Do., 08.11.2018

Badminton: Das erste Derby zwischen Ostenland I und Hövelhof I steht an »Eine gesunde Rivalität«

Ostenlands Karina Büser und Hövelhofs Niklas Kampmeier freuen sich auf das erste Derby in der Regionalliga. Am Sonntag, 11. November (11 Uhr), erwartet der SC BW in der Delbrücker Dreifachhalle am Driftweg den BC Phönix.

Ostenlands Karina Büser und Hövelhofs Niklas Kampmeier freuen sich auf das erste Derby in der Regionalliga. Am Sonntag, 11. November (11 Uhr), erwartet der SC BW in der Delbrücker Dreifachhalle am Driftweg den BC Phönix. Foto: Elmar Neumann

Ostenland (WB). Am Sonntag (11 Uhr, Delbrück, Dreifachhalle am Driftweg) kommt es in der Badminton-Regionalliga zur Premiere: Erstmals treffen die beiden Topmannschaften der heimischen Vorzeigevereine aufein­ander. Aufsteiger SC BW Ostenland erwartet den BC Phönix Hövelhof. Vor dem Derby sprach Elmar Neumann mit Blau-Weiß-Lokalmatadorin Karina Büser und dem Phönix-Kapitän Niklas Kampmeier.

Wie groß ist die Vorfreude auf das erste Derby zwischen dem SC BW Ostenland I und dem BC Phönix Hövelhof I?

Karina Büser: Richtig groß. Das gilt für den gesamten Verein. Alle freuen sich darauf. Die Halle wird voll sein. Natürlich haben wir schon mal gegen die Dritte und die Zweite gespielt, aber gegen die Erste – das ist etwas anderes. Die war immer weit vor uns, doch wir haben den Rückstand aufgeholt.

Niklas Kampmeier: Das wird eine spaßige und spannende Angelegenheit, auf die jeder Spieler richtig Bock hat. Da hat man enorme Lust, morgens aufzustehen und sich dann für so ein Spiel in die Halle zu stellen. Ein Derby ist immer etwas Besonderes. Ich glaube aber auch, dass es für die ganze Region super interessant ist, wie sich das Ganze hier entwickelt hat und immer besser wird.

Was sagt die Tatsache, dass nun erstmals zwei heimische Mannschaften in der dritthöchsten Liga spielen, über die Entwicklung der Sportart aus?

Kampmeier: Das ist ein großer Schritt. In den vergangenen Jahren war Hövelhof meistens eine Liga über den anderen Clubs aus der näheren und weiteren Umgebung aktiv. Für die gesamte Region bedeutet es einen Schub, dass es eine zweite Mannschaft auf dieses Niveau geschafft hat. Für alle Talente, die darauf hoffen, irgendwann mal so hoch zu spielen, sind zwei Optionen natürlich viel motivierender und attraktiver als eine. Und auch der Wettkampf unter den Vereinen ist für die Entwicklung der Sportart förderlich.

Büser: Dazu passt, dass bei unseren ersten beiden Heimspielen viele Spieler anderer Vereine als Zuschauer vor Ort waren – ob aus Verl, Friedrichsdorf oder Steinheim. Die anderen Clubs scheinen sich wirklich darüber zu freuen, dass sie nun zwei Möglichkeiten haben, sich Regionalliga-Spiele ansehen zu können und dafür nicht in den Ruhrpott oder ins Rheinland fahren müssen.

Wie fällt die Bilanz nach den ersten vier Spielen aus?

Büser: Wir sind sehr zufrieden. Wir haben zwei Spiele gewonnen, mit Brühl und St. Tönis die beiden Mannschaften geschlagen, die wir unbedingt hinter uns lassen wollten und unser Ziel für die Hinrunde bereits erreicht. Jetzt kommen noch Bonusspiele, bei denen wir gerne den einen oder anderen Punkt mitnehmen wollen.

Kampmeier: Auch wir sind zufrieden. Wir hatten ein relativ hartes Auftaktprogramm, haben gegen Hohenlimburg und Brühl aber wichtige Punkte geholt. Wir hatten zuletzt mit Krankheitsfällen zu kämpfen, das war nicht so glücklich, aber wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingt, uns in den nächsten Partien eine sicherere Platzierung zu erarbeiten.

