkten Vergleich am Ende deutlich für sich. Einzige Lichtblicke beim TuS waren Aljosa Rezar im Tor und der nach der Pause eingewechselte Jan-Eric Speckmann (fünf Tore bei fünf Versuchen). Beim TSV überragte Sven Bartmann mit etlichen Paraden, darunter zwei gehaltene Siebenmeter.

Wir waren dem Gegner körperlich und auch in einigen anderen Bereichen unterlegen. Gefühlt waren wir das ganze Spiel in Unterzahl auf dem Parkett.

Emir Kurtagic

„Uns hat heute ein bisschen von dem gefehlt, was uns in den letzten Wochen ausgezeichnet hat. Wir waren dem Gegner körperlich und auch in einigen anderen Bereichen unterlegen", sagte TuS-Coach Emir Kurtagic. Mitte der zweiten Halbzeit schien der Kampfgeist seiner Mannschaft kurzzeitig noch einmal geweckt zu sein, doch als Kapitän Peter Strosack freistehend die Chance zum 18:23 verschenkte und der Gast im Gegenzug cool auf 17:24 erhöhte, war die Moral der an diesem Abend neben sich stehenden Hausherren endgültig gebrochen.

Von der ersten Minute an leistete sich der TuS einfache Fehler und ungenaue Abschlüsse zuhauf und musste sich auch in dieser Höhe verdient geschlagen geben. „Wir müssen mehr leisten. Uns hat hinten die Aggressivität gefehlt und vorne in vielen Situationen der nötige Druck“, fasste Roman Becvar den miserablen Auftritt zusammen. Die Gäste ließen sich dagegen auch nicht vom frühen Ausfall ihres Rückraumspielers Joshua Reuland aufhalten, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss in die Kabine gebracht wurde (11.). „Das war heute bombastisch von meiner Mannschaft, die beste Saisonleistung“, sparte TSV-Coach Dusko Bilanovic nicht mit gerechtem Lob.

Schon in der ersten Halbzeit erlebte der Gastgeber sein blaues Wunder: Schnell lag der Tabellendritte mit 0:3 im Hintertreffen. Erst den sechsten Angriff konnte der Favorit an diesem gebrauchten Abend für den ersten Torerfolg nutzen – Dominik Ebner traf zum 1:4. Doch auch nach diesem kleinen Erfolgserlebnis kamen die Lübbecker nicht auf Touren, waren nicht in der Lage, den Tabellensechsten Paroli zu bieten. „Gefühlt waren wir immer in Unterzahl auf dem Parkett“, rätselte Kurtagic über die schwache Tagesform seiner Truppe.

Happy über die Leistung seines Teams: TSV-Coach Dusko Bilanovic.

Happy über die Leistung seines Teams: TSV-Coach Dusko Bilanovic. Foto: Oliver Krato

Der TuS wirkte in der zweiten englischen Woche am Stück schwerfällig in Abwehr und Angriff, einfach müde im Kopf: Kaum etwas gelang der Kurtagic-Sieben, die sich im Mittelblock zudem am gut justierten Dormagener Rückraum die Zähne ausbiss. Nach 16 Minuten hieß es bereits 2:8.

Emir Kurtagic wechselte früh durch, brachte mit Lutz Heiny und Florian Baumgärtner unter anderem neue Angriffs-Power – doch an den Kräfteverhältnissen änderte sich nichts. Heiny konnte in der 20. Minute nach einem Baumgärtner-Block in der Abwehr zwar auf 5:9 verkürzen. Doch danach standen sich die Hausherren wieder selbst im Weg: Leos Petrovsky scheiterte aus sechs Metern (21.), Torjäger Tom Skroblien per Siebenmeter (27.) und am Innenpfosten (29.) – während die Gäste Tor um Tor vorlegten. Beim 8:15-Pausenstand deutete sich ein Debakel an.

Peter Strosack vergibt die letzte Chance auf die Wende

Die Aufholjagd im zweiten Durchgang blieb aus, auch weil etliche klare Möglichkeiten vergeben wurden. Über 10:18 und 17:24 eilte Dormagen einem völlig unerwarteten Kantersieg entgegen. Auf die personellen Probleme wollte Kurtagic die Niederlage nicht schieben.

Personell war es beim TuS nicht zum Besten bestellt: Kreisläufer Yannick Dräger (Entzündung). der schon die dritte Partie in Folge verpasste, weilte immerhin als Zuschauer in der Halle. Torwart Johannes Jepsen wurde nach seinem Meniskusriss wie angekündigt von A-Jugend-Keeper Peter Kowalski vertreten. Für den Jungspund wurde es immerhin noch ein unvergesslicher Abend: Kowalski kam in den letzten Minuten der Partie für Aljosa Rezar zwischen die Pfosten und konnte sich mit seiner ersten Parade im Profibereich sogar noch auszeichnen. Ansonsten überwog beim TuS der Frust. Viel Zeit zum Grübeln bleibt nach dem Debakel nicht: Am Samstag steht für den TuS bereits das nächste Heimspiel gegen die HSG Konstanz auf dem Programm (19 Uhr). Dann muss die Power wieder stimmen!

Für ihn war es ein unvergessener Abend – im positiven Sinne: A-Jugend-Keeper Peter Kowalski kam am Ende noch ins Spiel und konnte einen Ball parieren. Frech!

Für ihn war es ein unvergessener Abend – im positiven Sinne: A-Jugend-Keeper Peter Kowalski kam am Ende noch ins Spiel und konnte einen Ball parieren. Frech! Foto: Oliver Krato

TuS N-Lübbecke: Rezar, Kowalski – Becvar (2), Heiny (4), Baumgärtner (1), Ebner (1), Petreikis, Bagaric, Strosack (2), Mundus (1)., Spohn, Nissen, Speckmann (5), Petrovsky (3), Skroblien.

TSV Bayer Dormagen: Bartmann, Simonsen – Reuland (2), Seesing (1), Senden (6), Meuser (5), Wilhelm, Richter (4/3), Iliopoulos (1), Ian Hüter (3/1), Reimer, Linus Skroblien (1), Patrick Hüter (1), Sterba (2), Grbavac, Mast (1).

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