100 Jahre Sport im Burgdorf: Aus Schwarz-Weiß wird TuS Wewelsburg
Alles begann im Jahr 1919

Wewelsburg (WB/eb). Der Turn- und Sportverein 1919 Wewelsburg reiht sich in den Club der Hundert ein. Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen.

Freitag, 23.08.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 14:26 Uhr
Das erste Mannschaftsfoto einer Wewelsburger Fußballmannschaft aus dem Jahre 1919. Damals trug man keine Trikots, kurze Hosen waren unkeusch. Foto:
Das erste Mannschaftsfoto einer Wewelsburger Fußballmannschaft aus dem Jahre 1919. Damals trug man keine Trikots, kurze Hosen waren unkeusch.

Besonders das Fußballspiel der 1. Mannschaft der SG Wewelsburg/Ahden gegen den Bundesligisten SC Paderborn 07 und die große Gala (beides am Samstag, 7. September) ragen dabei heraus.

»Sport ist kein Luxusgegenstand. Er ist ein Geschenk, das allen mit auf den Lebensweg gegeben wird.« Dieses Zitat von Pierre de Coubertin, dem Neubegründer der Olympischen Spiele, schmückt die Festschrift, die der TuS Wewelsburg zu seinem 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1969 herausgegeben hat.

In diesem Schriftwerk, an dem noch Mitbegründer des Sportvereins mitgewirkt haben, sind die Anfänge und die Geschichte der ersten 50 Jahre TuS-Geschichte mit Wort und Bild dokumentiert und spiegeln eindrucksvoll wider, wie es der Sportverein geschafft hat, sich von einem Zusammenschluss einiger Sportfreunde zu einem Breitensportverein zu entwickeln, der heute mehr als 650 Mitglieder zählt.

Wie in allen benachbarten Dörfern auch stand auch in Wewelsburg der Fußballsport in den Anfängen im Vordergrund. Der 1. Weltkrieg war beendet und die Männer kehrten in ihre Dörfer zurück. Im Nachbardorf Tudorf gehörte zu den Heimkehrern der Melker Matthias. Er war Soldat in englischer Gefangenschaft und hatte dort das Fußballspielen kennengelernt. Über diesen Mann kam der Ballsport unter die Wewelsburger Jugend. Er kannte die Regeln und die Spielfeldbedingungen. Am 17. Mai 1919 kam es mit seiner Hilfe zum ersten Fußballspiel. Gespielt wurde auf einer Wiese auf Graffeln. Beide Mannschaften waren aus dem Dorf zusammengestellt. Zur ersten Veranstaltung gab man sich sogar einen festlichen Rahmen. Spieler und Zuschauer zogen mit Musik über Graffeln zum Sportplatz. Die Musik bestand aus einem Mundharmonikaspieler – und einem Trommler.

Bohnenstangen als Torpfosten

Bohnenstangen bildeten den die Torpfosten und ein Bindfaden die Querlatte. Das erste Spiel gegen eine auswärtige Mannschaft war dann gegen die Mannschaft aus Tudorf. Feste Formen nahmen die Rundenspiele an, als man 1921 der Deutschen Jugendkraft (DJK) beitrat. Als erste Farben wählte der Verein für das Fußballdress schwarz und weiß und so hieß der Verein anfangs Schwarz-Weiß Wewelsburg.

Der junge Verein hatte immer wieder Schwierigkeiten mit dem Spielplatz. Es kam vor, dass ein Spiel abgebrochen wurde, weil der Besitzer erschien. Dann wurden die Bohnenstangen abgebaut und man nahm Reißaus. Auch die Fußballschuhe waren so eine Sache. Ältere Arbeitsschuhe wurden umgebaut. Der Absatz wurde entfernt und eine Art Stollen unter die Sohle genagelt. Ein Fußball kostete damals 8,50 Mark. Der Stundenlohn betrug 60 Pfennig. Der Sportverein hatte zwei Bälle, die von den Spielern bezahlt wurden. Zu den Auswärtsspielen fuhr man mit dem Rad, mit der Eisenbahn, mit dem Pferdewagen oder man ging zu Fuß.

Neben dem Fußball hielten auch andere Sportarten Einzug in den Sportverein. Turnen gehörte ebenso dazu wie die Leichtathletik. Es wurde 1932 sogar der Bau einer Flussbadeanstalt geplant. Im Zuge der Gleichschaltung durch die NSDAP wurden die der DJK angeschlossenen Vereine aufgelöst, alle Unterlagen des Sportvereins wurden beschlagnahmt. Es folgen Jahre ohne Frische, ohne Glanz, ohne Erfolg. 1937 betrug die Mitgliederzahl 37, davon 15 Jugendliche. Nach dem 2. Weltkieg ging es wieder bergauf. 1948 wurde der Verein wieder auf neue Beine gestellt. Es gab drei Abteilungen: Ballsport, darunter eine Damenhandballmannschaft, Turnsport und Tischtennis. 1953 kommt mit Ringen eine weitere Sportart hinzu. Seit 1949 schmückt das neue Vereinswappen die Trikots des Sportler des TuS 1919. Mit dem Bau des Sportheims 1955/56 erfolgte ein weiter wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung. Stand in den 70er und 80er Jahre der Fußballsport besonders im Seniorenbereich hoch im Kurs, 1981 gibt es sogar eine Thekenmannschaft, öffnete sich der Verein immer weiter der Jugendarbeit und dem Breitensport. 1970 wurde eine Knabenmannschaft gegründet, 1975 ein Trimm-Dich-Pfad, im selben Jahr wurde eine Sporthalle gebaut, es seit 1947 gibt es eine Tischtennisabteilung, 1981 wurde eine Volleyball-Abteilung gegründet, die 1964 erstmals ins Leben gerufene eine Damen-Riege nahm weiter Fahrt auf, 1987 kamen zwei Mädchengruppen hinzu und 1986 wurde die Tennisabteilung ins Leben gerufen Die ersten beiden Tennisplätze wurden 1987 fertiggestellt. 1991 erfolgte die Fertigstellung des Clubhauses und zwei weiterer Plätze. Ein weiter Höhepunkt hinsichtlich der Infrastrukturellen Entwicklung des Sportvereins war der Bau des neuen Sportheims am Sportplatz Oberhagen. Die offizielle Einweihung war im August 2007.

»Wir sind ein Verein für die Wewelsburger.«

Vorsitzender Detlef Fischer

Der fast 700 Mitglieder zählende TuS präsentiert sich aktuell als Gemeinschaft, die es geschafft hat, ihre soziale Stellung in der Dorfgemeinschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dabei bietet der Verein viel Integrationsmöglichkeiten , ist für die Jugend eine hervorragende Anlaufstation, bietet den Mitglieder vielfältige Möglichkeiten für sportlichen Aktivitäten und ist nicht zuletzt ein moderner Sportverein, der bewegt- und das in vielen Bereichen. Vorsitzender Detlef Fischer: »Der TuS Wewelsburg sieht sich als Sportverein, der mit seinen Abteilungen Fußball, Tennis, Tischtennis, Volleyball und Gymnastik ein Verein für die Wewelsburger ist. Er bietet eine große Auswahl und sieht sich verpflichtet, Kindern, Jugendlichen und Familien ein interessantes Angebot zu kleinen Preisen anzubieten. Mein Dank gilt allen, die dazu beitragen, sei es mit finanziellen Zuwendungen, ehrenamtlichen Engagement oder politischer Unterstützung.«

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