Di., 04.06.2019

Rang drei ist für Altenbeken/Buke die beste Platzierung der Vereinsgeschichte So gut wie nie

So kennen ihn die Zuschauer: Benedikt Goesmann geht dahin, wo es weh tut. In Zukunft muss die HSG Altenbeken/Buke aber ohne ihren Vorkämpfer auskommen, da er sich auf Familie und Beruf konzentrieren möchte.

So kennen ihn die Zuschauer: Benedikt Goesmann geht dahin, wo es weh tut. In Zukunft muss die HSG Altenbeken/Buke aber ohne ihren Vorkämpfer auskommen, da er sich auf Familie und Beruf konzentrieren möchte. Foto: Markus Schlotjunker

Von Markus Schlotjunker

Altenbeken (WB). So gut war die HSG Altenbeken/Buke noch nie. Am Ende der Saison 2018/19 erreichte die HSG den dritten Platz in der Handball-Verbandsliga. Zwischenzeitlich konnte sogar vom Aufstieg geträumt werden.

Dabei war der Beginn nicht einfach. Trotz des gelungenen Starts stand die HSG nach zwei Spieltagen und 3:1 Punkten plötzlich ohne Trainer da. Rolf Schröder, der Nachfolger des langjährigen Coaches Detlef Rauchschwalbe, bat um Auflösung des Vertrags, weil es zwischen ihm und der Mannschaft unterschiedliche Meinungen zur Trainings- und Spielausrichtung gab. In den nachfolgenden beiden Partien, die jeweils gewonnen wurden, betreuten einmal die beiden Sportlichen Leiter Udo Schröder und Olaf Heimsath das Team, einmal der ehemalige Spieler Jonas Schäfers.

Schwensfeger baut den Traumstart auf 15:1 Punkte aus

Danach wurde schon ein neuer Trainer präsentiert. Jan Schwensfeger, der zuletzt die A-Junioren des Bundesligisten Lemgo trainiert hatte, saß am 7. Oktober beim 30:28-Sieg in Porta Westfalica erstmals auf der Bank und baute die Serie auf 15:1 Punkte aus. Am neunten Spieltag fuhr die HSG als Tabellenführer zum Verfolger CVJM Rödinghausen, verlor dort zwar 27:33, siegte danach aber weiter. Mitte Januar sagte Udo Schröder, einer der beiden Sportlichen Leiter, dass die HSG bereit sei für die Oberliga. Genau da kam es zum Bruch. Von den folgenden fünf Partien gingen drei verloren. Tiefpunkt war das 24:30 zuhause gegen Porta Westfalica, in Hälfte eins hatte die HSG schon mit 5:14 hinten gelegen.

Zweite Niederlage gegen Rödinghausen ist das Aus im Aufstiegskampf

Sie fand aber mit drei Siegen in Folge zurück in die Spur. Erst als Ende März das Rückspiel gegen den späteren Meister Rödinghausen mit 28:31 verloren ging, war der Kampf um Platz eins endgültig vorbei und die Luft etwas raus. Immerhin schaffte die HSG einen versöhnlichen Abschluss. Am letzten Spieltag wurde Steinhagen mit 37:32 geschlagen. Am Ende stand Rang drei und damit war die vierte Spielzeit in der fünfthöchsten Deutschen Liga die erfolgreichste in der Geschichte der HSG.

Das ist umso bemerkenswerter, da früh zwei Leistungsträger verletzt ausgefallen waren. Während Hendrik Schubert nach einigen Wochen wieder in den Kader zurückkehrte, war die Saison für Yannic Hennemann (Kreuzbandriss) vorzeitig beendet. Da mit Jannik Grebe ein dritter Rückraumspieler berufsbedingt öfter fehlte, war Benedikt Goesmann im Rückraum gesetzt und spielte die beste Serie seiner Laufbahn. Gleichzeitig war es auch seine letzte. Wie der nicht weniger starke Rechtsaußen Daniel Wiemann hat Goesmann mit dem Handball aufgehört. Beide zusammen warfen mehr als 300 der 755 Tore.

Goesmann und Wiemann erzielen mehr als 300 der 755-HSG-Treffer

Ist dieses Duo überhaupt zu ersetzen? Die Sportliche Leitung arbeitet daran. Mit Nerdin Vunic, einem 20-jährigen Rückraum-Allrounder aus der 1. Bosnischen Liga, ist sich die HSG einig. »Zu 80 Prozent ist der Wechsel durch«, sagt Schröder. Zu 50 Prozent gilt das auch für den Zugang eines höherklassig spielenden Akteurs für den linken Rückraum. »Der Spieler, der in Paderborn studiert, will zu uns«, sagt Schröder. Es sind aber noch Vertragsmodalitäten zu klären. »Kommt er, wäre das ein idealer Ersatz für Yannic Hennemann«, meint der Sportliche Leiter. Hennemann ist noch Rekonvaleszent und absolviert zudem bis September ein Praktikum in Köln. Zudem steht die HSG in Kontakt mit zwei Studenten, die als Linkshänder auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kämen. »Bei uns wird sich also einiges tun«, berichtet Schröder und ergänzt: »Es ist nur etwas schade, dass der Anteil der Eigengewächse zurückgeht.«

Eines wird laut Schröder aber trotz auswärtiger Spieler nicht passieren: »Wir werden kein Bezahl-Verein sein und uns nicht verkaufen.« Bei der HSG zählten die Gemeinschaft und der Teamgeist immer schon am meisten. Damit hat Altenbeken/Buke gerade die erfolgreichste Saison gespielt und so soll es auch weitergehen.

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