TuS N-Lübbecke: Tschechen-Duo für EM qualifiziert – Petreikis jubelt mit Litauen
Becvar schwingt die Axt nach erfolgreicher Quali

Lübbecke WB -

Roman Becvar und Leos Petrovsky feiern mit Tschechien, Benas Petreikis jubelt mit Litauen: Die drei Nationalspieler in Reihen des TuS N-Lübbecke haben sich mit ihren Mannschaften für die kommende Handball-EM qualifiziert.

Dienstag, 04.05.2021, 18:02 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 18:04 Uhr
Knoten durchgeschlagen: Roman Becvar (links) posiert nach dem Sieg gegen die Ukraine zusammen mit seinen Mitspielern mit Spielzeug-Äxten. Die Tschechen qualifizierten sich als Gruppenzweiter für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei.
Knoten durchgeschlagen: Roman Becvar (links) posiert nach dem Sieg gegen die Ukraine zusammen mit seinen Mitspielern mit Spielzeug-Äxten. Die Tschechen qualifizierten sich als Gruppenzweiter für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei. Foto: EHF

Dreifach-Jubel beim TuS N-Lübbecke: Sowohl Roman Becvar und Leos Petrovsky (Tschechien) als auch Benas Petreikis (Litauen) sind mit ihren Nationalmannschaften für die Handball-Europameisterschaft im kommenden Jahr in Ungarn und der Slowakei (13. bis 30. Januar) qualifiziert.

Während Becvar und Petrovsky mit den Tschechen bereits am vergangenen Mittwoch mit ihrem Sieg in der Ukraine (28:26) den entscheidenden Schritt in der Qualifikation gemacht hatten, musste Petreikis am Sonntag bis zum Abpfiff des letzten Spiels aus der Ferne um die EM-Teilnahme zittern. Als einer der vier besten Gruppendritten lösten die Litauer in Gruppe 4 auf den letzten Drücker das Ticket für das EM-Turnier. Ausschlaggebend war letztlich der überraschende 29:27-Sieg im vorletzten Qualifikationsspiel gegen den Tabellenzweiten Island.

Für Petreikis, der auf den Trip mit der Nationalmannschaft diesmal aus körperlichen Gründen verzichtet hatte, fieberte vom heimischen Sofa aus mit und war überglücklich, als die Entscheidung feststand, dass es für Litauen nach 24 Jahren wieder zu einem internationalen Turnier gehen wird. „Wir spielen alle schon acht bis neun Jahre zusammen und unser Ziel war immer, irgendwann bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft dabei zu sein“, ordnet der Mittelmann den Erfolg der Litauer, für die letztmalig 1998 bei der EM die Nationalhymne erklang, ein.

Verzichtete für das anstehende Aufstiegsrennen mit dem TuS N-Lübbecke auf den letzten Länderspieltrip: Der zurzeit leicht angeschlagene Benas Petreikis freute sich aber aus der Ferne über die EM-Qualifikation mit Litauen. „Das bedeutet sehr viel.“

Verzichtete für das anstehende Aufstiegsrennen mit dem TuS N-Lübbecke auf den letzten Länderspieltrip: Der zurzeit leicht angeschlagene Benas Petreikis freute sich aber aus der Ferne über die EM-Qualifikation mit Litauen. „Das bedeutet sehr viel.“ Foto: Alexander Grohmann

Dass er seinem Team zum Abschluss fehlte, hing ebenfalls mit der EM-Qualifikation zusammen. „Bei den Länderspielen vor fünf Wochen hatte ich mich an der Schulter verletzt. Ich habe immer noch leichte Schmerzen“, berichtet der wichtige TuS-Akteur, der die Woche daher mit Blick auf die anstehende Liga-Entscheidung lieber zur Regeneration in Lübbecke genutzt hat. Seiner Freude über die erfolgreiche Qualifikation tat das aber keinen Abbruch. Petreikis happy: „Das bedeutet sehr viel für den Handball in unserem Land. Wir sind sehr, sehr zufrieden.

Einen erfolgreichen Schlussakt in der EM-Qualifikation legten auch die Tschechen mit Roman Becvar und Leos Petrovsky hin: Bereits mit dem 28:26-Erfolg in der Ukraine hatten die beiden Lübbecker mit ihrer Auswahl das EM-Ticket gesichert. Blieb noch die Frage zu klären, ob Tschechien die Quali als Gruppenzweiter oder -dritter abschließt.

Das mit den Äxten ist eine slowakische Tradition.

Roman Becvar

Die Frage wurde am Sonntagabend im heimischen Brünn beantwortet: Mit dem 27:22 im Rückspiel gegen die Ukraine verteidigte der Gastgeber Platz zwei in Gruppe 3. Becvar war mit sechs Treffern wie schon im ersten Aufeinandertreffen einer der Aktivposten bei den Tschechen, die für das Siegerbild anschließend mit Plastik-Äxten posierten. „Das ist ein alter slowakischer Brauch und sollte demonstrieren, dass wir im Januar zur EM in die Slowakei fahren werden“, erklärt Becvar die ungewöhnliche Jubel-Geste seiner Mannschaft.

„Es war erneut ein 60-minütiger Kampf“, sagte Becvar über Spiel Nummer drei in nur fünf Tagen. Einen Dämpfer hatte es am Freitag gegeben: Nach zehnstündiger Anreise im Militärflugzeug aus der Ukraine legten Becvar, Petrovsky und Co. auf den Färöer Inseln eine Bruchlandung hin. Der Handball-Zwerg feierte vor gut gefüllten Rängen – die Färöer gelten aktuell offiziell als Corona-frei – beim 27:26 den historischen ersten Sieg in der EM-Qualifikation. Becvar erklärte die Pleite auch mit den Reisestrapazen. „Der Gegner war echt gut und uns fehlte ein bisschen die Kraft.“ Gegen die Ukraine präsentierte sich die Mannschaft am Sonntag wieder in einem anderen Licht und beendete die Quali auf Platz zwei.

 

Die EM 2022 soll an fünf Spielorten ausgetragen werden. Die sechs Gruppensieger sowie die Gruppenzweiten qualifizieren sich für die Hauptrunde, die vom 20. bis 26. Januar in Budapest und Bratislava gespielt wird.

https://event.wn.de/news/705/consume/10/2/7949687?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F
Schwere Raketenangriffe auf Tel Aviv
Raketen werden von der islamistischen Hamas aus Gaza-Stadt in Richtung Israel abgefeuert.
Nachrichten-Ticker