Kommen wir auf das Derby zu sprechen. Wie ausgeprägt ist die Rivalität zwischen den beiden Vereinen?

Büser: Natürlich ist eine Rivalität da. Es wäre langweilig, wenn das nicht so wäre. Das gehört einfach dazu. Es geht doch jedem Mannschaftssportler so, dass man ein, zwei Vereine braucht, die man besonders gerne ärgern möchte. Aber unabhängig davon kommen wir sehr gut miteinander klar. Ich habe erst vor wenigen Wochen mit Melanie Gräßer ein Turnier gespielt, Fabian Disic bildet mit Hövelhofs Timo Putz auf den Ranglisten ein Doppel. Man versteht sich, man kennt sich, aber an einem Spieltag heißt es dann: Okay, das ist jetzt gerade mein Gegner und den will ich besiegen.

Kampmeier: Genau. Wir haben eine gesunde Rivalität, die sich bis in die unteren Teams überträgt. Auch wenn die Zweite oder Dritte von Hövelhof gegen Ostenland spielt, ist da immer Feuer drin. Und es stimmt: Jeder kommt mit jedem gut klar. Neben dem Feld kann man auch einen Kaffee miteinander trinken, aber auf dem Feld wird jede Freundschaft kurz beiseite geschoben, bis ein Sieger feststeht. Allein die Tatsache, dass die Orte so nah beieinander liegen, macht es interessant. Nicht zuletzt für mich, der ich schon immer in Ostenland lebe, aber noch nie für Ostenland gespielt habe.

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Auf dem Feld wird jede Freundschaft kurz beiseite geschoben.

Niklas Kampmeier

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Der Wechsel von Jan Santüns, der seit dieser Saison nicht mehr für Hövelhof, sondern für Ostenland spielt, ist in Hövelhof nicht so gut angekommen?

Kampmeier: Was heißt »nicht so gut angekommen«? Es ist natürlich schade. Jan ist ein sehr guter Doppel- und Mixedspieler, den man nicht mal eben so ersetzen kann. Einem Punktegaranten und so guten Mitspieler trauert man immer etwas nach. Klar, man sieht ungern Leute wechseln, vor allem, wenn es zum Rivalen geht. Aber Jan hat sich so entschieden und zeigt nun in Ostenland, wie wertvoll er für ein Team ist.

Das Derby wird am Sonntag in Delbrück ausgetragen, weil die Halle in Ostenland einen halben Meter zu niedrig ist, um die Regionalliga-Anforderungen zu erfüllen. Kann man da überhaupt noch von einem Heimvorteil sprechen oder ist das nicht eher ein neutraler Spielort?

Büser: Aus meiner Sicht ist es definitiv ein neutraler Spielort. Wir haben in Delbrück bisher zwei Heimspiele ausgetragen und genau ein Mal trainiert. Punkt. Mehr haben wir mit der Halle nicht zu tun. Wir trainieren immer in Ostenland. Wenn wir in Ostenland spielen dürften, wäre es ein sehr großer Heimvorteil, weil wir die Hallenhöhe gewohnt sind, aber in Delbrück sind die Voraussetzungen für beide gleich.

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Der Ausgang lässt sich definitiv nicht vorhersagen.

Karina Büser

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Gibt es einen Favoriten in diesem Derby?

Kampmeier: Nein. Ich erwarte gerade bei den Herren ziemlich knappe Duelle. In den Damenspielen sehe ich leichte Vorteile für uns, aber die meisten anderen Partien sind relativ offen, so dass ich von einem 5:3 oder 4:4 bis zu einem 3:5 alles für möglich halte.

Büser: Es wird in den 50:50-Spielen auf die Tagesform ankommen. Auch ich denke, dass Hövelhof bei den Damen aktuell etwas besser aufgestellt ist, aber der Ausgang dieses Derbys lässt sich definitiv nicht vorhersagen.

Der SC BW Ostenland gewinnt das Derby, weil?

Büser: Weil wir einen super Team-Zusammenhalt haben.

Der BC Phönix Hövelhof gewinnt das Derby, weil?

Kampmeier: Weil wir die Spiele, die wir gewinnen wollen, gewinnen werden und uns von der tollen Stimmung – auch wenn der eine oder andere Ostenländer mehr da sein wird – tragen lassen.

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